EM 2020

EM 2020: Das Powerranking vor der K.o.-Runde

Jan Kupitz
Italien überzeugt auf ganzer Linie
Italien überzeugt auf ganzer Linie / Insidefoto/Getty Images
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Die Gruppenphase der EM ist schon wieder vorbei! Ab Samstag steigt die K.o.-Runde. Zeit für uns, die Teams und ihre Chancen auf den Titel zu bewerten. Das Powerranking der letzten 16 versucht aktuelle Form, Auftritte in der Gruppenphase und den möglichen Weg bis ins Endspiel zu berücksichtigen. So sieht unser EM-Ranking der letzten 16 Teams aus:



16. Ukraine

Andriy Yarmolenko, Oleksandr Karavaev
Das Team um Kapitän Andriy Yarmolenko trifft im Achtelfinale auf Schweden / Robert Ghement - Pool/Getty Images

Das Team von Trainer Andriy Shevchenko hat sich als Gruppendritter in Gruppe C hinter der Niederlande und Österreich ins Achtelfinale "gemogelt". Dort wartet mit Schweden zwar ein vergleichsweise kleiner Name, im Viertelfinale würde dann aber das Duell mit England/Deutschland folgen. So wie die Schweden bislang aufgetreten sind, muss man aber eher mit einem frühen Aus der Osteuropäer rechnen.

15. Schweiz

Breel Embolo, Xherdan Shaqiri
Was geht für die Eidgenossen? / Marcio Machado/Getty Images

Als einer der besten Gruppendritten hat auch die Schweiz den Sprung in die K.o.-Runde geschafft - bis auf den Auftritt gegen die unterirdischen Türken war aber noch nicht viel Glanzvolles bei den Eidgenossen zu sehen. Jetzt geht es gegen Weltmeister Frankreich, die zwar nicht gut spielen, aber effektiv sind. Kaum vorstellbar, dass es für die Nati fürs Viertelfinale reicht.

14. Österreich

Christoph Baumgartner, David Alaba
Österreich zeigt zwei Gesichter / Robert Ghement - Pool/Getty Images

Man weiß nicht so recht, was man von Österreich halten soll. Einem wenig überzeugenden Auftaktsieg gegen Nordmazedonien folgte eine erschreckend schwache Leistung gegen die Niederlande. Am letzten Spieltag, als es drauf ankam, wussten die Ösis gegen die Ukraine aber sehr zu überzeugen.

Da im Achtelfinale jedoch Italien wartet, ist für die Alpenrepublik vermutlich schon bald Schluss.

13. Wales

Gareth Bale
Bale ist der walisische Superstar / Marcio Machado/Getty Images

Hinter Italien und vor der Schweiz packte es Wales ins Achtelfinale. Der Überraschungs-Halbfinalist der letzten EM-Ausgabe überzeugt mit ähnlichen Mitteln wie schon 2016. Nun wartet mit Dänemark ein auf dem Papier nicht unbezwingbarer Gegner. Das Team von Superstar Gareth Bale wird dennoch als Außenseiter in die K.o.-Runde gehen.

12. Tschechien

Patrik Schick
Schick sorgte bislang für das Tor des Turniers / Marc Atkins/Getty Images

Tschechien ist eine der positiven Überraschungen dieses Turniers, obwohl sie in ihrer Gruppe nur auf Rang drei landeten. Nach einer knappen 0:1-Niederlage gegen England rutschten die Tschechen noch hinter Kroatien. Im Achtelfinale wartet nun Oranje, für die das Team um Knipser Patrik Schick eine unangenehme Aufgabe werden kann. Dennoch scheint ein früher K.o. unter den letzten 16 das wahrscheinlichere Szenario.

11. Kroatien

Ivan Perisic
Kroatien muss sich steigern / Pixsell/MB Media/Getty Images

0:1 gegen England, 1:1 gegen Tschechien, 3:1 gegen Schottland. Die Ergebnisse der Kroaten waren bislang keine allzu große Überraschung. Doch die Leistungen der Ost-Europäer ließen noch zu wünschen übrig - von den Auftritten der WM 2018, als man sensationell Vize-Weltmeister wurde, ist man noch ein gutes Stück entfernt. Vor allem offensiv steckt noch ordentlich Sand im Getriebe. Immerhin scheint man gegen die Schotten die beste Offensiv-Formation gefunden zu haben. Mit einem genialen Luka Modric kann Kroatien immer für eine Überraschung sorgen - auch im Achtelfinale gegen Spanien.

10. Portugal

Antoine Griezmann, Cristiano Ronaldo
Wie 2016 schafft es Portugal als Gruppendritter ins Achtelfinale / Alex Pantling/Getty Images

Schwer einzuschätzen ist der Titelverteidiger. Nach einem späten Sieg gegen Ungarn enttäuschte Portugal gegen Deutschland auf ganzer Linie. Gegen Frankreich sprang immerhin ein 2:2 heraus, das zum Weiterkommen reichte. Gutes Omen: Schon beim Titelgewinn 2016 wurden die Portugiesen nur Gruppendritter. Jetzt wartet mit Belgien aber ein ganz, ganz dicker Brocken. Selbst wenn der bezwungen werden sollte, würde im Anschluss Italien warten. Trotz CR7 in Ballerlaune: Es dürfte nichts werden mit der Titelverteidigung.

9. Dänemark

Mikkel Damsgaard, Martin Braithwaite, Joakim Maehle, Thomas Delaney, Daniel Wass, Yussuf Poulsen
Dänemark außer Rand und Band / Hannah McKay - Pool/Getty Images

Dänemark hatte mit dem Herzstillstand von Christian Eriksen einen unglaublichen schweren Start in die EM. Doch obwohl man unglücklich gegen Finnland und unverdient gegen Belgien verlor, schaffte es Danish Dynamite, noch als Gruppenzweiter in die K.o.-Runde einzuziehen - einem furiosen 4:1-Sieg gegen Russland sei dank.

Der Eriksen-Vorfall hat Land und Mannschaft noch enger zusammengeschweißt und könnte für den weiteren Turnierverlauf, in dem es nun gegen Wales geht, ungeahnte Kräfte freisetzen. Die Defensive um Schmeichel, Kjaer und Christensen steht sehr fest, vorne kann ein Damsgaard den Unterschied ausmachen. Da geht noch einiges für unsere nördlichen Nachbarn!

8. England

Raheem Sterling
Was ist für die Three Lions drin? / Pixsell/MB Media/Getty Images

Mit sieben Punkten und ohne Gegentor hat sich England auf dem Papier in der Gruppe keine Blöße gegeben - und dennoch blieben die Three Lions bislang hinter den Erwartungen zurück. Obwohl die Offensive mit Kane, Sterling, Mount, Sancho, Foden, Grealish und Rashford überaus prominente Namen vorzuweisen hat, glich der Angriff bisher einem lauen Lüftchen. Im Achtelfinale muss sich England ordentlich steigern. Es geht in Wembley gegen "Angstgegner" Deutschland. Für den Sieger ist der Weg ins Finale relativ offen.

7. Deutschland

Die Pralinenschachtel-Mannschaft dieser EM. Mäßig gegen Frankreich, überaus heiter gegen Portugal und fast peinlich gegen Ungarn. Was man vom deutschen Team erwarten kann, weiß man vorher nie. Gut möglich, dass gegen England wieder ein Gala-Auftritt folgt. Gut möglich aber auch, dass es das letzte Spiel von Joachim Löw als Bundestrainer wird.

6. Spanien

Alvaro Morata, Gerard Moreno
Spaniens Stürmer Moreno und Morata / Quality Sport Images/Getty Images

Frust und Tristesse herrschte bei den Iberern vor dem letzten Gruppenspiel gegen die Slowakei vor. Trainer Luis Enrique wurde bereits angezählt. Dessen Personalentscheidungen und vor allem die mangelnde Durchschlagskraft des Teams standen im Fokus der Kritik. Enrique selbst beruhigte und erklärte, seine Mannschaft sei wie eine Sektflasche, die noch nicht entkorkt wurde. Mit der 5:0-Gala vom Mittwoch ließ La Roja die Korken ordentlich knallen. Nimmt Spanien den Schwung mit in die K.o.-Phase, ist noch einiges drin. Nach Kroatien würde wohl das Duell mit Frankreich warten.

5. Schweden

Victor Lindelof (3), Ludwig Augustinsson (6) and Viktor...
Schweden ist schwer zu knacken / SOPA Images/Getty Images

Mit einem 3:2-Sieg gegen Polen schnappten sich die Schweden Rang eins in der Gruppe. Der WM-Viertelfinalist von 2018 überzeugte in diesem Turnier vor allem mit defensiver Stabilität. Vorne soll Alexander Isak für Gefahr sorgen, die Tore besorgte bislang aber RB-Star Emil Forsberg. Mit Juve-Star Dejan Kulusevski, der vor Turnierstart positiv auf COVID19 getestet wurde, bekommt Tre Kronor rechtzeitig zur heißen Turnierphase noch einen ganz wichtigen Baustein in der Offensive zurück.

Gegen Ukraine ist das Viertelfinale locker drin, und auch gegen England/Deutschland wäre viel möglich.

4. Niederlande

Georginio Wijnaldum, Matthijs de Ligt
Oranje hatte in ihrer Gruppe keine Probleme / Olaf Kraak - Pool/Getty Images

Vor der EM hatte es rund um die Elftal reichlich Fragen gegeben - vor allem Frank de Boer stand ob seines favorisierten 3-5-2-Systems stark unter Beschuss. Doch Oranje, angeführt vom überragenden Duo Gini Wijnaldum und Memphis Depay, ließ sich von all dem nichts anmerken und glänzte in der Gruppenphase.

3. Belgien

Romelu Lukaku, Kevin De Bruyne
Schafft Belgien endlich den großen Wurf? / Anatoly Maltsev - Pool/Getty Images

Die Belgier wurden ihrer Favoritenrolle in der Gruppenphase absolut gerecht und gewannen alle drei Partien - vor allem Kevin De Bruyne und Romelu Lukaku laufen auf Hochtouren! Vielleicht ist die EURO 2020 ja endlich das Turnier, in dem sich die goldene Generation der Roten Teufel endlich krönen da. Die Voraussetzungen sind jedenfalls da.

2. Frankreich

France v Germany - UEFA Euro 2020: Group F
Der Weltmeister hat den hochwertigsten Kader / Markus Gilliar/Getty Images

Überzeugt haben die Franzosen bislang noch nicht. Haben sie über weite Strecken beim WM-Triumph 2018 aber auch nicht. Les Bleus ist individuell einfach so stark besetzt, dass sie auch weiterhin ein absoluter Top-Favorit bleiben. Verlassen kann sich das Team bislang vor allem auf einen überragenden Paul Pogba!

Der mögliche Weg ins Finale über die Schweiz, Spanien und Belgien/Italien wird aber steinig und zur ultimativen Prüfung.

1. Italien

Matteo Pessina celebrates with Lorenzo Insigne, Ciro...
Italien ist eine eingeschworene Truppe / Insidefoto/Getty Images

Italien ist nicht nur seit 30 (!) Länderspielen ungeschlagen, sondern meisterte auch seine Gruppe mit Bravour: Drei Spiele, drei Siege und 7:0 Tore unterstreichen neben einem sehr ansehnlichen Spielstil, dass die Squadra Azzurra nach der Gruppenphase das Team ist, das es zu schlagen gilt.

Die Offensive um Insigne, Immobile und Berardi gehört zu den besten des Turniers, dahinter stehen mit Jorginho und Verratti pure Weltklasse-Leute parat. Mamma mia.

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