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Eisenstangen-Angriff auf PSG-Spielerin: Welche Rolle spielt Eric Abidal?

Nikolas Pfannenmüller
Führt die Spur im Eisenstangen-Eklat zu Eric Abidal?
Führt die Spur im Eisenstangen-Eklat zu Eric Abidal? / SOPA Images/GettyImages
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Nach dem brutalen Angriff mit einer Eisenstange auf PSG-Spielerin Kheira Hamraoui war zunächst eine Mitspielerin als potentielle Täterin in Polizeigewahrsam genommen worden. Doch diese Spur stellte sich offenbar nicht als richtig heraus. Nach neuesten Informationen soll Eric Abidal, Ex-Sportdirektor des FC Barcelona, bald von den Behörden vernommen werden.


Ursprünglich deutete alles darauf hin, dass die Profifußballerin Aminata Diallo von Paris Saint-Germain in den rücksichtslosen Eisenstangen-Vorfall in der Nacht vom 4. auf den 5. November involviert gewesen sein soll. Die 26-Jährige war vor einer Woche in Polizeigewahrsam genommen worden. Beim Opfer hatte es sich um die französische Mittelfeldspielerin Kheira Hamraoui gehandelt.

Wie zunächst durch die französiche Zeitung L'Equipe berichtet worden war, sei Diallo die Drahtzieherin hinter dem Vorfall auf ihre Teamkollegin. Zwei maskierte Männer sollen Hamraoui aus ihrem Auto gezerrt, mit einer Eisenstange geschlagen und auf ihre Beine getreten haben.

Diallo nach 36 Stunden aus der Gewahrsam entlassen

PSG hatte in einem offiziellen Statement verkündet, dass Diallo von der Regionalpolizei Versailles im Rahmen der Ermittlungen in Gewahrsam genommen wurde. Diallo wurde ohne Anklage nach 36 Stunden allerdings schon wieder entlassen.

Führt die Spur zu Abidal?

Stattdessen könnte der ehemalige Fußballprofi Eric Abidal in den Fall involviert sein. Abidal, der zwischen 2018 und 2020 als Sportdirektor des FC Barcelona angestellt war, "könnte bald befragt werden", wie die Ermittler der französischen Nachrichtenagentur AFP verrieten.

Der Anwalt des 42-Jährigen dementierte am Montag jegliche Beteiligung Abidals an der Attacke.

Eine Sache können sich die Ermittler derzeit wohl kaum erklären: Am Tag des gewalttätigen Angriffs soll das Opfer eine Chipkarte im Mobiltelefon verwendet haben, die auf Eric Abidal registriert war.

Hamraoui soll den Ermittlern mitgeteilt haben, dass die SIM-Karte in ihrem Handy "auf den Namen ihres Ex" laufe. So berichtete AFP unter Bezugnahme auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Quelle.

In welchem Verhältnis der Vize-Weltmeister von 2006 und die 31-Jährige miteinander standen, soll in absehbarer Zeit geklärt werden. Die Staatsanwaltschaft wollte eine Befragung von Abidals Ehefrau Hayet nicht ausschließen und erklärte: "Das ist eine von mehreren Spuren."

Hamraoui spielte drei Jahre für Barcelona

Bis zu ihrer Rückkehr zu Paris St. Germain in diesem Sommer spielte Hamraoui zwischen 2018 und 2021 für Barcelona.

Von ihrem Anwalt wurde kürzlich ein Schreiben veröffentlicht, wonach Hamraoui darum bitte, dass ihr "Privatleben ebenso wie ihre Entscheidung respektiert wird, während dieser schwierigen Untersuchung zu schweigen".

Am Montag begann ein Untersuchungsrichter ein Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt wegen der "kriminellen Vereinigung zur Vorbereitung und Durchführung einer schweren und mit mindestens fünf Jahren Haft strafbaren Gewalttat".

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