Eintracht Frankfurt: Tuta lässt Abraham fast vergessen

Philipp Geiger
Trat in die Fußstapfen von David Abraham: Tuta
Trat in die Fußstapfen von David Abraham: Tuta / Matthias Hangst/Getty Images
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Eintracht Frankfurt präsentiert sich seit einigen Wochen in bärenstarker Verfassung und marschiert unaufhaltsam Richtung Europa. Von den letzten acht Ligaspielen entschied die SGE sieben für sich und musste sich nur gegen den SC Freiburg mit einem Unentschieden begnügen. Eine beachtliche Erfolgsserie, zumal die Hessen Mitte Januar mit Kapitän David Abraham einen wichtigen Führungs- und Defensivspieler verloren haben. Der Abgang des Routiniers wurde bislang allerdings sehr gut durch einen vielversprechenden Youngster kompensiert.

Fünfeinhalb Jahre lang trug Abraham, der im Sommer 2015 für 1,5 Millionen Euro Ablöse von der TSG 1899 Hoffenheim verpflichtet wurde, das Trikot der Eintracht. 178 Pflichtspiele bestritt der 34-Jährige für die SGE und steuerte dabei fünf Tore sowie sieben Vorlagen bei. Nur drei ausländische Spieler haben mehr Einsätze für Frankfurt absolviert als der Argentinier, der ursprünglich schon im vergangenen Sommer seine Profikarriere beenden und nach Argentinien zu seiner Familie zurückkehren wollte.

""Meine Zeit in Frankfurt war sportlich und menschlich wunderschön""

David Abraham

Der Innenverteidiger blieb allerdings noch bis Mitte Januar und verabschiedete sich am 16. Spieltag mit einem 3:1-Heimerfolg gegen den FC Schalke 04 aus der Bankenmetropole. "Ich habe hier fast alles erlebt. Nach der Relegation das verlorene Pokalfinale, dann den Pokalsieg 2018 und die vielen Spiele in der Europa League auf hohem Niveau", schwärmte der Ex-Kapitän im Abschiedsinterview. "Meine Zeit in Frankfurt war sportlich und menschlich wunderschön."

Wurde zum Abschied gefeiert: David Abraham
Wurde zum Abschied gefeiert: David Abraham / Pool/Getty Images

Die Verantwortlichen der SGE verzichteten im Januar darauf, einen Ersatz für Abraham zu verpflichten. Der Abgang des Publikumslieblings sollte stattdessen intern kompensiert werden. Als Nachfolger wurde der Brasilianer Lucas Silva Melo, kurz Tuta, auserkoren, der zweifelsohne reichlich Potenzial und Talent mitbringt. Dennoch gingen die Hessen ein gewisses Risiko ein, da der 21-Jährige seit seiner Leihrückkehr im Sommer kaum Spielpraxis (286 Minuten) sammeln und bei seinen beiden Einsätzen in der Hinrunde nicht wirklich überzeugen konnte.

Tuta punktet mit starker Passquote

Bislang geht der Plan mit Tuta jedoch voll auf und der Innenverteidiger zahlte das Vertrauen von Trainer Adi Hütter an den letzten vier Spieltagen mit guten Leistungen zurück. Der Youngster entschied dabei knapp zwei Drittel seiner Zweikämpfe für sich und beeindruckte mit einer starken Passquote (85 Prozent). "Ich bin happy, dass Tuta sehr schnell in die Mannschaft gefunden hat", betonte Hütter bereits Ende Januar. "Das war eine Sache, bei der wir uns nicht ganz sicher waren."

Der Brasilianer hat es allerdings ohne große Anlaufschwierigkeiten geschafft, fester Bestandteil der Startelf zu werden, wofür ihm großer Respekt gebührt. In den kommenden Monaten gilt es nun für den 21-Jährigen, die bisher guten Leistungen zu bestätigen. Auch wenn man Abraham weder auf noch neben dem Platz eins zu eins ersetzen kann und der Kapitän eine große Lücke in der Mannschaft hinterlassen hat, ist es Tuta bislang gut gelungen, in die "sportlichen Fußstapfen" des Publikumslieblings zu treten.

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