Eintracht Frankfurt

Eintracht Frankfurt unter Oliver Glasner: Die Wunschelf zum Saisonstart

Simon Zimmermann
Oliver Glasner sieht noch viel Arbeit auf sich und die Eintracht zukommen
Oliver Glasner sieht noch viel Arbeit auf sich und die Eintracht zukommen / JAN WOITAS/Getty Images
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Für die Frankfurter Eintracht startet die Saison am 8. August mit der ersten DFB-Pokal-Runde bei Drittligist Waldhof Mannheim. "Viel Arbeit" stehe ihm und seiner Mannschaft noch bevor, sagte Neu-Trainer Oliver Glasner nach der 2:3-Testspielpleite gegen Racing Straßburg.

Es war das vierte Testspiel der SGE unter Oliver Glasner, der in diesem Sommer das Ruder von Landsmann Adi Hütter übernommen hat. Erste Eindrücke zur Spielidee unter Glasner und zu den Gewinnern der bisherigen Vorbereitung konnte man bereits bekommen.

Ziemlich eindeutig kristallisiert sich heraus, dass die Eintracht auch unter Glasner in einem 3-4-3-System auflaufen wird. Eine gravierende Änderung zum Vorjahr deutet sich dennoch an. Es gebe keinen "Leuchtturm" in der Sturmspitze, betonte Glasner. Also einen echten Torjäger, der sich hauptsächlich vor dem gegnerischen Kasten aufhält und als feste Anspielstation im Zentrum fungiert.

Silva-Nachfolger Rafael Borré wird das auch nicht sein. Der Kolumbianer ist deutlich mehr unterwegs als sein portugiesischer Vorgänger und nicht immer nur im Sturmzentrum zu finden. Entsprechend flexibel will Glasner das eigene Offensivspiel ausrichten. Hinter oder neben Borré werden wohl zwei Zehner zum Einsatz kommen.

Und so dürfte Glasners Eintracht nochmals deutlich unberechenbarer ausgerichtet sein. Ob der Plan aufgeht, wird man spätestens Ende August sehen, wenn die ersten Partien im Pokal und der Liga absolviert wurden. So könnte die Wunsch-Elf zum Saisonstart aussehen:

1. Tor

Kevin Trapp
Kevin Trapp ist in Frankfurt unumstrittene Führungsfigur / Stuart Franklin/Getty Images

Personal: Kevin Trapp, Jens Grahl, Diant Ramaj

Im Tor ist die Situation eindeutig: Kevin Trapp ist die klare Nummer eins. Hinter dem Nationalkeeper wurden zwei neue Schlussmänner verpflichtet. Diant Ramaj soll die Zukunft gehören. Der 19-Jährige kam vom FC Heidenheim an den Main. Mit Jens Grahl (kam vom VfB) steht eine erfahrene Alternative zur Verfügung.

Der Qualitätsunterschied ist aber schon enorm. Alle in Frankfurt werden hoffen, dass Trapp verletzungsfrei durch die Saison kommt und eine ähnlich konstante Runde wie letztes Jahr abliefert.

2. Abwehr

Martin Hinteregger
Martin Hinteregger hat die EM in den Beinen - Glasner hofft dennoch zum Start auf seinen Abwehrchef / Catherine Ivill/Getty Images

Personal: Evan N'Dicka, Martin Hinteregger, Tuta, Stefan Ilsanker, Makoto Hasebe, Felix Irorere, Fynn Otto

Sieben Spieler stehen auf dem Papier für die drei Positionen in der Dreierabwehrkette zur Verfügung, wobei die Youngster Irorere und Otto eher noch keine ernsthafte Option darstellen. Vielmehr dürfte das Abwehr-Trio N'Dicka, Hinteregger, Tuta zu Beginn recht klar gesetzt sein, sollten alle drei fit in die Saison gehen.

Ilsanker und Hasebe sind erfahrene Alternativen, die auch im Mittelfeldzentrum eingesetzt werden können. Hier scheint die Eintracht gut besetzt. Auch Almamy Touré wäre eine Option für die Dreierkette. In den Tests probierte Glasner auch Urgestein Chandler in der Abwehr aus.

3. Flügel

Im SGE-Lager hofft man auf einen Verbleib von Filip Kostic
Im SGE-Lager hofft man auf einen Verbleib von Filip Kostic / LEON KUEGELER/Getty Images

Personal: Filip Kostic, Christopher Lenz, Danny da Costa, Erik Durm, Almamy Touré, Timothy Chandler, Steven Zuber

Üppig ist die Auswahl für die beiden Flügelpositionen. Glasner jedenfalls glaubt an einen Verbleib von Vorlagen-König Filip Kostic. "Ich gehe davon aus, dass Filip nicht geht", so der SGE-Coach (via FR). Bei Steven Zuber spricht dagegen weiter vieles für einen Abschied. Bei einem entsprechenden Angebot darf der Schweizer gehen.

Bleibt Kostic, ist er links selbstredend gesetzt, auch wenn von Union Berlin mit Christopher Lenz eine starke Alternative verpflichtet wurde. Auf der rechten Seite streiten sich gleich vier Spieler um den Startelf-Platz. Wer die besten Chancen hat, gegen Mannheim und eine Woche später am 1. Bundesliga-Spieltag auf dem Platz zu stehen, ist noch schwer vorherzusagen.

Da Touré aktuell verletzt ist, läuft es auf da Costa oder Durm hinaus. Nach der erfolgreichen Leihe nach Mainz könnte da Costa auf Anhieb ein Platz in der Startelf winken. Links wird gegen Mannheim Lenz auflaufen, da Kostic im Pokal noch gesperrt ist.

4. Zentrales Mittelfeld

Ajdin Hrustic trat in der Vorbereitung als Torschütze hervor
Ajdin Hrustic trat in der Vorbereitung als Torschütze hervor / KAI PFAFFENBACH/Getty Images

Personal: Sebastian Rode, Djibril Sow, Makoto Hasebe, Stefan Ilsanker, Rodrigo Zalazar, Ajdin Hrustic, Nils Stendera

Noch so eine spannende Position im Eintracht-Aufgebot. Auch im Mittelfeldzentrum tummeln sich zahlreiche interessante Alternativen. Sow kam in der vergangenen Rückrunde endlich in Fahrt und hat eine starke EM hinter sich. Rode - wenn fit - ist und bleibt eine starke Option. Mit Hasebe und Ilsanker verfügt Glasner darüber hinaus über zwei defensivstarke Allrounder.

Richtig spannend sind auch die Personalien Zalazar und Hrustic. Ersterer konnte bei seiner Leihe zu St. Pauli viel Selbstvertrauen tanken. Zweiterer gilt als DER Gewinner der bisherigen Vorbereitung. In seiner neuen Rolle überzeugte der Australier bisher auf ganzer Linie. Als Sahnehäubchen erzielte Hrustic gegen Straßburg einen Doppelpack.

Nach den bisherigen Eindrücken könnte Glasner zum Start auf das Duo Rode-Hrustic bauen. Kampfstarke Spieler, die durchaus Qualitäten mit dem Ball besitzen. Sow wird früher oder später aber vehement in die Anfangsformation drängen.

5. Offensive

Daichi Kamada
Daichi Kamada steht nicht in Japans Olympia-Aufgebot / Masashi Hara/Getty Images

Personal: Daichi Kamada, Amin Younes, Jesper Lindström, Aymen Barkok, Rafael Borré, Goncalo Paciencia, Ragnar Ache, Ali Akman, Erique Garcia, Martin Pecar, Fabia Blanco

Elf Spieler für drei Positionen. Glasner kann in seiner offensiven Dreierreihe auf einige Optionen zurückgreifen. Leih-Rückkehrer Paciencia scheint allerdings keine guten Karten zu haben. Der Portugiese wäre der einzige Angreifer im Kader, der als "Leuchtturm" herhalten könnte. Im Sturmzentrum wird Glasner aller Voraussicht auf eine flexiblere Nummer neun setzen. Borré ist natürlich Kandidat Nummer eins. Dahinter lauern die Talente Akman und Rache. Mit seinen erst 16 Jahren dürfte Garcia langsam herangeführt werden.

In den Testspielen probierte Glasner aber auch Barkok und Lindström als eine Art "falsche Neun" aus. Der SGE-Coach scheint voll auf die Karte Kreativität zu setzen und die Offensive sehr flexibel aufstellen zu wollen.

Eingeplant sind hinter dem Stürmer zwei Spielmacher, die sich jeweils vor allem in den Halbräumen aufhalten sollen. Mit Younes und Kamada (sollten sie bleiben) gibt es auf diesen Positionen prominente Platzhirsche. Aber auch Neuzugang Lindström hat gute Karten auf Einsatzzeit. Wer gegen Waldhof aufläuft, bleibt abzuwarten. Borré steigt erst am Dienstag ins Training ein und hat die Copa America in den Beinen. Über kurz oder lang ist der Königstransfer des Sommers aber die klare Nummer eins im Sturm.

Gut möglich, dass Glasner erst zum Bundesliga-Start mit Borré plant und gegen Waldhof auf Lindström oder Barkok setzt.


Die mögliche Eintracht-Startelf zum Saisonstart:

Kostic ist im Pokal noch gesperrt, Borré könnte noch eine Woche brauchen
Kostic ist im Pokal noch gesperrt, Borré könnte noch eine Woche brauchen /
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