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Eintracht Frankfurt

Die neue Eintracht unter Glasner: Flexibel und kreativ zum Erfolg

Simon Zimmermann
Oliver Glasner setzt auf viel Kreativität im SGE-Angriff
Oliver Glasner setzt auf viel Kreativität im SGE-Angriff / RONNY HARTMANN/Getty Images
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Eintracht Frankfurt unter Oliver Glasner: Kreativität ist Trumpf bei der SGE! Der neue Trainer setzt offenbar auf eine flexible Offensive ohne feste Sturmspitze. Dahinter spielt sich ein Neuzugang aus dem vergangenen Sommer in den Vordergrund.


In den bisherigen Testspielen ließ Glasner seine neue Mannschaft in einem 3-4-3-System auflaufen. Auf den ersten Blick kein großer Unterschied zu Vorgänger Adi Hütter. Doch nach dem Abgang von Torjäger André Silva bahnt sich eine leichte Anpassung im Offensivspiel der SGE an. Glasner setzte auf eine "falsche Neun" und zwei Spielmachern dahinter.

Glasner baut auf flexible Sturmreihe ohne "Leuchtturm"

Zwar hatte auch Hütter meist auf eingerückte Außenstürmer gebaut, mit Silva im Zentrum gab es aber immer einen Fixpunkt im Sturm. In den Tests gegen Straßburg (2:3) und Sandhausen (1:0), stürmten Aymen Barkok bzw. Neuzugang Jesper Lindström ganz vorne drin. Dahinter bot Glasner mit Younes und Kamada zwei Spielmacher auf.

Am Dienstag kommt nun mit Rafael Borré der Königstransfer in der Offensive dazu (steigt ins Teamtraining ein). Der 25-jährige Kolumbianer soll Silva in Frankfurt vergessen lassen. Doch auch der neue Torjäger ist kein klassischer Strafraumstürmer. Vielmehr weicht er immer wieder auf die Flügel aus, ist extrem viel unterwegs und schafft Räume für seine Mitspieler.

Rafael Santos Borre
Rafael Borré ist ein mitspielender Stürmer / Wagner Meier/Getty Images

"Es ist ganz wichtig, dass sie ihre Kreativität einsetzen, diese Freiheit haben sie. Diesen Leuchtturm vorne drin haben wir nicht, aber mit Lindström und Borré bekommen wir noch mal Speed dazu, dann wird es vielleicht eine andere Spielanlage geben müssen", erklärte Glasner die geplante Ausrichtung gegenüber dem kicker. Damit machte er durch die Blume auch klar, dass Rückkehrer Gonçalo Paciência - der diesen "Leuchtturm" verkörpern könnte, eher schlechte Karten hat.

Mit Kamada, Younes, Barkok, Lindström, Akman, Blanco und Borré verfügt die Eintracht dagegen über jede Menge Kreativspieler. Glasner will mit einer flexiblen Anordnung und mehr Kombinationsspiel für Gefahr sorgen. Einen echten Zielspieler soll es dabei nicht brauchen.

Hrustic spielt sich in neuer Rolle in den Vordergrund

Und auch hinter dem Offensivtrio setzt Glasner auf das spielerische Element. Der Australier Ajdin Hrustic ist jedenfalls einer der Gewinner der bisherigen Vorbereitung. Der 25-Jährige hat nach seiner Ankunft in Frankfurt noch nicht den Durchbruch geschafft - unter Glasner scheint er nun im zentralen Mittelfeld eingeplant zu sein.

Ajdin Hrustic erzielte bereits zwei Testspiel-Treffer
Ajdin Hrustic erzielte bereits zwei Testspiel-Treffer / KAI PFAFFENBACH/Getty Images

Aus dieser tieferen Position kann Hrustic neben seinen kämpferischen Qualitäten auch seine spielerischen Stärken gut ausspielen. "Ajdin ist wahnsinnig ehrgeizig. Es sind nicht nur die beiden Tore. Er hat zweimal hinter dem Ball sehr gut das Spiel verlagert. Hat manchmal beschleunigt, manchmal gesichert. Hat Zweikämpfe gewonnen. Das sind mehrere Aufgaben. Das Sahnehäubchen ist dann, wenn er noch Tore erzielt aus dem Rückraum", schwärmte Glasner gegenüber der Bild.

Ob es für den Australier deshalb für einen Stammplatz reicht, ist aber noch offen. Die Konkurrenz im Mittelfeld ist jedenfalls groß. Neben Hrustic bewerben sich auch Rode, Sow, Hasebe, Ilsanker und Zalazar um die beiden Plätze. "Du kannst dir nie sicher sein, aber ich mache dem Trainer die Wahl so schwierig wie möglich", erklärte Hrustic kämpferisch.

Bislang ist sein Plan perfekt aufgegangen. In dieser Form wird es für Glasner schwer werden, am Australier vorbeizukommen.

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