Borussia Mönchengladbach

Eberl-Hammer offiziell! Das sagen die Beteiligten

Jan Kupitz
Max Eberl
Max Eberl / THILO SCHMUELGEN/GettyImages
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Bei Borussia Mönchengladbach geht eine Ära zu Ende! Am Freitag bestätigte die Fohlenelf, dass Max Eberl mit sofortiger Wirkung von seinem Amt als Sportdirektor zurücktritt.


Über sechs Jahre lang als Spieler, dann drei Jahre als Nachwuchschef und zuletzt über 13 Jahre als Sportdirektor: Max Eberl ist seit über zwei Jahrzehnten mit der Gladbacher Borussia verbunden, hat mit ihr viele Höhen und Tiefen erlebt. Nach Rudi Völler und Michael Zorc war er der dritt-dienstälteste Manager der Bundesliga - doch nun ist Schluss!

Zunächst war spekuliert worden, dass der 48-Jährige dem Verein zumindest bis Saisonende erhalten bleiben könnte - doch wie am Freitag bekannt wurde, trennen sich die Wege der beiden Parteien sofort.

Das schwere Jahr 2021, das sportlich so enttäuschend für den VfL verlief und wegen der Coronapandemie auch finanziell eine unglaubliche Herkulesaufgabe darstellte, hat Eberl viel Energie gekostet. Zu viel, wie er selbst unter Tränen erklärte.

"Es ist mit einigen Abstand die schwerste Pressekonferenz die ich halten muss, in der Zeit, in der ich Sportdirektor in diesem Klub sein durfte", begann er sein Statement.

Warum er sofort zurücktreten werde, habe nichts mit den Spekulationen der letzten Stunden zu tun. "Wir haben uns lange unterhalten. Ich habe mit dem Klub sehr vertrauensvolle Gespräche gehabt, über meinen Entscheid, wie es mir geht. Was dann in 24 Stunden daraus gemacht wird, was alles gesprochen wird und was alles spekuliert wird, ist genau das, was mich tatsächlich krank macht. Das ist ein ganz simpler Grund, warum ich nicht mehr arbeiten kann. Weil ich einfach erschöpft bin. Weil ich müde bin. Weil ich keine Kraft mehr habe. Kein verletzter Stolz, keine Wut, kein Frust, keine Liebe. Rein die Person Max Eberl ist erschöpft und müde."

Eberl fuhr fort:

"Ich beende etwas, was mein Leben war. Ich beende etwas, was mir Spaß und Freude bereitet hat. Fußball war mein Leben. Viele Dinge haben nicht mehr Spaß gemacht. Der Klub hat um micht gekämpft. Ich muss für mich eine Entscheidung treffen, ich muss auf den Menschen achten. Alles, was ich hatte, habe ich auf dem Platz gelassen. Ich habe mich, wie um ein Kind gekümmert - mit aller Kraft, die ich hatte. Die Kraft habe ich nicht mehr. Es geht nicht mehr um Fußball, es geht um mich."

Gladbach-Präsident Rolf Königs erklärte nach Eberls Statement: "Es ist kein schöner Tag, ein Mist-Tag sogar." Viel besser kann man es wohl kaum ausdrücken - vor allem angesichts der mentalen Verfassung, in die sich Max Eberl durch seine langjährige Tätigkeit für die Borussia offensichtlich gebracht hat.

Königs erklärt: Eberl kam schon im Oktober auf den Klub zu

"Als uns Max Eberl im Oktober letzten Jahres angesprochen hat, waren wir erschrocken. Wir haben alles daran gesetzt, um ihn zu halten, ihn umzudrehen. Das ist uns nicht gelungen. Gestern Nachmittag um 15 Uhr kam das entscheidende Gespräch. [...] Wir sind traurig, damit haben wir nicht gerechnet", so Königs weiter.

Vize-Präsident Rainer Bonhof sprach danach: "Wir kennen uns seit 1991. Wenn dann jemand geht, der die Bausteine hier gut aufeinandergestellt hat, tut mir das weh. Ich werde die Finger drücken, damit es ihm bald besser geht. Wir werden alles versuchen, die Dinge in die richtige Richtung zu bewegen und Borussia Mönchengladbach wieder nach vorne zu bringen. Alle anderen Spekulationen werden wir nicht kommentieren."

Max Eberl übernahm im Anschluss noch einmal das Wort: "Herr Königs hat es kurz angesprochen, dass ich vor 13 Monaten meinen Vertrag verlängert habe. Damals habe ich nicht damit gerechnet, dass ich heute hier sitze und den Klub um das bitte, worum ich ihn gebittet habe. Ich habe die Auszeit genommen, weil ich mal aus dieser Mühle rausmusste. Die Mühle deswegen, weil ich ein Mensch bin, weil ich alles mit 100 Prozent tue. Das habe ich jetzt 23 Jahre getan, als Spieler getan."

"Als Sportdirektor wollte ich mehr als 100 Prozent geben, um den tollen Klub nach vorne zu bringen. Letztes Jahr habe ich gemerkt, dass diese Akribie zu viel wurde. Ich habe Menschen beleidigt, habe gegen Fans gewütet. Jede Niederlage war meine Niederlage."

"Ich habe realisiert, dass es in die falsche Richtung geht. Wenn das irgendjemand glaubt, dass ich einen Vereinswechsel habe, vergesst das bitte ganz schnell. Ich will einfach raus. Ich will mit diesem Fußball gerade nichts zu tun haben. Ich sage es ketzerisch: Ich will mit euch nichts zu tun haben. Ich will einfach mal die Welt sehen, Spaß haben. Einfach mal keine Verantwortung haben, einfach Max Eberl sein. Das will ich. Deshalb habe ich diese unfassbare schwere Entscheidung, zu einem unfassbaren ungünstigen Zeitpunkt getroffen habe. Aber zum ersten Mal im Leben denke ich an mich. Es gibt ein starkes Team, die das hier machen werde. Ich bin sehr, sehr traurig, weil ich viele tolle Personen hier zurücklassen muss, um klarzukommen."


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