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Diese Rückhol-Aktionen von Borussia Dortmund verliefen enttäuschend

Nov 25, 2020, 4:57 PM GMT+1
Einer der Rückkehrer, die nicht an ihre früheren Leistungen anknüpfen konnten: Shinji Kagawa
Einer der Rückkehrer, die nicht an ihre früheren Leistungen anknüpfen konnten: Shinji Kagawa | TF-Images/Getty Images
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Wenn sich ein Vereinswechsel als Fehler herausstellt, tritt nicht selten der Fall ein, dass ein Spieler wieder zu seinem Ex-Klub zurückkehrt. Auch Borussia Dortmund hat in der Vergangenheit den ein oder anderen verlorenen Sohn verpflichtet. Anders als aktuell bei Mats Hummels waren die folgenden vier Rückhol-Aktionen nicht von Erfolg gekrönt.

1. Nuri Sahin

Bis zur Einwechslung von Youssoufa Moukoko im Auswärtsspiel bei Hertha BSC am vergangenen Samstag war Nuri Sahin mit 16 Jahren und 355 Tagen der jüngste Spieler in der Geschichte der Bundesliga. Der gebürtige Lüdenscheider feierte am 6. August 2005 im BVB-Trikot seine Premiere im deutschen Oberhaus und entwickelte sich nach einer Leihe zu Feyenoord Rotterdam im Sommer 2007 zu einer Stammkraft.

Nach einer herausragenden Saison 2010/11, die im Gewinn der Meisterschaft mündete, wechselte Sahin für zehn Millionen Euro zu Real Madrid. Bei den Königlichen kam der defensive Mittelfeldspieler nicht zurecht, nach nur einer Saison wurde er daher an den FC Liverpool verliehen. Die Reds beendeten das Leihgeschäft aber nach nur einem halben Jahr, woraufhin Sahin im Januar 2013 wieder nach Dortmund zurückkehrte.

An seinen früheren Status des unantastbaren Drahtziehers kam er aber nicht mehr heran, an der Seite von Sebastian Kehl war Ilkay Gündogan längst gesetzt. Hinzu kamen extreme Verletzungssorgen ab der Saison 2014/15, wegen denen er bis Sommer 2018 lediglich 55 Pflichtspiele absolvieren konnte.

In seiner letzten Saison (2017/18) kam Sahin immerhin 25 Mal zum Zug, unter Lucien Favre wurde er jedoch endgültig aussortiert. Für lediglich eine Million Euro zog er zu Werder Bremen weiter, mittlerweile spielt er für den türkischen Erstligisten Antalyaspor.

2. Shinji Kagawa

Bis heute ist Shinji Kagawa das Paradebeispiel für das gute Auge des früheren BVB-Chefscouts und heutigen Sportdirektors des VfB Stuttgart, Sven Mislintat. Dieser entdeckte Kagawa einst in Japan, weshalb der offensive Mittelfeldspieler im Sommer 2010 ablösefrei von Cerezo Osaka verpflichtet wurde.

Kagawa war auf Anhieb gesetzt und hinterließ prompt in seiner ersten Saison einen bleibenden Eindruck. In 28 Spielen lieferte er 14 direkte Torbeteiligungen, der im Januar 2011 erlittene Mittelfußbruch hinderte ihn daran, die Statistiken auszubauen. In einer verletzungsfreien Saison 2011/12 blühte Kagawa dann richtig auf, mit 17 Toren und 14 Assists in 43 Partien hatte er einen extrem großen Anteil am Double.

Daraufhin wechselte er für 16 Millionen Euro zu Manchester United, doch genau wie Sahin hatte auch Kagawa bei seinem neuen Verein große Probleme damit, sich zurechtzufinden. Nach zwei Jahren holten die Dortmunder ihn für acht Millionen Euro zurück, doch abgesehen von der ersten Saison unter Thomas Tuchel (2015/16, je 13 Tore und Assists in 46 Spielen) konnte er nie an seine früheren Glanzleistungen anknüpfen. Im Sommer 2019 wurde er an Real Saragossa abgegeben, mittlerweile ist der 30-Jährige vereinslos.

3. Mario Götze

Im Jahr 2001 verpflichtete Borussia Dortmund den damals neun Jahre alten Mario Götze vom Hombrucher SV. In den darauffolgenden Jahren arbeitete sich der heutige offensive Mittelfeldspieler bis hin zu den Profis durch, für die er im Bundesliga-Heimspiel gegen Mainz 05 am 21. November 2009 erstmals auflaufen durfte.

Im Profi-Bereich angekommen, entwickelte sich Götze zu einem Juwel, das mit der Zeit als deutsches Jahrhunderttalent gefeiert werden sollte. Im Meisterjahr 2011 lieferte er wettbewerbsübergreifend neben 8 Toren 16 Vorlagen, in der Saison 2012/13 glänzte er mit herausragenden 16 Toren und 20 Vorlagen.

Im Sommer 2013 wechselte er für 37 Millionen Euro zum FC Bayern, doch nach einem guten ersten Jahr beim Rekordmeister und dem Siegtor im WM-Finale gegen Argentinien wurden die Leistungen schwächer und der Druck immer größer. 2016 holte Dortmund Götze zurück, aber er sollte sich häufig nur noch in der zweiten Garde wiederfinden.

Nach lediglich 21 Einsätzen über 609 Minuten gingen beide Parteien zum Ende der vergangenen Saison getrennte Wege, mittlerweile spielt Götze für die PSV Eindhoven.

4. Julio Cesar

Julio Cesar wechselte 1994 von Juventus Turin nach Dortmund. Der Brasilianer war nach seiner Verpflichtung eine Institution in der Innenverteidigung und feierte zwei Meisterschaften sowie den Triumph in der Champions League, doch 1998 kehrte er nach Brasilien zurück und schloss sich Botafogo an.

Nach nur wenigen Monaten kehrte Julio Cesar wieder nach Dortmund zurück, allerdings blieb er dem Verein nur bis Januar 1999 erhalten. Im Anschluss wurde er an Panathinaikos Athen abgegeben, ein halbes Jahr später wanderte er zu Werder Bremen weiter. Gelohnt hat sich die Rückkehr zum BVB also nicht.

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