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Die Tops und Flops beim HSV nach dem Stadtderby

Marcel Stummeyer
die Derby-Mannschaft in der Einzelkritik
die Derby-Mannschaft in der Einzelkritik / Martin Rose/Getty Images
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Das erste Hamburger Stadtderby der neuen Saison liegt hinter uns. Zwar muss der Hamburger Sport-Verein nach dem 2:2 Unentschieden gegen den FC St. Pauli weiter auf einen Derby-Heimsieg warten, aber auch im sechsten Spiel der Saison verließen die Rothosen den Platz mit mindestens einem Punkt und bleiben damit ungeschlagen. Einige Spieler überzeugten, einige jedoch nicht. Der folgende Artikel beleuchtet die Tops und Flops des Spiels.


Die Flops des Derbys

1. David Kinsombi

machte sich am Leibchen des Gegners zu schaffen - David Kinsombi
machte sich am Leibchen des Gegners zu schaffen - David Kinsombi / Martin Rose/Getty Images

Kam in der 70. Minute für Khaled Narey auf den Platz, fiel jedoch hauptsächlich als Textiltester auf. In nahezu jedem Zweikampf rupfte Kinsombi am Trikot seines Gegenspielers. Vielleicht, weil ihm der braun-weiß Ton des Gegners nicht gefiel? Man weiß es nicht.

Einige Aktionen hätte der sonst so robuste Mittelfeldmann definitiv eleganter lösen können - Ziehen am Trikot des Gegners wirkt leider oftmals sehr hilflos und überfordert.

Der Deutsch-Kongolese muss definitiv eine Schippe drauflegen, um zu einer Verstärkung für das Team zu werden, ansonsten droht langfristig die Rolle als Reservist.

2. Klaus Gjasula

kann es (hoffentlich) deutlich besser - Klaus Gjasula
kann es (hoffentlich) deutlich besser - Klaus Gjasula / Martin Rose/Getty Images

Puh! Beinahe hätte Klaus Gjasula den Gästen den Siegtreffer geschenkt. Kurz vor Schluss schien der Albaner den Ball sicher unter Kontrolle gehabt zu haben. Anstatt aber das Spielgerät ruhig zum eigenen Mann zu spielen, schlug der Helmträger ohne Not ein Luftloch und plumpste mit dem Hintern auf den Rasen - glücklicherweise verwertete St. Pauli den anschließenden Konter nicht.

Klar, ein Klaus Gjasula kommt eher über die Physis und war nie als Edeltechniker bekannt, diese plumpen Fehler können unter Umständen jedoch extrem gefährlich für die eigene Mannschaft werden.

Der 30-Jährige kam erst in der 87. Minute in die Partie. Nach dem Spiel muss man sagen: Zum Glück nicht früher.
Sorry, Klaus, das war leider nichts! Zum Glück bekommt man für Slap-Stick-Einlagen keine gelben Karten.


Die Tops der Partie

3. Jan Gyamerah

strahlte enorme Power aus - Jan Gyamerah
strahlte enorme Power aus - Jan Gyamerah / Martin Rose/Getty Images

Verteidiger? Dribbelkünstler? Dauerläufer? Jan Gyamerah spulte im Derby ein unglaubliches Pensum ab. Der 25-Jährige beackerte seine Seite unaufhörlich und war immer wieder an gefährlichen Offensivaktionen beteiligt.

Nach überstandener Verletzung präsentiert sich der Verteidiger zunehmend in außerordentlich guter Verfassung. Die Spielfreude Gyamerahs steckt die gesamte Mannschaft an und ist in der aktuellen Situation sehr wertvoll. Aus dem Defensivverbund ist Gyamerah nicht wegzudenken, besonders die variable Spielweise des Abwehrallrounders ist ein absoluter Gewinn für die Rothosen.

Jan Gyamerah überzeugte im Derby auf ganzer Linie - der Auftritt von "Gyambo" macht definitiv Lust auf mehr.

4. Simon Terodde

Doppelpack Nummer 4 - Simon Terodde
Doppelpack Nummer 4 - Simon Terodde / Martin Rose/Getty Images

Unglaublich, dieser Simon Terodde. Sechstes Spiel, vierter Doppelpack - "TORrodde" hat wieder zugeschlagen und sicherte seinem Team zumindest eine Punkt.

Vor dem Tor ist der 32-Jährige kaum zu verteidigen. Sobald der Mittelstürmer die Murmel in aussichtsreicher Position besitzt, wird es gefährlich für den Gegner, so auch für den St. Pauli. In der 12. Minute verwertete Terodde eine blitzsaubere Vagnoman-Flanke per Kopf zum 1:0 und in der 84. Minute egalisierte Terodde den kurzzeitigen Rückstand zum 2:2 Endstand.

Acht von 15 Saisontoren gehen auf das Konto der neuen "Nummer 9" des HSV. Simon Terodde ist die Lebensversicherung der Rothosen und eine absolute Bereicherung für das Team.


5. Weitere (weniger nennenswerte) Tops

Martin Rose/Getty Images

Im Großen und Ganzen stachen nur Simon Terodde und Jan Gyamerah leistungstechnisch positiv heraus, was jedoch nicht bedeutet, dass die restlichen HSVer schlecht waren.

- Auch Josha Vagnoman konnte mit einem tollen Assist zum zwischenzeitlichen 1:0 punkten, defensiv lieferte sich der U21-Nationalspieler jedoch den ein oder anderen Wackler.

- Jeremy Dudziak, der in der 70. Minute für frische Impulse sorgen sollte, baute mit seiner vierten Torvorlage der Saison ebenfalls seine persönliche Bestmarke aus.

- Stephan Ambrosius hatte die Aufgabe, den 2-Meter-Riesen Simon Makienok zu verteidigen - und tat dies größtenteils überzeugend. Im Luftduell trennten beide Kontrahenten auf dem Papier zwar 20 Zentimeter, Ambrosius konnte jedoch einige Duelle dennoch für sich entscheiden.
Eigentlich war es wieder ein sehr guter Auftritt des Innenverteidigers, sein Gegenspieler Makienok sammelte mit einem Tor und einer Vorlage jedoch zwei Scorerpunkte.

6. Weitere (weniger nennenswerte) Flops

Bei den "Enttäuschungen" finden sich auch Sven Ulreich und Manuel Wntzheimer wieder, die weit hinter ihren Möglichkeiten blieben. Beide als "Flop" zu bezeichnen, wäre aber absolut unfair, wenn man ihre Leistungen aus den vergangenen Wochen betrachtet.

- Wintzheimer blieb unsichtbar und musste sich mit der engen Deckung der Gäste auseinandersetzen, die kaum Raum für gute Aktionen ließ.

- Sven Ulreich musste zwei Mal hinter sich greifen, war allerdings zumindest beim 1:1 machtlos. Das 2:1 durch Makienok hätte der Keeper des HSV beinahe noch verhindert. In den restlichen Minuten war "Ulle" zumindest immer präsent und ballsicher.

Und zu guter Letzt gibt es noch diese Beobachtung von HSV-Coach Daniel Thioune zur gestrigen Partie:

"Ich finde, dass sich die Mannschaft entwickelt, dass sie Nehmerqualitäten hat. Dafür hat sie sich am Ende auch belohnt. Wenn man dann zurückkommt, geht der Daumen heute hoch, auch wenn wir das Spiel mit aller Macht gewinnen wollten."

Daniel Thioune, Mopo
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