Die Müller-Debatte beim FC Bayern: Was macht Tuchel im Meister-Endspurt?

Bleibt Thomas Müller jetzt in der Startelf?
Bleibt Thomas Müller jetzt in der Startelf? / Alexander Hassenstein/GettyImages
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Im Meisterendspurt setzte Thomas Tuchel am vergangenen Wochenende wieder auf Thomas Müller. Ob das auch gegen Leipzig und Köln der Fall ist, könnte eine Frage des Systems sein.

Mit einer 6:0-Gala gegen Schalke hat der FC Bayern den nächsten Schritt in Richtung elfte Deutsche Meisterschaft in Serie gemacht. Zwei weitere müssen noch gegangen werden: Kommenden Samstag im Heimspiel gegen RB Leipzig und eine Woche später in Köln.

Gegen die Knappen durfte Thomas Müller mal wieder von Beginn an ran - und wusste zu überzeugen. Um die bayrische Identifikationsfigur wurde in den Tagen und Wochen zuvor viel diskutiert. Unter Trainer Thomas Tuchel fand sich der "Raumdeuter" häufig nur auf der Bank wieder. Gerüchte um einen möglichen Abschiedswunsch wurden allerdings von allen Seiten dementiert.

Dennoch ist das Thema längst noch nicht geschlossen. FCB-Präsident Herbert Hainer legte öffentlich nach und empfahl Tuchel mehr als nur durch die Blume, Müller von Beginn an spielen zu lassen. "Unverzichtbar" sei der 33-Jährige, so Hainer.

Bleibt Müller in der Startelf? Eine System- und Personalfrage

Sehr gut möglich also, dass Tuchel diesem Ratschlag folgt. Sollte er sich für Müller in der Startelf entscheiden, muss es (mindestens) einen anderen "Verlierer" im Meisterendspurt treffen.

Gegen Schalke war das neben Ryan Gravenberch vor allem Leon Goretzka. Der übliche Kimmich-Partner im zentralen Mittelfeld hatte in Bremen Gelb-gesperrt gefehlt, fand sich gegen S04 aber nur auf der Bank wieder. Selbiges galt für Gravenberch, der in Bremen einen guten Eindruck hinterlassen hatte. Stattdessen wählte Tuchel eine offensivere Formation mit Kimmich als alleinigem Sechser. Davor liefen Müller und Musiala gemeinsam auf.

"Es war der nächste Schritt in die richtige Richtung, verschüttetes Selbstvertrauen kommt zurück", lobte Tuchel nach dem 6:0 die Leistung seiner Mannschaft (via Sky). Und auch mit dem 4-1-4-1-System zeigte sich Tuchel sehr zufrieden: "Wir haben schneller und flüssiger kombiniert, dabei nie die Grundordnung verloren, um uns gegen Konter abzusichern. Da waren wir sehr aufmerksam."

Nur Platz für Müller im 4-1-4-1?

Die große Frage lautet nun, ob Tuchel gegen Leipzig beim neuen System bleibt. Anders als Schalke wird sich RBL vermutlich nicht allein auf die Defensive beschränken. Ein zweiter Sechser könnte mehr Absicherung bringen. Goretzka allerdings hatte sich in den Spielen zuvor nicht unbedingt aufgedrängt. Der 28-Jährige scheint in einem Formtief zu stecken.

Neben Gravenberch könnte Tuchel aber auch Musiala etwas defensiver neben Kimmich aufstellen. Unter Nagelsmann hatte er diese Rolle bereits inne, entspricht aber nicht unbedingt seinen Stärken. Wenig wahrscheinlich ist, dass Tuchel auf den Youngster in der Startelf verzichtet und Müller als Zehner vor Kimmich und Goretzka bringt.

Mit seinen Toren hat sich Serge Gnabry zudem als nominelle Sturmspitze festgespielt. Sané, Coman und auch Mané sind die ersten Kandidaten auf dem Flügel. "Es geht nächste Woche wieder bei 0:0 los, daher besteht kein Grund, komplett euphorisch zu werden und an irgendwelche Vorentscheidungen zu denken. Die Kunst ist jetzt fokussiert und im Tunnel zu bleiben", meinte Tuchel.

Bei der Müller-Frage läuft es darauf hinaus, ob Tuchel seiner Mannschaft auch gegen Leipzig zutraut, im 4-1-4-1 zu agieren. Die meisten Bayern-Fans dürften das begrüßen.


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