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VfL Wolfsburg

Die Itter-Zwillinge: Was ist mit den einstigen Top-Talenten des VfL Wolfsburg passiert?

Florian Bajus
Gian-Luca Itter (Foto) wartet im Profifußball auf sein Glück - genau wie Zwillingsbruder Davide-Jerome
Gian-Luca Itter (Foto) wartet im Profifußball auf sein Glück - genau wie Zwillingsbruder Davide-Jerome / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images
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Die Zwillingsbrüder Gian-Luca und Davide-Jerome Itter galten einst als große Nachwuchstalente des VfL Wolfsburg. Doch auch wegen Verletzungen ist beiden der Durchbruch im Profi-Bereich noch nicht gelungen.

Heutzutage sind Fußballer besonders am Beginn ihrer Karriere begehrt - das galt einst auch für Gian-Luca und Davide-Jerome Itter. Beide lernten das Fußballspielen beim FC Cleeberg, gemeinsam wechselten sie 2011 zu Eintracht Frankfurt und 2015 zum VfL Wolfsburg, der die Zwillinge im Januar 2017 mit Profi-Verträgen ausstattete.

"Wir haben hier die besten Bedingungen, um uns weiterzuentwickeln und unsere Profi-Laufbahn zu starten", sagte Gian-Luca, der 2016 mit der Fritz-Walter-Medaille in Gold ausgezeichnet wurde, nach der Vertragsverlängerung - doch daraus wurde nichts, auch wenn der Linksverteidiger immerhin sieben Profi-Einsätze erhielt; sein Bruder durfte kein einziges Mal in der Bundesliga für die Wölfe auflaufen.

Im Sommer 2019 sind die Zwillinge erstmals getrennte Wege gegangen. Während Davide in Wolfsburg geblieben ist und auch noch immer für die zweite Mannschaft aufläuft, zog es Gian-Luca zum SC Freiburg, der ihn für 2,5 Millionen Euro verpflichtete. Allerdings verletzten sich beide während der Vorbereitung: Davide erlitt einen Außenbandriss im Sprunggelenk, nach seiner Genesung riss das Band erneut. Gian-Luca wurde derweil von einem Knochenödem zurückgeworfen und im September in die zweite Mannschaft der Breisgauer abgeschoben, ehe er im November in der Bundesliga auf der Bank Platz nahm und beim 3:1-Sieg über Union Berlin am 25. Spieltag sein Debüt feiern durfte.

Im idyllischen Freiburg haben sich in den vergangenen Jahren zahlreiche Talente entwickelt und den nächsten Sprung gewagt, darunter Luca Waldschmidt. Er und Gian-Luca kennen sich noch aus dem Nachwuchsbereich der Frankfurter Eintracht, verbrachten beim Sport-Club ein gemeinsames Jahr; im Sommer 2020 wechselte Waldschmidt allerdings für 15 Millionen Euro zum portugiesischen Spitzenklub Benfica.

Wie geht es für die Zwillinge weiter?

Itter kommt dagegen auch in dieser Spielzeit nicht in Tritt, konnte keinen Einsatz für den SCF verzeichnen. Von September bis November pendelte er zwischen der Ersatzbank und der zweiten Mannschaft, bis ihn eine Muskelverletzung wieder aus der Bahn warf. Im Januar wurde er an Greuther Fürth verliehen, bei den Kleeblättern kurierte er seine Verletzung aus, rückte im Februar erstmals ins Aufgebot und durfte bei der 0:2-Niederlage im DFB-Pokal-Achtelfinale gegen Werder Bremen seine Premiere feiern.

Die Leihe ist bis Saisonende datiert, danach geht es zurück in den Schwarzwald. Was dann passiert, ist ebenso unklar wie die Zukunft von Davide. Sein Vertrag läuft im Sommer aus, unter Beweis kann er seine Qualitäten jedoch nicht stellen, weil der Spielbetrieb in der Regionalliga aufgrund der Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie eingestellt wurde. Zuvor absolvierte er sieben Partien, in denen er sechs Torvorlagen lieferte.

Mit 22 Jahren steht das Duo noch am Beginn der Karriere. Ob und wann der Durchbruch erfolgt, lässt sich jedoch nicht prognostizieren. Der bisherige Werdegang klang vielversprechend, sollte sich aber nicht auszahlen. Im Sommer könnten wegweisende Entscheidungen bevorstehen.

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