DFB-Team

Nach dem Nations-League-Start: Die Verlierer im DFB-Team

Martin Bytomski
Gehören zu den Verlieren nach den beiden Nations-League-Partien: Leroy Sané (l) und Leon Goretzka
Gehören zu den Verlieren nach den beiden Nations-League-Partien: Leroy Sané (l) und Leon Goretzka / Markus Gilliar/GettyImages
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Zunächst Italien, dann England: Das Gegner-Duo zum Auftakt der Nations League für die deutsche Nationalmannschaft hatte es in sich. Die beiden Duelle galten als hervorragende Standortbestimmung für die Mannschaft von DFB-Trainer Hansi Flick mit Blick auf die Winter-WM in Katar. Wer hat sich bewährt? Wer konnte bei Flick punkten? Das sind die Verlierer der ersten beiden Duelle:



Benjamin Henrichs

Es wirkte so, als sei Benjamin Henrichs nie so richtig auf dem eigentlich benötigten internationalen Spitzenniveau angekommen. Dabei spielt der Leipziger nicht einmal unauffällig schlecht und löst seine Aufgaben in der Regel zufriedenstellend. Doch das genügt auf internationalem Parkett nicht. Zu häufig taucht er ab, zu selten bereichert er über die rechte Seite das deutsche Angriffsspiel, zu viele Pässe sind auf Sicherheit bedacht. Auch bei RB kam Henrichs in der jüngst beendeten Saison unter Tedesco deutlich häufiger zum Zug, am Ende aber zu gerade einmal zwölf Startelfeinsätzen in der Bundesliga und keinem einzigen in der Champions League.

Somit dürfte Thilo Kehrer und auch Lukas Klostermann, der gegen England ordentlich spielte, die besseren Karten auf der rechten Außenverteidiger-Position besitzen. Mit Jonas Hofmann gäbe es zudem noch eine offensivere Option.

Leon Goretzka

Goretzka und Kimmich: Die zentralen Positionen im DFB-Mittelfeld schienen fest mit dem Bayern-Block besetzt zu sein. Kimmich als Gestalter, Goretzka mit der Wucht - das Duo ergänzte sich häufig hervorragend und ist dazu perfekt eingespielt. Doch aktuell mangelt es Goretzka an Einfluss auf das Spiel der Nationalmannschaft. Möglicherweise noch eine Folge seiner monatelangen Hüftverletzung - aktuell jedenfalls ist der 27-Jährige nicht in der herausragenden Form früherer Tage. So hatte er zusammen mit Kimmich in Italien nicht den gewohnten Zugriff auf die Partie. Gegen England blieb ihm bis auf einen Kurzeinsatz nur die Zuschauerrolle.

Doch bei der Klasse von Goretzka dürfte er im Duell gegen Ilkay Gündogan um die Position neben Kimmich mit Blick auf die WM noch leicht die Nase vorn haben.

Leroy Sané

Leroy Sané brauche das Vertrauen, gab Flick vor dem Spielbeginn gegen England am ZDF-Mikrofon zu Protokoll - und ließ ihn bis zur 83. Minute auf der Bank schmoren. Das zeigt: Auch die flicksche Geduld ist endlich. Wie zum Beweis spielte Sané nach seiner Einwechslung eine großartige Kontermöglichkeit in Überzahl furchtbar schlampig aus. Gegen Italien, da noch in der Startelf, war sein Spiel mal wieder ein großes Missverständnis. Der hochveranlagte Angreifer wirkt verunsichert und desillusioniert. Aktuell ist Sané kein Kandidat für die Startelf - allem Vertrauen zum Trotz.

Immerhin sein WM-Ticket wird Sané nicht fürchten müssen, dafür ist die Hoffnung auf eine signifikante Formsteigerung zu groß. Doch aktuell ist die nicht einmal ein Hoffnungsschimmer am Horizont und Sané deshalb ein Verlierer nach den ersten beiden Nations-League-Spielen.

Timo Werner

Im Gegensatz zu Sané ist bei Timo Werner bei aller Kritik keine Resignation zu spüren. Er haut sich stets rein, geht weite und tiefe Wege und hilft somit seiner Mannschaft - auch wenn seine Kaltschnäuzigkeit nicht zur Spitzenklasse gehört. Doch genau das ist das Problem seiner Position: Werner muss Tore liefern und das gelingt ihm in einem nicht ausreichenden Ausmaß. Und bei aller Anerkennung seiner vielen Läufe: Im Gesamtpaket ist ihm Mannschaftskollege Havertz aktuell klar überlegen. Es wäre ratsam, sich im Sommer einen neuen Verein zu suchen und einen Neustart als Stammspieler zu starten. Denn der Blondschopf benötigt das Vertrauen in seine durchaus vorhandenen Fähigkeiten.

Und dennoch: Das Katar-Ticket ist angesichts der mangelnden Konkurrenz im Angriffszentrum nicht in Gefahr.


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