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DFB-Team mit Licht und Schatten gegen England: Die Einzelkritik

Dominik Hager
Das DFB-Team hat gegen England ein 3:3-Unentschieden erzielt
Das DFB-Team hat gegen England ein 3:3-Unentschieden erzielt / Julian Finney/GettyImages
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Das DFB-Team hat nach der Niederlage gegen Ungarn zumindest ein 3:3-Unentschieden gegen England erzielt. Nach einer mühevollen ersten Halbzeit sorgten Gündogan per Elfmeter und Havertz per Traumtor für die zwischenzeitliche 2:0-Führung. Diese verspielte das Team jedoch und sah sich binnen kurzer Zeit einem 2:3-Rückstand entgegen. Immerhin konnte Havertz einen Pope-Patzer nutzen und glich kurz vor Schluss aus. Wir werfen einen Blick auf die Einzelkritik der DFB-Kicker.

1. Marc-André ter Stegen

Der Neuer-Vertreter wurde zum ersten Mal in der 25. Minute gefordert und rettete hervorragend gegen den freistehenden Sterling. Ter Stegen strahlte eine große Ruhe aus und entschärfte die wenigen Abschlüsse zunächst problemlos. Dann schlugen die Three Lions jedoch gleich doppelt zu, wobei der Barca-Keeper keine großen Abwehrchancen hatte. Das Elfmeter-Tor von Kane zur englischen Führung war für ter Stegen nicht haltbar. Kurz vor dem Ende hielt er das Remis mit einer tollen Parade gegen Saka fest.

Bewertung: 9/10


2. Thilo Kehrer

Kehrer machte es im ersten Durchgang sehr ordentlich. Defensiv setzte er gute Tacklings und auf dem Weg nach vorne hätte er mit etwas Glück einen Elfmeter bekommen können. Recht viel mehr konnte der Rechtsverteidiger im Anschluss jedoch nicht mehr zeigen. Beim 1:2 versuchte Kehrer in der Strafraummitte an den Ball zu kommen, ließ dadurch jedoch den Torschützen Luke Shaw frei. In der englischen Drangphase sah er häufig nur die Rücklichter seiner Gegenspieler. Eine wirkliche Lösung für hinten rechts ist Kehrer nicht.

Bewertung: 4/10

3. Niklas Süle

Niklas Süle machte in Großem und Ganzen eine solide Partie. Bis zur 70. Minute leistete sich der Dortmunder keine Fehler und gab sogar einen recht gefährlichen Schuss in der Offensive ab. Beim 1:2 konnte Süle nur knapp hinter der Linie klären, war am Gegentreffer im Grunde aber unschuldig. Beim 2:2 von Mount kam der Innenverteidiger dann jedoch zu spät in den Zweikampf und kann nicht von jeglicher Schuld freigesprochen werden. In Summe dennoch der solidere Innenverteidiger.

Bewertung: 5/10

4. Nico Schlotterbeck

Nico Schlotterbeck ließ sich in der 25. Minute von Sterling vernaschen, der jedoch an ter Stegen scheiterte. Nach einer wackligen Anfangsphase kam Schlotterbeck zunächst besser in die Partie und gewann zahlreiche Zweikämpfe. Der Dortmunder hatte dann jedoch kleinere Aktien am englischen Ausgleichstreffer und verursachte im Anschluss unnötigerweise einen Elfmeter, der zur englischen Führung führte. Solche Aktionen hat Schlotterbeck leider immer wieder mal drin.

Bewertung: 3/10

5. David Raum

David Raum hatte Mühe ins Spiel zu finden, landete jedoch das ein oder andere Tackling und gewann etwas an Selbstvertrauen. Auf dem Weg nach vorne wählte der Leipziger kluge Wege, allerdings wollte ihm der letzte Pass nicht so recht gelingen. Im zweiten Abschnitt kam von Raum offensiv wenig, dafür hatte er defensiv einiges zu tun. Dabei sah der Linksverteidiger nicht immer gut aus, wurde auf seiner Seite aber auch häufig allein gelassen. Vor allem im Passspiel muss Raum zudem noch zulegen.

Bewertung: 4/10

6. Joshua Kimmich

Der Bayern-Star spielte unaufgeregt und in den meisten Aktionen auch fehlerlos. Seine Passquote von 90 Prozent beweist das, jedoch hätte er ein wenig öfter das Risiko wählen können. Kurz vor der Pause fasste er sich dann mal ein Herz und setzte einen Distanzschuss nur knapp daneben. In der Defensive agierte er disziplinierter als zuletzt, ging in den Zweikämpfen allerdings zu häufig als zweiter Sieger hervor. Insgesamt ein ordentlicher Auftritt.

Bewertung: 6/10

7. Ilkay Gündogan

Der Man-City-Star brauchte ein wenig, um ins Spiel zu kommen, gab in der 20. Minute jedoch den ersten Schuss in Richtung England-Tor ab. Gündogan fand spielerisch immer wieder gute Lösungen und traute sich auch den ein oder anderen Pass in die Spitze zu. Nervenstark zeigte er sich zudem beim Elfmeter, den er souverän zum zwischenzeitlichen 1:0 verwandelte. In den Zweikämpfen konnte der Routinier gegen Bellingham und Co jedoch kaum einen Stich setzen. Immerhin war er der Einzige, der kurz vor dem Schluss Saka bei seiner Großchance noch ein wenig behindern konnte.

Bewertung: 7/10

8. Jonas Hofmann

Jonas Hofmann durfte heute in einer etwas offensiveren Rolle ran, war jedoch überhaupt kein Faktor für das Spiel. Hofmann war an keiner wesentlichen Torchance beteiligt und konnte keinerlei Pluspunkte sammeln. Große Fehler machte er zwar nicht, jedoch musste er zu Recht nach Durchgang eins vom Feld.

Bewertung: 3/10

9. Jamal Musiala

Der Youngster gehörte in der Anfangsphase zu den aktivsten Deutschen. Stark war mehrmals sein Pressing gegen Pope, aus dem auch die erste Chance von Gündogan entstand. Zwar nahm sich Musiala im Anschluss etwas zurück, drehte dafür jedoch in der zweiten Halbzeit auf. In der 52. Minute eroberte er den Ball nach einem Maguire-Patzer und holte gegen den Man-United-Verteidiger einen Elfmeter raus, den Gündogan verwandelte. Zehn Minuten später leitete Musiala nach herrlichem Dribbling und Zuspiel eine Großchance von Werner ein. Letztlich war er durch seine Balleroberung gegen Maguire auch der Ausgangspunkt zum 2:0. Starker Auftritt!

Bewertung: 9/10

10. Leroy Sané

Leroy Sané fand wie sein Pendant auf rechts, Jonas Hofmann, kaum statt. Der Bayern-Star traute sich nicht in Dribblings und gab auch keine Abschlüsse ab. Seine beste Szene hatte der 26-Jährige in der 60. Minute, als er den Abschluss von Niklas Süle vorbereitete. Ansonsten war das deutlich zu wenig von Sané, da hilft auch eine Passquote von 95,5 Prozent nichts.

Bewertung: 3/10

11. Kai Havertz

Der Chelsea-Star konnte eine Stunde lang praktisch keinen Stich setzen und verlor auffällig viele Zweikämpfe. Zwar legte er eine ganz gute Passsicherheit an den Tag, wurde jedoch überhaupt nicht gefährlich. Das änderte sich mit einem Schlag in der 67. Minute, als er mit einem Traumtor aus der Distanz das 2:0 markierte. Kurz vor dem Schluss rettete der 23-Jährige zumindest das Unentschieden, indem er nach einem Pope-Patzer per Abstauber traf.

Bewertung: 9/10

12. Timo Werner (ab 46.)

Timo Werner ersetzte zur Halbzeit Jonas Hofmann und sorgte für Schwung und Gefahr. Lediglich die Chancenverwertung bleibt das ganz große Problem des Angreifers. In der 59. Minute lief er eigentlich frei auf Pickford zu, wählte aber einen völlig desaströsen Querpass anstatt abzuschließen. Wenige Minuten später kam er nach Musiala-Pass zwar zum Abschluss, verfehlte das Tor jedoch aus bester Position erneut. Dafür zeigte er eine starke Übersicht vor dem 2:0 von Havertz, das er mit einem guten Pass vorbereitete. Im Anschluss war von Werner nichts mehr zu sehen.

Bewertung: 5/10

13. Serge Gnabry (ab 68.)

Der Bayern-Spieler fand zunächst überhaupt nicht ins Spiel. Schwach war zudem, wie er beim Anschlusstreffer der Engländer nur Begleitschutz lieferte, anstatt einzugreifen. Wie so oft rettete er seine Leistung nur durch eine Torbeteiligung. Immerhin war es sein Schuss, der zum Abstauber-Tor von Havertz sorgte, selbst wenn dieser eigentlich zu mittig auf das englische Tor kam.

Bewertung: 5/10

14. Robin Gosens (ab 68.)

Als Gosens ins Spiel kam, nahm das Unglück seinen Lauf. Jedenfalls schlugen die Engländer im Anschluss gleich dreimal zu. Dem Inter-Verteidiger ist jedoch bei den Gegentreffern kein großer Vorwurf zu machen. Nach vorne blieb der Linksfuß unauffällig, verzeichnete aber immerhin eine 100-Prozent-Passquote.

Bewertung: 4/10

15. Thomas Müller (ab 79.)

Müller kam nur zu einem relativ kurzen Einsatz. Der Raumdeuter machte seinen Job ordentlich und bereitete zwei deutsche Torschüsse vor. Mehr war in der kurzen Zeit nicht zu machen.

Ohne Bewertung

16. Armel Bella-Kotchap

Der junge Innenverteidiger kam in der Nachspielzeit für Havertz und gab sein Debüt für die A-Nationalmannschaft. In Aktion trat er nicht mehr.

Ohne Bewertung

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