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DFB-Pokal: Diese Favoriten könnten in Runde 1 stolpern

Stefan Janssen
Rot-Weiss Essen bejubelt den Siegtreffer in der 1. DFB-Pokalrunde 2020 gegen Arminia Bielefeld.
Rot-Weiss Essen bejubelt den Siegtreffer in der 1. DFB-Pokalrunde 2020 gegen Arminia Bielefeld. / Thomas F. Starke/Getty Images
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Am kommenden Freitag startet der DFB-Pokal 2021/22 und wir werden an diesem Wochenende wieder einmal Favoriten sehen, die gegen die Kleinen stolpern. So wie Bundesligist Arminia Bielefeld im vergangenen Jahr bei Regionalligist Rot-Weiss Essen, der FC St. Pauli in Elversberg oder Hertha BSC in einem Torfestival bei Eintracht Braunschweig. Wen wird es in diesem Jahr erwischen? Diese Spiele haben das Potenzial für Überraschungen:

1. TSV 1860 München - SV Darmstadt 98

Karlsruher SC v SV Darmstadt 98 - Second Bundesliga
Der SV Darmstadt bei der Niederlage in Karlsruhe. / Jörg Halisch/Getty Images

Viel liegt nicht zwischen dem Drittligisten aus Giesing und dem SV Darmstadt aus der 2. Bundesliga, schließlich wären die Löwen kürzlich beinahe wieder aufgestiegen. Von einem Duell "David gegen Goliath" kann hier deshalb sicher nicht gesprochen werden. Trotzdem ist Darmstadt eben in einer höheren Liga und muss den Anspruch haben, weiterzukommen. Die Lilien mussten aber im Sommer die Abgänge des Trainers und mehrerer Stammspieler verkraften, allen voran Torjäger Serdar Dursun. Dazu haben sie gerade erhebliche Corona-Probleme und deshalb die ersten beiden Spiele in der zweiten Liga 0:2 und 0:3 verloren. Die Löwen starteten in der 3. Liga dagegen mit einem Sieg und einem Unentschieden. Gegen dezimierte Darmstädter könnte was gehen.

2. Weiche Flensburg - Holstein Kiel

Holstein Kiel v FC Schalke 04 - Second Bundesliga
Holstein Kiel erlebte einen schlechten Start in die 2. Bundesliga. / Selim Sudheimer/Getty Images

Einmal hat Weiche Flensburg erst am DFB-Pokal teilgenommen und auch 2018 gab es ein Nordduell. Gegen Werder Bremen hieß es am Ende aber 1:5. Wie soll sich das gegen Kiel ändern? Der Zweitligist zog vergangene Saison bis ins Halbfinale ein und klopfte wieder mal an der Tür zur Bundesliga. Doch das neuerliche Scheitern hat für einen kleinen Umbruch gesorgt, die Störche müssen sich erst wieder finden und starteten mit zwei 0:3-Pleiten in die 2. Bundesliga. Gegen Flensburg könnte es nun ein wichtiges Erfolgserlebnis geben - oder einen Stolperer.

3. VfL Osnabrück - SV Werder Bremen

Niklas Schmidt
Niklas Schmidt. / Cathrin Mueller/Getty Images

Schlecht war der Bremer Start in die 2. Bundesliga sicherlich nicht, mit vier Punkten gegen die starken Gegner aus Hannover und Düsseldorf kann man zufrieden sein. Doch bestimmen aktuell ganz andere Themen den Alltag, denn der Kader ist weiterhin noch lange nicht fertig, kaum einer weiß so recht, ob er denn nun bleibt oder geht - das lenkt ab. Zudem liegt der Fokus sicherlich nicht auf dem DFB-Pokal sondern auf dem Wiederaufstieg. Die Chance für den VfL Osnabrück?

4. SSV Ulm - 1. FC Nürnberg

Robert Klauss
Robert Klauß. / Sebastian Widmann/Getty Images

In zwei der vergangenen drei Jahre erreichte der SSV Ulm jeweils die zweite Runde und warf dabei Erzgebirge Aue und 2018 sogar den amtierenden Pokalsieger Eintracht Frankfurt raus. Überraschungen kann der Regionalligist. Und Nürnberg? Seit zehn Jahren kam der Club nicht mehr über das Achtelfinale hinaus, Niederlagen gegen unterklassige Gegner gab es auch immer wieder. Ein Selbstläufer wird das nicht.

5. Eintracht Braunschweig - Hamburger SV

Robert Glatzel, Sebastian Schonlau
Kann der HSV in Braunschweig gewinnen? / Stuart Franklin/Getty Images

Mit 1:4 gingen die Hamburger in der vergangenen Saison beim Zweitliga-Absteiger Dynamo Dresden baden. Jetzt steht in der ersten Runde mit Eintracht Braunschweig das gleiche Kaliber auf dem Programm. Die Leistungen in den jeweiligen Ligen sprechen zwar nicht gerade dafür, dass Braunschweig hier eine Überraschung gelingt, aber dass die Eintracht Pokal kann, hat sie vor einem Jahr bewiesen: In einem spektakulären Spiel wurde Hertha BSC in Runde eins mit 5:4 besiegt. Nach 90 Minuten. Wenn Braunschweig diesen Geist vor seinen eigenen Zuschauern nochmal beschwören kann, ist was möglich. Und man würde sich mit den Fans versöhnen, die nach dem 0:4 gegen Aufsteiger Viktoria Berlin schon auf die Barrikaden gingen.

6. 1. FC Kaiserslautern - Borussia Mönchengladbach

1. FC Kaiserslautern v SpVgg Unterhaching - 3. Liga
Der Betzenberg in Kaiserslautern. / Christian Kaspar-Bartke/Getty Images

Montagabend, Flutlicht, 20.000 Zuschauer: Der Betzenberg könnte gegen Borussia Mönchengladbach endlich einmal wieder brennen wie zu seinen besten Zeiten. Der 1. FC Kaiserslautern ist natürlich klarer Außenseiter, für die Fohlen aber dennoch ein sehr unangenehmes Los. Die haben nämlich einige Verletzungsprobleme, dazu sind die zahlreichen EM-Fahrer erst seit kurzem im Training und haben, wenn überhaupt, gerade mal ein Testspiel in den Beinen. Zudem schwirren Transfergerüchte ohne Ende rund um den Borussia-Park. Das könnte ein ganz heißer Tanz werden.

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