Deutschland erkämpft 1:1 gegen Spanien: Die Einzelkritik der DFB-Elf

Dominik Hager
Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages
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Das DFB-Team hat nach einer starken Leistung ein 1:1 gegen Spanien erkämpft. Die beiden Top-Teams begegneten sich auf Augenhöhe, ehe Morata einen Stellungsfehler von Süle ausnutzte. Die Deutschen legten jedoch eine Schippe drauf und kamen insbesondere nach der Einwechslung durch Sané und Füllkrug zu Chancen. Nachdem Musiala eine Großchance zu eigensinnig vergab, sorgte Füllkrug mit seinem Ausgleichstreffer für den ersehnten Befreiungsschlag. Wir bewerten das DFB-Team in der Einzelkritik.


1. Manuel Neuer

Der Kapitän wurde erstmals in der achten Minute geprüft, als er einen fulminanten Olmo-Schuss mit etwas Glück an die Latte lenken konnte. Nach knapp einer halben Stunde unterlief ihm ein ziemlich mieser Pass-Fehler, den Raum jedoch ausbügeln konnte. Beim zwischenzeitlichen 0:1 von Morata traft Neuer keine Schuld. Ansonsten blieb er in Durchgang zwei abgesehen von einem Olmo-Distanzschuss beschäftigungslos.

Bewertung: 6/10

2. Thilo Kehrer

Kehrer begann stark und setzte seinen Körper auf der rechten Abwehrseite gut ein. Mit fortlaufender Spielzeit leistete er sich jedoch Fehler im Timing und kam nicht mehr so gut in die Zweikämpfe. Dabei holte er sich in einer Szene auch eine gelbe Karte ab, die ihn unentschlossener agieren ließ. Mitte der zweiten Halbzeit wurde ein leicht wackelnder Kehrer, der auch die Flanke zum 0:1 zuließ, durch Klostermann ersetzt.

Bewertung: 4/10

3. Antonio Rüdiger

Antonio Rüdiger war der Fels in der Brandung und zeigte sich sowohl im Stellungsspiel, als auch in den direkten Zweikampfduellen fehlerlos. Kurz vor der Pause netzte er nach Kimmich-Freistoß per Kopf ein, stand dabei jedoch knapp im Abseits. Rüdiger blieb jedoch gefährlich bei Standards und prüfte Unai Simón aus spitzem Winkel. Zudem brachte er eine gesunde Härte ins Spiel, die der Mannschaft einfach gut tut.

Bewertung: 9/10

4. Niklas Süle

Niklas Süle zeigte über weite Strecken ein starkes Spiel und gewann die wichtigen Duelle überwiegend. Das zwischenzeitliche 0:1 durch Morata ging jedoch klar auf seine Kappe, da er in einer solchen Szene einfach vor dem gegnerischen Stürmer stehen muss. Gerade in solch ausgeglichenen Duellen, kann ein solcher Fehler auch zur Niederlage führen.

Bewertung: 5/10

5. David Raum

David Raum verzeichnete einige Ballgewinne und zeigte sich auch im Passspiel sicher. Raum machte in der Defensive kaum nennenswerte Fehler, was gegen Spanien keinesfalls selbstverständlich ist. Auch dem Druck im Gegenpressing hielt er Stand. Da sei es ihm verziehen, dass seine wenigen Flanken in der Offensive keinen Abnehmer fanden. An der Strafraumbesetzung mangelte es eben auch.

Bewertung: 7/10

6. Joshua Kimmich

Joshua Kimmich wirkte in der ersten Halbzeit ziemlich unauffällig und schaffte es nicht wirklich, das Spiel an sich zu reißen. Dafür kamen seine Standards gefährlich. Zunächst bereitete er den Abseits-Treffer durch Rüdiger vor, wenig später fans er den Real-Verteidiger erneut mit einem ruhenden Ball. In der zweiten Halbzeit kamen seine Standards zwar nicht mehr, dafür wurde er aus dem Spiel hier und da gefährlich. Besonders erwähnenswert ist seine Großchance in der 55. Minute, die Unai Simón stark entschärfte. In den gesamten 90 Minuten spielte Kimmich jedoch nur 29 Pässe. Sehr, sehr wenig für seine Verhältnisse.

Bewertung: 6/10

7. Leon Goretzka

Leon Goretzka brachte wichtige Physis ins deutsche Mittelfeld und präsentierte sich zweikampfstark. In der zehnten Minute setzte er zu einem gefährlichen Offensivlauf an, bediente dann jedoch Gnabry, der leicht im Abseits stand. Im Anschluss trat er offensiv kaum in Erscheinung, machte aber einen unheimlich wichtigen Job in der Defensive. Wiederholte Male waren seine Sprints entscheidend, dass die Spanier nicht gefährlich vor das deutsche Tor kamen.

Bewertung: 8/10

8. Jamal Musiala

Jamal Musiala konnte zu einigen schönen Dribblings ansetzen, jedoch mangelte es ihm an Anspielpartnern in der Spitze. Demnach konnte er maximal Standards rausholen. Dies wurde wesentlich besser, als Leroy Sané in die Partie kam, mit dem er gut zusammenspielte. In der 72. Minute legte er nach einem starken Solo gefährlich für Füllkrug in die Mitte. Kurz darauf hätte er den Ausgleichstreffer vorbereiten müssen, wählte aber frei vor dem Tor den Schuss, mit dem er am spanischen Schlussmann scheiterte. Eine fatale Fehlentscheidung, jedoch machte er diese zumindest zum Teil wieder gut, indem er den Füllkrug-Treffer in die Wege leitete.

Bewertung: 7/10

9. Ilkay Gündogan

Gündogan verzeichnete fußballerisch meist gute Lösungen, fand jedoch nie so wirklich ins Spiel. Insbesondere in die Zweikämpfe kam der Mittelfeldspieler zu selten und war meist einen Schritt zu langsam. In der 55. Minute bereitete die Chance von Kimmich vor, ansonsten blieb der Manchester-City-Star ein wenig zu blass.

Bewertung: 5/10

10. Serge Gnabry

Serge Gnabry hatte in Durchgang eins nicht viele Aktionen, wurde aber dennoch gelegentlich gefährlich. Unter anderem hatte er die erste gute deutsche Abschluss-Chance, bei der er jedoch leicht im Abseits stehend aus spitzem Winkel an Unai Simón scheiterte. In der 25. Minute visierte der Münchner aus 16 Metern das lange Eck an, verfehlte den langen Pfosten aber. Im zweiten Durchgang traf Gnabry meist die falsche Entscheidung und leistete sich viele Fehlpässe. Stark war dagegen, wie er unermüdlich nach hinten mitarbeitete.

Bewertung: 5/10

11. Thomas Müller

Müller arbeitete in der Spitze viel und zeigte sich in seinen wenigen Aktionen einigermaßen ballsicher. Tatsächlich war der Routinier jedoch fast in Gänze vom Spiel abgeschnitten. Lediglich 18 Ballkontakte verzeichnete er in 70 Minuten und war an keinem Schuss beteiligt. Seine fünf Zweikämpfe verlor er allesamt.

Bewertung: 3/10

12. Lukas Klostermann (ab 70.)

Lukas Klostermann ersetzte den rot-gefährdeten Kehrer und machte seine Sache gut. Der Leipziger positionierte sich geschickt und brachte seine Pässe an den Mann.

Bewertung: 7/10

13. Leroy Sané (ab 70.)

Leroy Sané brachte auf Anhieb Schwung in die Partie und bereitete mit einem mustergültigen Zuspiel die Mega-Chance von Musiala vor. Kurz darauf war sein Zuspiel auf eben diesen mitentscheidend für das 1:1. Kurz vor dem Ende hatte er sogar das 2:1 auf dem Schlappen, entschied sich jedoch Unai Simon zu umkurven, was ihm nicht gelang.

Bewertung: 8/10

14. Niclas Füllkrug (ab 70.)

Der Angreifer brachte eine unglaubliche Wucht ins Spiel und sorgte für einiges an Unruhe. Mit brachialer Gewalt netzte er auch zum unglaublich wichtigen 1:1 ein. Füllkrug ist aus deutscher Sicht der Mann des Tages.

10/10

15. Jonas Hofmann (ab 85.)

Hofmann fand in seinen wenigen Minuten nicht wirklich gut ins Spiel.

Ohne Bewertung

16. Schlotterbeck (ab 87.)

Der BVB-Verteidiger brachte sich einmal in Not, indem er das Abseits aufhob. Diese Szene rettete er jedoch mit einer mutigen und sauberen Grätsche im Strafraum

Ohne Bewertung


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