Deutschland gegen Spanien im Head-2-Head-Vergleich

Dominik Hager
Jamal Musiala und Pedri stehen im Fokus
Jamal Musiala und Pedri stehen im Fokus / Quality Sport Images/GettyImages
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Für das DFB-Team ist der Tag der Abrechnung gekommen. Gegen Spanien muss Deutschland liefern, damit das WM-Abenteuer nicht schon nach Spiel zwei vorbei ist. Auf dem Papier sehen wir zwei Teams, die reich an Spitzenspielern sind und uns einen tollen Fußballabend bescheren können. Unser Head-to-Head-Vergleich soll Aufschluss darüber geben, wer stärker besetzt ist.


1. Manuel Neuer - Unai Simón

Manuel Neuer
Manuel Neuer gehört weiterhin zu den besten Torhütern der Welt / Stuart Franklin/GettyImages

Manuel Neuer spielt zwar nicht seine beste Saison, ist aber noch immer ein Ausnahme-Keeper mit einem enormen Gesamt-Paket. Zudem verfügt der Kapitän über reichlich Erfahrung und weiß genau, worauf es in solch großen Spielen ankommt. Unai Simón hat als Keeper von Athletic Bilbao noch nicht so viele Big-Games absolviert und gehört nur der erweiterten Weltspitze an.

Punkt für Deutschland: 1:0

2. Thilo Kehrer - César Azpilicueta

Cesar Azpilicueta
César Azpilicueta ist seit Jahren eine Institution im europäischen Fußball / Fantasista/GettyImages

Nach der schwachen Leistung von Niklas Süle als Rechtsverteidiger, wird Hansi Flick diesmal wohl auf Thilo Kehrer zurückgreifen. Der West-Ham-Profi hat seine Stärken in der Defensive, ist gegen schnelle und wendige Spieler aber auch keine wirkliche Konstante. Sein spanischer Gegenüber ist ebenfalls eher defensiv orientiert, aber der wesentlich abgeklärtere und elegantere Verteidiger.

Punkt für Spanien: 1:1

3. Niklas Süle - Rodri

Rodri
Rodri strahlt absolute Weltklasse aus / James Williamson - AMA/GettyImages

Süle wird mutmaßlich in die Innenverteidigung rücken, wo er natürlich besser aufgehoben ist. Der große und schwere BVB-Spieler wirkt in dieser Saison aber schlichtweg nicht wirklich fit. Süle kommt bei Weitem nicht an seine starke Vorsaison heran und produziert zu viele Fehler. Rodri ist zwar kein gelernter Innenverteidiger, hat aber durchaus das Leistungsvermögen, auch in dieser Rolle zu glänzen. In der aktuellen Form ist der abgeklärte Spanier vor Süle anzusiedeln.

Punkt für Spanien: 1:2

4. Antonio Rüdiger - Aymeric Laporte

Antonio Ruediger
Antonio Rüdiger hat im DFB-Team einen sicheren Stammplatz / Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Antonio Rüdiger war gegen Japan klar der beste Verteidiger aus DFB-Team-Sicht. Der Real-Star hat zwar bei Real Madrid nicht immer gespielt, glänzt jedoch mit seiner aggressiven Zweikampfführung und Athletik. Laporte gehört grundsätzlich auch zu den sehr guten Innenverteidigern, hat jedoch aufgrund einer überwundenen Knieverletzung noch ein paar Defizite aufzuholen.

Punkt für Deutschland: 2:2

5. David Raum - Jordi Alba

Jordi Alba
Jordi Alba hat noch immer viel zu bieten / Stu Forster/GettyImages

David Raum ist mit seinen starken Flanken offensiv immer eine Waffe und hat auch gegen Japan im Spiel nach vorne gute Akzente setzen können. Der Leipziger hat jedoch defensiv bekanntermaßen seine Probleme in Sachen Zweikampfführung und Stellungsspiel. Jordi Alaba ist nicht mehr ganz so gefährlich wie in seiner besten Zeit, kann aber noch immer Flankenläufe nach vorne absolvieren und ist defensiv weitaus routinierter als Raum.

Punkt für Spanien: 2:3

6. Joshua Kimmich - Sergio Busquets

Joshua Kimmich
Joshua Kimmich gehört zu den besten defensiven Mittelfeldspielern der Welt / Visionhaus/GettyImages

Joshua Kimmich ist im deutschen Mittelfeld unverzichtbar und wird auch deshalb wohl nicht rechts hinten spielen. Mit seiner Kreativität, Mentalität und Technik bringt er alles mit, was man im zentralen Mittelfeld benötigt. Sergio Busquets ist auf seine Art und Weise noch immer genial. Der Routinier hat ein überragendes Spielverständnis, ein geniales Passspiel und eine saubere Technik. In aggressiv und athletisch geführten Spielen kommt Busquets aber manchmal nicht mehr hinterher. Kimmich ist in Summe der bessere Allrounder.

Punkt für Deutschland: 3:3

7. Ilkay Gündogan - Gavi

Pablo Martín Páez Gavira
Gavi will die WM als Bühne nutzen / Visionhaus/GettyImages

Ilkay Gündogan hat gegen Japan gezeigt, dass er auch im DFB-Dress glänzen kann. Das war in der Vergangenheit nicht selten der Fall, weshalb man zumindest diesbezüglich etwas Positives mitnehmen kann. Technisch hat der Manchester-City-Star alles drauf. Gavi gehört zu den angehenden Weltstars, hat jedoch weitaus weniger Erfahrung. Dafür ist er im Zweikampf ein wenig präsenter. In Summe nehmen sich die beiden Mittelfeldprofis nicht viel.

Unentschieden: 3,5:3,5

8. Jamal Musiala - Pedri

Jamal Musiala
Kann Jamal Musiala heute Abend abliefern? / Alex Grimm/GettyImages

Beide Top-Talente werden als künftige Ballon d‘Or-Gewinner gehandelt und das auch absolut zu Recht. Musiala verfügt über ein Dribbling, eine Technik und generell ein fußballerisches Können, dass man auf diese Weise in Deutschland wohl überhaupt noch nie gesehen hat. Zudem ist der Bayern-Youngster inzwischen auch überaus effektiv. Pedri ist im letzten Drittel nicht ganz so effizient, leistet aber natürlich auch mehr Arbeit in der Spielgestaltung und ist in seiner Spielweise weniger fehleranfällig. Trotzdem kann Musiala eher zum entscheidenden Faktor werden.

Punkt für Deutschland: 4,5:3,5

9. Thomas Müller - Ferran Torres

Ferran Torres
Ferran Torres hat sich gegen Costa Rica schon mal warmgeschossen / Buda Mendes/GettyImages

Es gibt einige Fragezeichen, was die Form von Thomas Müller betrifft. Dies gilt insbesondere in Bezug auf die Nationalmannschaft, wo der Raumdeuter schon seit einer gefühlten Ewigkeit nicht mehr so richtig abliefert und wohl auch nicht auf der Zehn spielen darf. Prinzipiell spielt Müller gerne gegen spanische Teams, inwiefern das heute weiterhilft, ist jedoch unklar. Der 33-Jährige muss sein Killer-Gen wieder finden. Ferran Torres ist mit seinem Tempo und seiner Technik eher ein klassischer Außenbahnspieler und fußballerisch gegenüber Müller im Vorteil. Zudem geht er nach seinem Doppelpack gegen Costa Rica mit Rückenwind in die Partie.

Punkt für Spanien: 4,5:4,5

10. Serge Gnabry - Dani Olmo

Serge Gnabry
Serge Gnabry bleibt die große Wundertüte / Stefan Matzke - sampics/GettyImages

Bei Serge Gnabry weiß man leider nie so genau, ob man Weltklasse oder Kreisklasse angeboten bekommt. Selbst sein starker Oktober und November kann für nichts garantieren. Trotz allem ist der DFB-Star im Vergleich zu Olmo natürlich der Spieler, der in dieser Saison mehr geleistet hat. Nicht umsonst hat er sowohl zweistellig Tore erzielt, als auch zweistellig Assists geliefert. Olmo war gegen Costa Rica grandios, hat aber eine verletzungsdurchzogene Saison hinter sich.

Punkt für Deutschland: 5,5:4,5

11. Kai Havertz - Álvaro Morata

Alvaro Morata
Álvaro Morata kann an guten Tagen Tore am Fließband erzielen / Visionhaus/GettyImages

Kai Havertz wird von vielen mehr als Mittelfeldspieler angesehen, muss im DFB-Team aber als Stürmer heran. Diese Rolle kann der Chelsea-Star schon spielen, jedoch weist er trotzdem gewisse Defizite auf. Trotz seiner Größe wirkt Havertz körperlich nicht wirklich durchsetzungsfähig. In Sachen Technik scheint er eher Rückschritte als Fortschritte gemacht zu haben. Mit seiner Schussstärke und Spielintelligenz kann er für Gefahr sorgen, jedoch bleibt er keine Idealbesetzung. Morata wird zwar wegen seiner Chancenverwertung oft verhöhnt, ist aber ein mitspielender und technisch starker Stürmer. In dieser Rolle funktioniert er besser als Havertz.

Punkt für Spanien: 5,5:5,5

Fazit:

Auf dem Papier sind Deutschland und Spanien in etwa gleich gut aufgestellt. Der Head-too-Head-Vergleich deckt aber natürlich nicht so ganz auf, wie groß die Probleme im DFB-Team auf der ein oder anderen Position wirklich sind. Spanien ist das ausgewogenere Team mit weniger Schwächen. Dafür hat Deutschland in der Offensive eigentlich die leicht stärkeren Unterschiedsspieler. Es bleibt spannend.

Niederlage gegen Japan: Tobias Escher analysiert mit 90min die Deutschland-Pleite


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