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Deutschland-Niederlande: Die 5 legendärsten Spiele des Klassikers

Dominik Hager
Deutschland - Holland: Seit jeher ein großer Klassiker mit packenden Spielen
Deutschland - Holland: Seit jeher ein großer Klassiker mit packenden Spielen / STAFF/GettyImages
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Deutschland gegen die Niederlande zählt definitiv zu den größten und spektakulärsten Klassikern im europäischen Fußball. Am Dienstagabend findet die 47. Ausgabe des prestigeträchtigen Aufeinandertreffens statt. Bislang spricht der direkte Vergleich mit 17 Siegen, 16 Unentschieden und 13 Niederlagen für Deutschland.

Wir blicken auf fünf legendäre Duelle zurück.


1. WM-Finale 1974 (2:1 für Deutschland)

1974 FIFA World Cup Final West Germany v Holland
Getty Images/GettyImages

Deutschland-Niederlande wird selbstredend immer automatisch mit dem 2:1-Finalsieg der DFB-Elf bei der Heim-WM in Verbindung gebracht. Beim Finale im Münchner Olympiastadion standen sich unter anderem die vielleicht beiden größten Legenden beider Nationen, Franz Beckenbauer und Johan Cruyff, gegenüber.

Ein erstes Kuriosum ereignete sich bereits vor dem Anpfiff: Das Personal hatte vergessen, die Eckfahnen nach der Zeremonie wieder anzubringen, wodurch sich die Anstoßzeit verzögerte.

Für die DFB-Elf kam es aber noch schlimmer, da Uli Hoeneß den niederländischen Kapitän Cruyff zu Fall brachte und Neeskens den fälligen Elfmeter in Minute zwei verwandelte. Das Gastgeberland hatte bis zu diesem Zeitpunkt nicht einmal den Ball berührt. Schlechter konnte ein Finale gar nicht beginnen.

Das deutsche Team berappelte sich jedoch und sicherte sich in der 25. Minute seinerseits einen Elfmeter, den Paul Breitner verwandeln konnte. Kurz vor der Pause war es dann Sturm-Legende Gerd Müller, die den 2:1-Siegtreffer erzielte.

In der zweiten Hälfte konnten die Deutschen den Vorsprung nach Hause spielen und gewannen nach 1954 zum zweiten Mal den Weltmeistertitel. Die DFB-Elf war zu diesem Zeitpunkt auch die einzige Mannschaft, die direkt auf einen Europameister-Titel Weltmeister wurde. Spanien wiederholte dieses Kunststück erst im Jahr 2010.

2. EM-Halbfinale 1988: (2:1 für Niederlande)

UEFA European Championship 1988 - VI Archive
VI-Images/GettyImages

Die EM-Halbfinal-Niederlage in Hamburg beim Turnier 1988 war vielleicht die bitterste Pleite aller Zeiten der Deutschen gegen die Elftal. Das deutsche Team ging mit Franz Beckenbauer an der Seitenlinie in die Heim-EM und zählte zu den Favoriten.

Die Niederländer hingegen hatten hingegen drei große Turniere in Serie verpasst und galten als Wundertüte. Angesichts von Stars wie Ruud Gullit, Frank Rijkaard und Marco van Basten wussten die Deutschen aber, dass ein schweres Match bevorstand.

Ähnlich wie beim WM-Finale wurde auch dieses Duell von Elfmetern geprägt. Lother Matthäus brachte das deutsche Team in der 55. Minute per Strafstoß in Führung, jedoch sorgte Ronald Koeman in der 74. Minute ebenfalls per Elfmeter für den Ausgleich. In der 89. Minute grätschte Marco van Basten den Ball vor dem nebenherlaufenden Jürgen Kohler ins lange Eck und versetzte die 15.000 mitgereisten Oranje-Anhänger in Ekstase.

Nach dem Schlusspfiff sorgte Ronald Koeman für Aufregung, indem er sich nach dem Trikot-Tausch mit Olaf Thon mit diesem demonstrativ den Hintern abwischte.

Letztlich blieb das aber nur eine Randnotiz und die Niederlande sicherte sich im Finale schließlich den einzigen großen Titel der Geschichte.

3. WM-Achtelfinale 1990 (2:1 für Deutschland)

Rudi Voeller, Frank Rijkaard
Getty Images/GettyImages

Auf dem Weg zum WM-Titel 1990 musste die deutsche Nationalmannschaft einmal mehr an den Niederländern vorbei.

Im legendären Giuseppe-Meazza-Stadion entwickelte sich eine denkwürdige Partie, die niemand so schnell vergessen sollte. Ihren Höhepunkt nahm das Geschehen bereits nach 20 Minuten.

Nach einem Foulspiel von Rijkaard an Völler bekam der Niederländer die Gelbe Karte, woraufhin die Sicherungen des Spielers völlig durchbrannten. Rijkaard spukte Völler auf dem Kopf und sorgte damit für einen Skandal. Aus unergründlichen Gründen stellte der Schiedsrichter jedoch beide Spieler vom Platz. Völler versicherte hinterher, nichts gemacht zu haben, was von Rijkaard später auch bestätigt wurde. Im Kabinengang sollen zwischen den beiden trotzdem die Fäuste geflogen sein.

Das DFB-Team konnte sich besser von dem Schock erholen und erzielte in Person von Jürgen Klinsmann das 1:0. Trotzdem blieb es bis zum erlösenden 2:0 durch Andreas Brehme ein Spiel auf Messers Schneide. Ronald Koeman brachte die Elftal zwei Minuten vor Schluss per Elfmeter nochmal heran, jedoch blieb der Treffer Ergebniskorrektur.

4. EM-Vorrunde 1980 (3:2 für Deutschland)

SOCCER-EURO80-GERMANY-TEAM
STAFF/GettyImages

Bei der EM in Italien trafen Deutschland und die Niederlande bereits in der Vorrunde aufeinander. Trotz des frühen Turnier-Zeitpunkts entwickelte sich das Spiel zu eines der brutalsten Begegnungen zwischen den beiden Nationen überhaupt.

Nach der Partie in Neapel demonstrierte Horst Hrubesch seinen völlig zerkratzten Rücken, während Hansi Müller eine dicke Bandage am Fußgelenk trug und Karl-Heinz Rummenigge sich mit geschundenen Oberschenkel umher schleppte. Toni Schumacher erklärte nach dem Spiel sogar, dass ihn Johnny Rep in den Hoden gekniffen habe, während Schuster berichtete, dass ihm Willy van de Kerkhof mit der Faust ins Auge gestoßen hatte.

Fußball war bei dem Gemetzel allerdings auch dabei. Das DFB-Team dominierte die Partie und ging durch drei Tore von Klaus Allofs mit 3:0 in Führung. Die Elftal kam durch die Tore von Rep und van de Kerkohof auf 2:3 heran, konnte sich aber keinen Punkt mehr erkämpfen.

Für Holland war schließlich schon in der Vorrunde Schluss, wohingegen sich Deutschland dank eines 2:1-Finalsieges gegen Belgien zum EM-Titel schoss.

5. EM-Vorrunde 1996 (3:1 für die Niederlande)

Ruud Gullit, Frank Rijkaard, Marco van Basten
Simon Bruty/GettyImages

Bei der EM 1992 trafen Deutschland und die Niederlande bereits in der Vorrunde aufeinander. Beim Duell zwischen dem amtierenden Weltmeister und dem Titelverteidiger hatte das DFB-Team bereits im Vorfeld mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen.

Dementsprechend schlecht ging es für die Deutschen auch los. Bereits nach 15 Minuten stand es 2:0 für Holland, die Deutschland in der Anfangsphase geradezu überrollt hatten. Zwar sorgte Jürgen Klinsmann mit seinem Anschlusstreffer für einen Hoffnungsfunken, jedoch erhöhte Bergkamp auf 3:1 und sicherte damit den verdienten Sieg.

Trotz des klaren Erfolges war sich Trainer Rinus Michels sicher, die Deutschen in diesem Turnier "nicht zum letzten Mal gesehen zu haben".

Tatsächlich rechneten viele mit einem erneuten Duell im Finale, da sich Deutschland dank der Schützenhilfe Schottlands für die K.o.-Phase qualifizieren konnte. Allerdings hatte man die Rechnung ohne Underdog Dänemark gemacht. Die Dänen schalteten erst Oranje im Halbfinale aus, ehe sie im Finale Deutschland bezwangen und völlig überraschend Europameister wurden.

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