DFB-Team

Deutsche Stürmer - Ranking

Dominik Hager
Kai Havertz (l.) und Timo Werner (r.)
Kai Havertz (l.) und Timo Werner (r.) / Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages
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Das Fehlen einer klassischen Sturmspitze auf Weltklasse-Niveau ist für das DFB-Team womöglich noch schwerwiegender als die ebenfalls seit Jahren andauernde Außenverteidiger-Problematik. Hansi Flick hat keinen Torjäger wie WM-Rekordschütze Miroslav Klose zur Verfügung und muss versuchen, den passendsten Kandidaten ausfindig zu machen. Die besten deutschen Angreifer im Ranking:



9. Kevin Volland

Kevin Volland
Boris Streubel/GettyImages

Kevin Volland schwimmt immer ein wenig unter dem Radar. Seine Vorsaison mit der AS Monaco war aber erneut ordentlich. In der Ligue 1 erzielte er neun Treffer und gab elf Vorlagen. Ein guter Wert, jedoch ist Volland nicht der Typ Stürmer, der dem deutschen Spiel fehlt. Der frühere Münchner Löwe hat wenige Schwächen und besitzt eine gute Mentalität, jedoch ist er eben auch kein klassischer Stoßstürmer. Halbstürmer gibt es auch ohne Volland schon mehr als genug. Zudem war er zum Saisonstart verletzt und dürfte kaum Aussichten auf ein WM-Ticket haben.

8. Simon Terodde

Simon Terodde
Jörg Halisch/GettyImages

Der Zweitliga-König wird insbesondere von Schalke-Fans gefordert, jedoch möchte Flick dem Spieler nur eine Chance geben, wenn es auch in der ersten Liga mit Toren am Fließband klappt. Terodde ist nun gefordert, endlich auch in der obersten deutschen Spielklasse zu liefern. Gelingt ihm das, hat er Chancen, als Joker nach Katar zu fahren. Es ist jedoch wahrscheinlicher, dass sich S04 und Terodde in Liga eins schwer tun und der WM-Traum bald ausgeträumt ist. Abgesehen von Knipser-Qualitäten bringt Terodde etwas zu wenig Speed und Technik mit.

7. Karim Adeyemi

Karim Adeyemi
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Karim Adeyemi ist pfeilschnell und im Vergleich mit Timo Werner auch abschlussstärker. Dem Youngster gehört die Zukunft und er kann in Dortmund wichtige Schritte gehen. Stand jetzt dürfte es beim DFB-Team aber bestenfalls zu einer Joker-Rolle reichen, wenn Tempo und Unbekümmertheit gefragt ist. Adeyemi macht zu viele leichtsinnige Fehler und ist einfach noch kein fertiger Spieler auf Top-Niveau. Das Potenzial ist beim Top-Talent voll und ganz vorhanden, es fehlt nur noch ein Stück weit an spielerischer Reife. Fraglich, ob Hansi Flick den Neu-Dortmunder mit nach Katar nimmt.

6. Serge Gnabry

Serge Gnabry
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Serge Gnabry ist ein Spieler, der auch als falsche Neun auflaufen kann. Gnabry ist sehr abschlussstark, was ihm natürlich im Strafraum entgegenkommt, trotzdem ist er aber gefährlicher, wenn er mit Anlauf aus dem Rückraum/Flügel kommt.

Der Bayern-Star hat einen guten Instinkt und versteht sich durchaus zu positionieren, jedoch ist er für das Kopfballspiel kaum zu gebrauchen und besitzt etwas zu wenig Präsenz im Strafraum. Der 26-Jährige ist immer für eine Bude gut und kann natürlich auch als Mittelstürmer wichtige Tore machen, jedoch ist er als hängende Spitze oder Rechtsaußen potenziell stärker.

5. Niclas Füllkrug

Niclas Fuellkrug
Niclas Füllkrug / Alex Grimm/GettyImages

Acht Tore an den ersten zehn Bundesliga-Spieltagen machen Niclas Füllkrug zum erfolgreichsten deutschen Torjäger zum Saisonstart. Die Rufe nach "Lücke" im DFB-Team wurden schnell laut. Zumal er bereits eine überragende Aufstiegssaison absolviert hat.

Für Füllkrug als WM-Fahrer - zumindest als Joker - spricht vor allem seine enorme Kopfballstärke. Gegen ihn die fehlende internationale Erfahrung und Fragezeichen, ob es für das ganz obere Niveau reicht. Die Diskussionen um Füllkrug kann man ähnlich führen wie bei Simon Terodde.

4. Timo Werner

Timo Werner
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Bei Hansi Flick schien Timo Werner zuletzt die Nummer eins im deutschen Angriff zu sein. Der Chelsea-Spieler erzielte in der Flick-Ära bereits acht Tore, jedoch fast ausschließlich gegen schwächere Gegner. Seinen Doppelpack gegen Italien darf man nicht zu hoch hängen, da es zu diesem Zeitpunkt bereits 3:0 stand.

Das ganz große Problem ist bei Werner der Abschluss. Mit seinem Tempo und seinen oft auch guten Laufwegen manövriert er sich in gefährliche Positionen, scheitert letztlich aber zu oft frei vor dem Tor. Werner ist auch ein wenig eindimensional und beispielsweise kein Stürmer, der mit dem Rücken zum Tor stark ist und aus statischen Positionen etwas entwickeln kann. Technische Unzulänglichkeiten gehören ebenfalls zu seinem Spiel. Letztlich bleibt es fraglich, ob die DFB-Elf mit Werner im Sturm gegen die ganz großen Kaliber abliefern kann.

3. Lukas Nmecha

Lukas Nmecha
BSR Agency/GettyImages

Lukas Nmecha hat bereits in der U21 tolle Spiele absolviert und viele Tore geschossen. Auch beim VfL Wolfsburg war der junge Angreifer phasenweise gut, wenngleich er von Verletzungen zurückgeworfen wurde. Nmecha ist ein klassischer Mittelstürmer, der groß, athletisch und kopfballstark ist. Zudem verfügt er über eine ordentliche Technik.

Ein wenig müsste Nmecha dennoch an seinen Knipser-Fähigkeiten arbeiten. In Sachen Positionierung und Abschlussstärke gibt es durchaus Luft nach oben. Bei der WM in Katar winkt ihm zumindest eine Joker-Rolle. Im Vergleich zu Adeyemi sei der Wölfe-Stürmer weiter, meinte Flick.

2. Thomas Müller

Thomas Müller
Alexander Hassenstein/GettyImages

Thomas Müller ist zwar ein gelernter Stürmer, jedoch ist im Laufe seiner Karriere klar geworden, dass er als Zehner oder hängende Spitze besser aufgehoben ist. Die ganz große Stärke von Müller ist eigentlich, dass er einen klassischen Neuner überragend in Szene setzen kann. Dies tut er mit kreativen Anspielen oder mit geschickten Laufwegen, die Lücken in die gegnerische Abwehr reißen. Diese Qualität würde gewissermaßen verloren gehen. Demnach ist Müller trotz seiner Klasse nicht die beste Wahl für den Angriff.

1. Kai Havertz

Kai Havertz
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Kai Havertz hat für den FC Chelsea wichtige Tore geschossen und den Blues unter anderem den Henkelpott mit seinem entscheidenden Treffer im Finale 2021 gesichert. Havertz ist groß, schussstark, einigermaßen schnell und mit einer ordentlichen Technik ausgestattet. Konstant in Szene setzen kann er seine Anlagen aber nicht, weshalb er auch in der Premier League in der abgelaufenen Saison "nur" acht Treffer erzielen konnte.

Havertz galt in jungen Jahren vor allem technisch als herausragendes Talent. Verbessert hat er sich in diesem Bereich in den letzten Jahren aber nicht. Auch in Sachen Durchsetzungsvermögen gibt es noch deutlich Luft nach oben. Havertz ist sicherlich keine Traum-Lösung, in Summe wahrscheinlich trotzdem noch die beste zur Verfügung stehende Option.


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