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Deutsche Sechser - Ranking

Dominik Hager
Kräftemessen im deutschen Mittelfeld: Wer ist der stärkste Sechser?
Kräftemessen im deutschen Mittelfeld: Wer ist der stärkste Sechser? / CHRISTOF STACHE/GettyImages
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Mittelfeldspieler gibt es in Deutschland wie Sand am Meer. Es besteht jedoch ein kleines Ungleichgewicht zwischen starken Achtern und Sechsern, die dem DFB-Team wirklich weiterhelfen könnten. Immer wieder wird bemängelt, dass ein richtiger Spielzerstörer dem deutschen Team gut tun würde. Hiervon gibt es aber tatsächlich nicht viele, die in Frage kommen könnten. Wir werfen einen Blick auf die besten defensiven Mittelfeldspieler Deutschlands:


8. Niklas Dorsch

Niklas Dorsch
Frederic Scheidemann/GettyImages

Niklas Dorsch war im Vorjahr bei der U21-EM überragend gut und glänzte insbesondere im Finale. Dorsch ist ein Mentalitätsspieler, der sich durch Siegeswillen und Bissigkeit auszeichnet. Darüber hinaus hat er eine gute Technik und weiß mit dem Ball etwas anzufangen. Die Qualität seiner Pässe ist meist ebenfalls hoch. Demnach durfte man schon ein wenig enttäuscht darüber sein, dass er beim FCA lange Zeit nicht so glänzen konnte. In der Rückrunde 21/22 steigerte sich Dorsch und fiel unter anderem mit der Rettungstat der Saison gegen den Stuttgarter Chris Führich auf.

In Zukunft dürfte er ein Kandidat für die Nationalmannschaft sein. Durch seinen Mittelfußbruch erlitt Dorsch jedoch einen herben Rückschlag. Der WM-Zug ist für den Augsburger erstmal abgefahren.

7. Vitaly Janelt

Vitaly Janelt
Visionhaus/GettyImages

Vitali Janelt kickt ein wenig unter dem Radar, was eigentlich schon verwunderlich ist, da er immerhin Stammspieler in der Premier League ist. Der ehemalige U21-Nationalspieler hat in der abgelaufenen Saison 31 Liga-Spiele für den FC Brentford absolviert. Der 24-Jährige wechselte im Sommer 2020 vom VfL Bochum auf die Insel und hat dort eine tolle Entwicklung hingelegt.

Janelt ist ein harter Arbeiter, Mentalitätsspieler und starker sowie athletischer Zweikämpfer. Fußballerisch ist er solide, aber sicherlich niemand, der sich über einen besonders guten Spielaufbau definiert. Einen solchen Spieler in der Mannschaft zu haben, kann nicht schaden, der Weg in die A-Nationalmannschaft ist aber noch recht weit.

6. Anton Stach

Anton Stach
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Es ist schon ziemlich erstaunlich, dass Anton Stach so schnell den Sprung in die A-Nationalmannschaft geschafft hat. Bei der U21-EM 2021 stand er noch relativ klar im Schatten von Niklas Dorsch und Arne Maier. Stach hat jedoch mit seinem Wechsel zu Mainz 05 alles richtig gemacht.

Der Sechser ist sicherlich kein spektakulärer Spieler mit außergewöhnlichen Fähigkeiten, agiert aber taktisch diszipliniert, hat eine gute Ruhe am Ball und leistet verlässliche Arbeit in den Zweikampf- und Kopfballduellen. Ein guter Stabilisator eben, der meist wenig anbrennen lässt.

Nach einem durchwachsenen Saisonstart in Mainz scheint Stach aber wieder etwas ins Hintertreffen geraten zu sein. Flick nominierte ihn für die Spiele gegen Ungarn und England nicht.

5. Rani Khedira

Rani Khedira
Rani Khedira / Boris Streubel/GettyImages

Rani Khedira trumpft mit den Eisernen 22/23 auf. Mit Union Berlin steht er nach sieben Spieltagen an der Spitze der Bundesliga. Lothar Matthäus packte ihn seiner Sky-Kolumne in den DFB-Kader für die WM.

Und irgendwie wäre es doch eine wunderschöne Geschichte, wenn nach Bruder Sami 2014 auch Rani 2022 den WM-Pokal mit nach Deutschland bringt.

Khedira ist jedenfalls ein gewissenhafter und taktisch hochdisziplinierter Sechser, der in den letzten Jahren ganz viel Routine in sein Spiel gepackt hat. Nach dem Wechsel von Augsburg zu den Eisernen hat Khedira nochmals einen Sprung gemacht und ist vor der Union-Abwehr ein absoluter Fixpunkt. Fraglich wäre aber, ob Khedria auch auf allerhöchstem internationalen Niveau genauso abliefern könnte. Den Beweis durfte er bislang noch nicht antreten, seine WM-Nominierung wäre demnach ein gewisses Risiko.

4. Emre Can

Emre Can
Boris Streubel/GettyImages

In Sachen Athletik und Zweikampfführung ist Emre Can absolut top. Der Dortmunder kann eine gewisse Dominanz auf dem Platz ausstrahlen und einige Räume schließen. Im Aufbauspiel ist der erfahrene Mittelfeldspieler hingegen eher durchschnittlich. Wesentlich schlimmer ist aber seine Anfälligkeit für unnötige Fehler, die oftmals schwer ins Gewicht fallen. Can könnte der Typ Zerstörer sein, der dem DFB-Team mitunter fehlt, jedoch richtet sich seine "zerstörerische Kraft" auch zu häufig gegen das eigene Team. Ganz wohl kann es einem dabei nicht sein. Anspruch und Wirklichkeit klaffen zu weit auseinander.

3. Robert Andrich

Robert Andrich
Hector Vivas/GettyImages

Leverkusen glänzt für gewöhnlich mit Technik und Spielkunst. Umso wichtiger ist es, einen Spieler wie Robert Andrich dabei zu haben. Der frühere Union-Profi ist ein harter Arbeiter und spult massig Kilometer ab. Andrich kann hart dazwischen gehen und dem Gegner hier und da wehtun. Der 27-Jährige definiert sich jedoch nicht nur über Zweikämpfe und Laufstärke, sondern weiß auch, wo das gegnerische Tor steht. Dadurch ist Andrich kein reiner Sechser klassischer Schule, sondern besitzt auch Box-to-Box-Qualitäten. Mit dieser Polyvalenz ist er ein Kandidat für das Flick-Team.

2. Julian Weigl

Julian Weigl
Gualter Fatia/GettyImages

Julian Weigl ist das krasse Gegenstück zu Emre Can. Der frühere Borusse ist nicht sonderlich dynamisch und athletisch und daher in den Mittelfeld-Zweikämpfen kein unüberwindbarer Gegner. Seine Stärken hat der Neu-Gladbacher ganz klar im Spiel mit dem Ball. Weigl gehört zu den sichersten Passspielern in Deutschland und ist ein hervorragender Stratege. Weigl weiß, wo er den Ball hinspielen muss und bringt sowohl kurze, als auch lange Pässe genau zum Mann. Damit kann er einer Mannschaft enorm viel Sicherheit verleihen. Demnach wäre es durchaus auch vorteilhaft, Weigl als Kimmich-Vertreter mit an Bord zu haben.

1. Joshua Kimmich

Joshua Kimmich
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Joshua Kimmich ist deutschlandweit natürlich glasklar das Nonplusultra auf der Sechserposition. Immer wieder gibt es zwar Kritiker, die besagen, dass Kimmich für einen Sechser zu offensiv sei, jedoch gibt es schlichtweg keinen besseren Kandidaten für diese Rolle. Der Bayern-Star hat natürlich ein paar Defizite in Sachen Athletik und Physis, macht aber einiges davon mit Kampfgeist und Mentalität weg. Der 27-Jährige ist ein Lautsprecher auf dem Platz, kann Zeichen setzen und seine Mitspieler mitreißen. Am Ball besitzt er sowohl die Ruhe für sichere Pässe, als auch die Kreativität und Technik für die tödlichen Bälle. Kimmich gehört zu den Spielern, die aus Sicht des DFB-Teams nicht ausfallen dürfen.


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