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Deutsche Rechtsverteidiger - Ranking

Dominik Hager
Lukas Klostermann
Lukas Klostermann / Alex Grimm/GettyImages
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Neben der Mittelstürmer-Position ist die rechte Abwehrseite seit Jahren eine Problemposition beim DFB-Team. Der letzte Weltklasse-Rechtsverteidiger war Philipp Lahm, wenngleich Joshua Kimmich phasenweise auch einen sehr starken Rechtsverteidiger abgegeben hat. Der Bayern-Star ist inzwischen jedoch im Mittelfeld zu Hause.

Letztlich muss sich Hansi Flick für den noch am ehesten WM-tauglichen Spieler entscheiden und auf diesen vertrauen. Das wird gar nicht so einfach. Wir werfen einen Blick auf die Top-Sechs-Rechtsverteidiger.


6. Matthias Ginter

Matthias Ginter
Daniel Kopatsch/GettyImages

Matthias Ginter hat eine schwache Saison in Gladbach hinter sich und wird mit dem SC Freiburg neu angreifen. Dies muss er auch tun, wenn er noch eine WM-Chance haben möchte. Prinzipiell ist der Abwehrspieler ein erfahrener und routinierter Akteur, der zweikampfstark ist und im Passspiel wenige Fehler macht.

Dadurch hat er auch als Rechtsverteidiger schon ordentliche Leistungen gezeigt. Auf dem Weg nach vorne darf man nicht viel erwarten, wenngleich er immerhin die Bälle nicht verliert. Dafür hat er es aber trotz seiner defensiven Qualitäten aufgrund mangelnder Schnelligkeit und Wendigkeit schwer, gegen die Top-Flügelflitzer zu bestehen.

5. Thilo Kehrer

Thilo Kehrer
Alex Grimm/GettyImages

Thilo Kehrer hat bei Hansi Flick ein sehr hohes Standing. Warum das so ist, gilt es jedoch zu hinterfragen. Kehrer ist einigermaßen athletisch, konsequent im Zweikampf und hat in Paris internationale Erfahrung gesammelt. Auf der anderen Seite ist er aber immer wieder für einen Lapsus gut und im Passspiel nicht gerade erste Sahne. Kehrer tut sich gegen quirlige Gegenspieler schwer und hat nach vorne praktisch keine Waffen. Eine wirklich gute Lösung wäre der Ex-Schalker nicht. Ein Vereinswechsel und ein Stammplatz täten Kehrer gut.

4. Ridle Baku

FBL-GER-BUNDESLIGA-UNION BERLIN-WOLFSBURG
CHRISTOF STACHE/GettyImages

Ridle Baku ist ein besserer Schienenspieler als reiner Außenverteidiger. Problematisch ist zudem auch, dass sich der Wolfsburger in den letzten zwei Jahren nicht wie erhofft entwickelt hat. Baku ist schnell, offensivfreudig und mitunter torgefährlich, hat aber auch so einige Fehler in seinem Spiel. Zudem ist Baku niemand, der 90 Minuten lang seine Seite schließen kann.

Demnach wäre auch der Wolfsburger wohl nur ein geeigneter Kandidat gegen schwächere Gegner. Es sei denn, er macht die erhofften Entwicklungsschritte noch. Die Zeit bis zur WM rennt allerdings.

3. Jonas Hofmann

Jonas Hofmann
Martin Rose/GettyImages

Jonas Hofmann ist die positive deutsche Erscheinung der letzten Wochen. Der Gladbacher ist spielstark, torgefährlich und gut im Pressing, weshalb er inzwischen gute Karten auf der rechten Außenbahn hat. Prinzipiell wäre Hofmann auch ein Kandidat für die Außenverteidigung. Dort wurde er immer wieder mal getestet.

Letztlich wird Deutschland jedoch in einer Viererkette auflaufen, was Hofmann nicht entgegen kommt. Dafür fehlt es dem 29-Jährigen an Zweikampfstärke. Auch seine Torgefahr kann er dort nicht so gut entfachen. Gegen Costa Rica oder normalerweise physisch auch nicht ganz so starke Japaner mag Hofmann rechts hinten funktionieren, im weiterem Turnierverlauf aber nicht. 41 Prozent gewonnene Zweikämpfe (abgelaufene Bundesliga-Saison) sind einfach zu wenig.

2. Benjamin Henrichs

Thomas Muller, Joshua Kimmich, Benjamin Heinrichs
Jonathan Moscrop/GettyImages

Benjamin Henrichs galt einst als riesiges Talent, hat aber den Sprung zum konstanten Leistungsträger noch nicht geschafft. Einige gute Ansätze waren bei RB Leipzig in der abgelaufenen Saison immerhin zu sehen. Im Vergleich zu einem Klostermann ist Henrichs offensiv stärker, weil er eine sehr ordentliche Grundtechnik hat und auch solide Flanken schlägt.

Defensiv ist Henrichs ebenfalls solide, aber letztlich nicht immer fehlerfrei und passend positioniert. In Sachen Schnelligkeit ist der 25-Jährige nicht auf Klostermann-Niveau, aber zumindest ordentlich unterwegs. In Summe fehlt es Henrichs etwas an der Konstanz und den wirklich außergewöhnlichen Fähigkeiten. Trotzdem ist er einer der stärksten deutschen Rechtsverteidiger.

1. Lukas Klostermann

Lukas Klostermann, Vedad Ibisevic
Alexander Hassenstein/GettyImages

Lukas Klostermann ist ein sehr starker Sprinter und lässt sich auch von den pfeilschnellen Flügelstürmer dieser Welt nicht abhängen. Mit seinem Speed kann er seine Probleme in Sachen Zweikampftechnik ganz gut ausgleichen. Durch seine Innenverteidiger-Erfahrung ist er zudem ruhiger und abgeklärter geworden. Selbst wenn er sich nicht immer geschickt anstellt, hat er in der letzten Spielzeit dank seiner Physis starke 64 Prozent seiner Zweikämpfe gewonnen.

Nach vorne kann Klostermann nur gefährlich werden, wenn er tief geschickt wird und er seine Dynamik nutzen kann. Selbst dann kommen jedoch zu wenige Flanken gefährlich in der Box an. Der Leipziger ist auch niemand, der aus einer statischen Situation loszieht und zur Linie sprintet. Meist belässt er es bei einem kurzen Quer- oder Rückpass. Immerhin muss einem bei Klostermann aber auch nicht permanent Angst und Bange sein.


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