DFB-Team

Deutsche offensive Mittelfeldspieler - Ranking

Dominik Hager
Jamal Musiala (l.) gehört die Zukunft - und auch schon die Gegenwart auf der Zehn?
Jamal Musiala (l.) gehört die Zukunft - und auch schon die Gegenwart auf der Zehn? / Boris Streubel/GettyImages
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Das DFB-Team hat wahrlich ein breites Aufgebot an begnadeten offensiven Mittelfeldspielern. Während unglaublich viel Potenzial nachkommt, enthält diese Liste aber ebenso viel verschenktes Talent. Einige starke Zehner hätten es in ihrer Karriere definitiv weiter bringen können. Wir werfen einen Blick auf die besten Spielmacher in Deutschland:


8. Julian Draxler

Julian Draxler
Alex Grimm/GettyImages

Mit 29 Jahren ist Julian Draxler gerade im besten Fußballer-Alter und dennoch mehr oder weniger außen vor. Dies ist praktisch ausschließlich dem geschuldet, dass er Jahr für Jahr wie ein sturer Esel bei Paris Saint-Germain geblieben ist und dort häufiger auf der Bank saß, als auf dem Platz spielte. Nun hat Draxler den Schritt zu Benfica gewagt, wo er die aktuelle Saison leihweise verbringt. Unter dem deutschen Coach Roger Schmidt könnte er seiner Karriere neuen Schwung (und Selbstvertrauen) verleihen. Für ein WM-Ticket könnte es dennoch nicht reichen.

7. Julian Brandt

Julian Brandt
Markus Gilliar/GettyImages

Der Dortmunder hat technisch und spielerisch viel zu bieten und konnte in der abgelaufenen Saison gute Scorerwerte auflegen. Trotz allem fehlt die letzte Spur Mentalität beim offensiven Mittelfeldspieler. Brandt taucht gerne ab, wenn es mal nicht so läuft und bietet dem Team dann keinen Mehrwert mehr. Eigentlich müsste Brandt von seinen Fähigkeiten her dauerhaft ein zentraler Punkt im Offensivspiel der Borussen sein. In der Nationalmannschaft treibt er konsequenterweise auch eher ein Schattendasein und wird unregelmäßig nominiert. Vor den Duellen gegen Ungarn und England musste er krank abreisen. Seine WM-Chancen dürften bei 50 zu 50 stehen.

6. Florian Wirtz

Florian Wirtz gilt neben Musiala als größtes Talent Deutschlands. Wirtz ist technisch überragend, kreativ und sehr torgefährlich. Damit kann er es definitiv weit bringen. Bleibt nur zu hoffen, dass er seine Unbeschwertheit durch die Kreuzbandverletzung nicht verliert und er wieder voll durchstarten kann.

Der Youngster ist bereits auf dem Weg der Besserung und stand auch schon wieder für eine individuelle Einheit (mit Ball!) auf dem Platz. Eine WM-Teilnahme wird dennoch ein Wettlauf mit der Zeit. Sollte er bis dahin körperlich 100% fit sein, könnte ihn Flick als Edel-Joker mitnehmen.

5. Mario Götze

Mario Goetze
Mario Götze im SGE-Trikot / Matthias Hangst/GettyImages

Mario Götze ist zurück in der Bundesliga. Und mit der Frankfurter Eintracht auch in der Champions League vertreten. Trotz guter Leistungen zum Saisonbeginn verzichtete Hansi Flick in den letzten beiden Nations-League-Spielen auf den SGE-Spielmacher, ließ die WM-Tür aber offen: "Bei ihm ist es wie bei allen anderen Spielern: Wenn sie Leistungen bringen, sind sie immer wieder auf unserem Schirm. Wir gucken die nächsten vier Monate genau hin: Was passiert in der Bundesliga? Wer ist auf einem Top-Niveau? Wer kann uns weiterhelfen bei der Weltmeisterschaft? Da sind alle Türen offen", so der Bundestrainer.

Da zur WM 26 Kader-Plätze frei werden, dürfte Götze ein heißer Kandidat sein.

4. Kai Havertz

Kai Havertz
Laszlo Szirtesi/GettyImages

Kai Havertz hat nicht seine beste Saison hinter sich und hatte auch 22/23 nicht den besten Saisonstart, gehört aber trotzdem zu den großen Hoffnungsträgern in der deutschen Offensive. 2021 hat er das entscheidende Tor im CL-Finale für den FC Chelsea geschossen und war bei der EM der beste deutsche Offensivspieler. Havertz hat sich bei den Blues weitgehend durchgesetzt, konnte in der Nationalmannschaft aber zuletzt nicht glänzen. Havertz vereint Torgefahr mit Technik - und hat sich mittlerweile auf der Neuner-Position bei den Blues eingelebt. Auch im DFB-Team wäre diese Rolle wohl besser für ihn als die Zehn.

3. Marco Reus

Marco Reus
Alexander Hassenstein/GettyImages

Trotz seiner 33 Jahre und seinen zahlreichen Verletzungen ist Marco Reus noch immer ein Unterschiedsspieler. Der Dortmunder ist ein sensationeller Scorer und brachte es allein in der Saison 21/22 wettbewerbsübergreifend auf 13 Tore und 19 Vorlagen. Eine solche Waffe kann auch das DFB-Team immer gebrauchen. Die große Schwäche von Reus ist allerdings seine Verletzungsanfälligkeit, die ihn eine große Karriere in der Nationalmannschaft gekostet hat. Kein Mensch kann prophezeien, ob er Ende des Jahres zur WM in einem Top-Zustand ist oder nicht. Im Derby gegen Schalke folgte zuletzt der nächste Rückschlag: Reus erlitt einen Bänderriss im Sprunggelenk. Stand jetzt wäre eine WM-Teilnahme aber möglich.

2. Thomas Müller

Thomas Mueller
Marvin Ibo Guengoer - GES Sportfoto/GettyImages

Thomas Müller vereint Erfahrung, Mentalität und sein untrainierbares Gespür. Mit seinen jüngsten Darbietungen beim FC Bayern und im DFB-Team gegen Ungarn muss sich aber auch der Raumdeuter Kritik gefallen lassen. Wahrscheinlich wird Hansi Flick in Katar dennoch auf Müller als nominellen Zehner setzen.

1. Jamal Musiala

Jamal Musiala
Martin Rose/GettyImages

Jamal Musiala ist das Top-Talent schlechthin in der DFB-Elf. Der unbekümmerte Super-Techniker glänzt mit seiner Ballbehandlung, seinen Dribblings und seiner Lösungsfindung in Druck-Situationen. Manchmal mutet er sich ein wenig zu viel zu oder lässt sich von seinen Gegnern wegschieben, jedoch ist das schon Kritik auf hohem Niveau. Musiala hat eine Mega-Karriere vor sich und ist jetzt schon wichtig für das DFB-Team. Vermutlich ist er auf der Zehn am wertvollsten, auch wenn er ebenfalls eine gute Option für die offensiven Außenbahnen darstellt.


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