Manchester United

Cristiano Ronaldo über Rangnick: "Hat viel verändert"

Dominik Hager
Cristiano Ronaldo glaubt an die Wende unter Ralf Rangnick
Cristiano Ronaldo glaubt an die Wende unter Ralf Rangnick / Clive Brunskill/GettyImages
facebooktwitterreddit

Seit Wochen wird darüber spekuliert, dass das Verhältnis zwischen Ralf Rangnick und Cristiano Ronaldo nicht das beste sein soll. Es häuften sich die Gerüchte, wonach der 36-Jährige Manchester United aus diesem Grund sogar verlassen möchte. Nun hat sich der portugiesische Fußballstar erstmals zu der Angelegenheit geäußert.


Die Wende zum Besseren konnte Ralf Rangnick in seinen ersten Wochen als Coach der Red Devils noch nicht vollziehen. Der Tabellen-Siebte stolpert weiterhin durch die Premier League und musste sich am vergangenen Wochenende den Wolverhampton Wanderers mit 0:1 geschlagen geben. Der Gemütszustand von Cristiano Ronaldo dürfte demzufolge weiterhin nicht gerade der Beste sein.

Ronaldo nimmt Rangnick in Schutz: "Er braucht Zeit"

Im Interview mit Sky Sports nahm der Angreifer Ralf Rangnick jedoch aus der Schusslinie und beruhigte damit auch die Spekulationen, wonach er nicht mit dem deutschen Coach zurechtkomme.

"Er ist vor etwa fünf Wochen hier angekommen und hat viel verändert. Aber er braucht Zeit, um den Spielern seine Idee zu vermitteln - auch auf dem Platz. Aber ich glaube, dass er gute Arbeit leisten wird", erklärte Ronaldo (via Sport Bild).

Trotz der bislang frustrierenden Spielzeit glaubt der Torjäger weiterhin fest daran, dass sich der sportliche Erfolg eines Tages einstellt: "Wir wussten, dass wir nicht so gut gespielt haben, wie wir konnten. Aber wir haben viele Spiele, um uns noch zu verbessern."

Viel Zeit für die sportliche Wende bleibt allerdings nicht. Manchester City, der FC Chelsea und der FC Liverpool sind in der Tabelle längst enteilt. Selbst West Ham United hat als Tabellenvierter bereits sechs Punkte Vorsprung auf Manchester United und zudem noch das bessere Torverhältnis vorzuweisen.

Aufzuholen wäre dieser Rückstand natürlich dennoch und auch in der Champions League ist noch alles möglich. Die Red Devils müssen im Achtelfinale der Königsklasse gegen Atlético Madrid antreten. Abschreiben muss der Klub die laufende Saison demnach noch lange nicht.

Allerdings liegt es nun eben insbesondere an Ralf Rangnick, aus United ein Team zu machen, das auch gegen Top-Gegner bestehen kann. Dies war in der Hinrunde keineswegs der Fall, wie beispielsweise die krachende Pleite gegen den FC Liverpool demonstrierte.

"Nicht einfach, Mentalität, System und Spielkultur zu ändern"

Trotz der zuletzt ausbleibenden Ergebnisse sieht Cristiano Ronaldo eine positive Tendenz unter dem neuen Coach. "Seit er angekommen ist, haben wir uns in einigen Punkten schon gesteigert, aber er braucht Zeit. Es ist nicht so einfach, die Mentalität der Spieler, das System und die Spielkultur zu ändern", spielt der Top-Star auf Zeit.

Als wichtigste Komponente sieht Ronaldo die Mentalität an. Dies ist nicht überraschend, da der Portugiese als Mentalitäts-Monster gilt, das auf und vor allem neben dem Platz äußerst professionell agiert und versucht, alles aus seinem Körper herauszuholen. Ob dies bei all seinen Teamkollegen genauso ist, darf zumindest angezweifelt werden. Anders ist es auch nicht zu verstehen, wie ein derart gut aufgestellter Kader solche enttäuschenden Ergebnisse einfahren kann.

Ronaldo nimmt sich selbst in die Pflicht

Der Routinier möchte die Schuld jedoch nicht bei seinen Kollegen suchen, sondern schickt sich an, dem Verein zukünftig noch mehr zu helfen. "Im neuen Jahr versuche ich, mich in verschiedenen Aspekten zu steigern. Ich will dem Team helfen, also lasst es uns versuchen", lauten seine Vorsätze für das Jahr 2022.

An der Torquote des Offensivspielers gibt es grundlegend wenig auszusetzen. Im ersten Halbjahr nach seiner Rückkehr konnte er wettbewerbsübergreifend immerhin 14 Tore erzielen.

Zufrieden ist der fünfmalige Ballon d'Or-Gewinner trotzdem keineswegs. "Ich will nicht hier sein, um den sechsten, siebten oder fünften Platz zu belegen. Ich bin hier, um Titel zu gewinnen", stellte er unmissverständlich klar.

Über ein mögliches Krisengespräch mit seinen Berater wollte sich Ronaldo im Interview nicht äußern. Derzeit spricht relativ wenig dafür, dass der Spieler einen Abschied anstrebt. Allein seine Verbundenheit mit dem Klub, für den er bereits zwischen 2003 und 2009 auf Torejagd ging, dürfte verhindern, dass sich die United-Legende aus dem Staub macht. Bei einem Klub wie Paris Saint-Germain oder Manchester City wäre dies vielleicht eher passiert.

Sein Vertrag bei den Red Devils läuft noch bis 2023 und diesen wird er wohl auch erfüllen.


Alles zur Premier League bei 90min

facebooktwitterreddit