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International

Wahnsinn in der Copa Libertadores: River Plate gewinnt ohne Torhüter und Ersatzspieler

Simon Zimmermann
Ohne Auswechselspieler und Mittelfeldmann Enzo Pérez im Tor feiert River den Sieg über Santa Fe
Ohne Auswechselspieler und Mittelfeldmann Enzo Pérez im Tor feiert River den Sieg über Santa Fe / Pool/Getty Images
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Was für eine Geschichte aus Argentinien. Traditionsklub River Plate musste im Gruppenspiel der Copa Libertadores gegen Independiente Santa Fe mit einer absoluten Rumpfelf auflaufen. Alternativen auf der Bank hatte Trainer Marcelo Gallardo überhaupt keine. Im Tor stand Mittelfeldspieler Enzo Pérez! Und trotzdem gewann River die Partie mit 2:1. Aushilfs-Keeper Pérez wurde zum Spieler des Spiels gekürt!


Gleich 20 (!) positive Corona-Fälle musste River Plate im Vorfeld des Spiels verkraften. Da der Klub aus Argentiniens Hauptstadt Buenos Aires aber nur 32 statt der erlaubten 50 Spieler für die Copa Libertadores (südamerikanische Champions League) meldete, kam es zu einem historischen Engpass. Gerade einmal elf fitte Spieler hatte Trainer Marcelo Gallardo gegen Independiente noch zur Verfügung.

Ein Torhüter war nicht dabei. Torwarttrainer Alberto Montes war positiv getestet worden, die vier Keeper im Kader konnten deshalb nicht eingesetzt werden. Wie erwartet fiel die Wahl zwischen den Pfosten auf Mittelfeld-Routinier Pérez, der eigentlich eine Muskelverletzung auskurieren wollte. Der 35-Jährige ist bekannt aus seiner Zeit in Europa bei Benfica und Valencia. Seit 2017 läuft der ehemalige argentinische Nationalspieler für River auf.


Die Highlights der Partie im Video:


Und Pérez avancierte an diesem fünften von sechs Gruppenspieltagen zum Matchwinner. 22 Mal feuerte Santa Fe auf den River-Kasten, die fünf Schüsse, die tatsächlich den Weg zum Tor fanden wehrte Pérez allesamt ab. Zwar sahen seine Abwehraktionen ein wenig unorthodox aus - aber wer will es ihm verübeln. Nach dem Blitzstart von River mit Toren in der dritten und sechsten Minute musste Pérez nur einmal hinter sich greifen. Der Sieg war perfekt - River kletterte an Flamengo vorbei auf Platz eins in der Gruppe. Am letzten Spieltag reicht ein Remis für die K.o.-Runde aus.

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