Streich erklärt: Deshalb muss Freiburg den Erfolg richtig einordnen

Yannik Möller
Christian Streich
Christian Streich / Helge Prang/GettyImages
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Der SC Freiburg wird als Zweitplatzierter aus der Winterpause kommen. Eine trotz der stetigen Verbesserungen doch ungewohnte Rolle für Christian Streich und seine Mannschaft. Entsprechend wichtig ist es dem Trainer, dass diese Ausgangslage auch richtig eingeordnet wird.


Wenn die Bundesliga am nächsten Wochenende wieder in den Spielbetrieb eintaucht, wird Freiburg als Tabellenzweiter starten. Eine verdiente, aber doch ungewöhnliche Ausgangslage für den Sport-Club.

Michael Gregoritsch hat im Interview mit 90min erklärt, dass der zweite Platz zwar grundsätzlich überraschend, zugleich aber durchaus auch verdient ist: "Überraschend - ja und nein. Also in der Vorbereitung habe ich der Mannschaft oder einigen Spielern schon gesagt, dass wir in meinen Augen richtig gut sind. Wir hatten dann im ein oder anderen Moment natürlich auch das richtige Spielglück. [...] Aber klar: Dass wir jetzt Zweiter sind, das ist schon auf eine Art und Weise überraschend."



Noch bevor die Freiburger wieder auf dem Platz stehen, mahnt Christian Streich zur korrekten Einordnung des bisherigen Erfolgs. Mit seinen Spielern habe er "noch kein Wort über Tabellenplätze gesprochen", erklärte er beim kicker.

Schließlich wisse ohnehin jeder, wie viele Punkte man bereits gesammelt hat. Da der Trainer zugleich keinen Platz als Ziel ausgibt, und schon gar keinen, der sich am internationalen Geschäft orientiert, scheint das für ihn derzeit belanglos zu sein.

Streich warnt vor "Tal der Tränen": Freiburg will trotzdem "das Maximale" herausholen

"Man hat eine gewisse Ruhe in den Köpfen, ein gewisses Zutrauen bei den Jungs", sieht er einen Vorteil der guten Lage. Wirklich überraschend ist der Teil-Erfolg auch für ihn nicht mehr: "Unsere Spieler haben Erfahrung und sich sukzessive verbessert. Das wissen sie, das merken sie. Wir hatten Erfolgserlebnisse." Nun habe man auch einen "großen Ehrgeiz", die bisherigen Leistungen auch zu bestätigen.

Und obwohl man aus "einer guten Position heraus" in den Liga-Alltag zurückkehren werde, ist und bleibt der zweite Platz kein Gradmesser für Freiburg. Streich wurde schon wieder zum Mahner: "Wenn wir gegen Wolfsburg und Frankfurt nur durchschnittliche Leistungen zeigen, haben wir nach beiden Spielen immer noch 30 Punkte. Das ist sicher."

Christian Streich
Streich gibt beim SC die Richtung vor / Helge Prang/GettyImages

"Wolfsburg ist gut drauf und über Frankfurt müssen wir eh nicht reden", fügte er noch hinzu. Damit machte er einmal mehr deutlich, dass eigentlich andere Vereine, die beispielsweise eine finanziell viel größere Kraft haben als der SC, dort oben stehen müssten. Ohne konstant gute Leistungen, werde man früher oder später abrutschen.

Genau für dieses Szenario sei es umso wichtiger, die derzeitige Ausgangslage auch vernünftig einzuordnen. Zwar gebe es immer den Ansporn, "das Maximale herauszuholen". Dennoch müsse man vorsichtig sein, später "nicht ins Tal der Tränen [zu] fallen".

"Wir sind von unseren vielen Erfolgserlebnissen verwöhnt, drumherum auch alle in den letzten zweieinhalb Jahren. Wir müssen aufpassen, dass das nicht als normal angesehen wird", betonte Streich.


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