Champions League

Neuer Rekord: Vier deutsche Trainer im Champions-League-Viertelfinale

Dominik Hager
Noch vier deutsche Coaches im Rennen. Die Bundesligatrainer Terzic und Flick sind ebenso heiß auf dem Pokal wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel.
Noch vier deutsche Coaches im Rennen. Die Bundesligatrainer Terzic und Flick sind ebenso heiß auf dem Pokal wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel. / Jean Catuffe/Getty Images
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Für den deutschen Fußball läuft es wie geschmiert, zumindest was die Leistungen auf der Trainerbank angeht. Nachdem bereits im Vorjahr drei von vier Champions-League-Halbfinalisten von einem deutschen Coach trainiert wurden, könnten es in diesem Jahr sogar vier sein: Hansi Flick, Thomas Tuchel, Jürgen Klopp und Edin Terzic haben allesamt die Runde der letzten acht Teams erreicht. Das ist ein echtes Novum in der Königsklasse.


Besonders viel eint die vier deutschen Coaches eigentlich nicht. So befinden sie sich bei ihren Klubs in einer ganz unterschiedlichen Position wieder. Besonders erleichtert über den Viertelfinaleinzug dürfte jedoch der erfahrenste Coach des Quartetts sein. Jürgen Klopp erlebt mit dem FC Liverpool eine rabenschwarze Saison. Umso erstaunlicher, dass die Reds RB Leipzig absolut souverän und ungefährdet nach Hause schicken konnten.

Tatsächlich war zwischen dem Liverpool, das den Fußball in den letzten Jahren mitbestimmte, und dem Liverpool gegen Leipzig kein großer Unterschied auszumachen - anders als zuletzt in der heimischen Premier League. Die Königsklasse ist die Lebensversicherung für das Team und Trainer Klopp. Umso gefährlicher macht dies auch die Jungs von der Anfield Road.

Tuchel mit Traumstart bei Chelsea: "Schön, dass ich ein Teil davon bin"

Somit ist also auch für den zweiten im Bunde, Thomas Tuchel, Vorsicht angesagt, der Klopp zuletzt in der Liga eine bittere Niederlage beibrachte. Im Gegensatz zum Liverpool-Coach ist Tuchel beim FC Chelsea noch vollkommen unverbraucht und brennt darauf, das zu schaffen, was ihm bei PSG erst verwehrt blieb und dann verwehrt wurde.

Bislang läuft es für den ehemaligen Dortmund-Coach wie am Schnürchen. Wie gut er sich an seinen neuen Klub gewöhnt hat, zeigen auch die Ergebnisse gegen Atletico Madrid. Mit einem 1:0 im Hinspiel fuhr er erstmal das Lieblingsergebnis der Blues ein, ehe im Rückspiel beim 2:0-Erfolg alles klar gemacht wurde. Damit ist Tuchel Teil der deutschen Trainer-Erfolgswelle, die er selbst nicht ganz erklären kann. "Lauter gute Trainer, lauter gute Teams. Ich kenne das Geheimnis auch nicht, aber es ist schön, dass es so ist und schön, dass ich ein Teil davon bin", erklärte er gegenüber Sky.

Edin Terzic: Der Novize unter den erfolgreichen Vier

Genauso wie Thomas Tuchel ist auch Edin Terzic relativ neu im Amt. Im Gegensatz zum Chelsea-Coach wird er jedoch keine neue Ära prägen, sondern nach der Saison ins zweite Glied hinter Marco Rose rücken. Schade eigentlich, wenn man sieht, wie der Deutsch-Kroate an der Seitenlinie agiert und welches Feuer er in den Verein bringt. Dank Terzic und Toptorjäger Erling Haaland räumte der BVB etwas überraschend den amtierenden Europa-League-Sieger FC Sevilla aus dem Weg.

Zwar sind Terzic und der BVB im weiteren Turnierverlauf eher in einer Underdog-Rolle, dennoch scheint man in Dortmund bereit dazu, den ein oder anderen Favoriten ein Bein stellen zu können. Vielleicht ja sogar einem anderen deutschen Trainer.

Hansi Flick will den Titel verteidigen

Hansi Flick wird hoffen, dass es sich hierbei nicht um ihn handelt. Grund zur Unruhe gibt es für den 56-Jährigen nicht. So marschieren die Bayern bis jetzt souverän durch die Königsklasse und schickten auch Lazio Rom relativ deutlich nach Hause. Sportliche Erfolge wie diese sind aber für den Cheftrainer auch nicht ganz unerheblich, zumal sich ein Machtkampf mit Hasan Salihamidzic anbahnt, dessen Ausgang noch nicht wirklich abgeschätzt werden kann.

Umso heißer wird Flick darauf sein, in der Champions League erfolgreich zu sein und wenn möglich sogar den Titel zu verteidigen. Von den vier deutschen Coaches dürfte er dabei sogar die besten Karten haben, selbst wenn ab dem Viertelfinale ohnehin alles offen ist.

Der Blick geht in Richtung Nyon: Welches Trainerduell halten die Loskugeln für uns bereit?

Alle deutschen Fußballfans dürften also jetzt schon gespannt nach Nyon blicken, wo am 19. März (12 Uhr) die Auslosung ausgetragen wird. Da müsste es schon mit dem Teufel zugehen, wenn wir kein brisantes deutsch-deutsches Trainerduell präsentiert bekommen würden. Jedenfalls ist alles offen und jede Konstellation möglich, zumal ab dem Viertelfinale auch länderinterne Partien ausgelost werden können.

Ob Tuchel gegen Flick oder Terzic gegen Klopp: Wir dürfen uns auf packende Duelle auf und neben dem Platz einstellen.

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