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Champions League

Barça gegen Bayern: Der Champions-League-Klassiker im Head-to-head-Vergleich

Dominik Hager
Der FC Bayern im Head-to-head-Duell mit den Katalanen
Der FC Bayern im Head-to-head-Duell mit den Katalanen / Pool/Getty Images
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Der FC Bayern sieht sich am Dienstag in der Champions League dem ersten harten Brocken entgegengesetzt. Beim letzten Aufeinandertreffen mit dem FC Barcelona sprang für die Münchner ein spektakulärer 8:2-Erfolg heraus. Ein Freifahrtschein für die kommenden Duelle ist das aber freilich nicht. Der Head-to-head-Vergleich vor dem Kracher.


Marc-André ter Stegen - Manuel Neuer

Die beiden besten deutschen Torhüter gehören beide zu den stärksten Torhütern der Welt und sind in der Lage, wesentlich zum Ausgang beizutragen. Der Barca-Keeper war allerdings lange verletzt und muss erst mal in den Spielrhythmus kommen. Bayern-Kapitän Manuel Neuer ist in Top-Form und in großen Spielen seit jeher ein Garant. Der erste Punkt geht daher nach München.

Punkt für Bayern: 0:1

Óscar Mingueza - Benjamin Pavard

Aufgrund der Verletzung von Sergiño Dest steht voraussichtlich Óscar Mingueza in der Startelf. Der 22-Jährige ist ähnlich wie Pavard ein gelernter Innenverteidiger, der allerdings auch auf rechts auflaufen kann. Zwar ist der Münchner definitiv nicht über jeden Zweifel erhaben und insbesondere nach vorne oft wirkungslos, jedoch hat er klar mehr Erfahrung als Rechtsverteidiger gegen einen Top-Gegner. Die Münchner werden wohl durchaus probieren, verstärkt über die Seite des Spaniers zu kommen.

Punkt für Bayern: 0:2

Ronald Araújo - Dayot Upamecano

Araújo ist in der Barca-Abwehr vermutlich das größte Talent und macht Hoffnung für die Zukunft. Allerdings hat der 22-Jährige gerade mal drei Champions-League-Partien auf dem Buckel. Upamecano hat schon deutlich mehr Erfahrung sammeln können und ist mit seiner Zweikampfstärke und Athletik auch der bessere Innenverteidiger.

Punkt für Bayern: 0:3

Gerard Piqué - Niklas Süle

Julian Nagelsmann hat angedeutet, zwischen Leipzig und Barcelona switchen zu wollen. Demnach könnte Niklas Süle wieder für Lucas Hernández in die Startelf rücken. Der deutsche Nationalspieler spielt eine starke Saison, wohingegen Piqué mit Verletzungsproblemen zu kämpfen hatte. Die internationale Erfahrung des Spaniers ist allerdings gewaltig, selbst wenn er nicht mehr auf dem Niveau von vor drei, vier Jahren ist.

Punkteteilung: 0,5:3,5

Jordi Alba - Alphonso Davies

Ersterer ist der stärkste Linksverteidiger der letzten Jahre, Alphonso Davies aber wohl der beste der Gegenwart. Der Kanadier spielt eine starke Saison und machte gegen Leipzig ein überragendes Spiel. Der Youngster ist nicht nur offensiv gefährlich, sondern mit seinem Tempo und seiner Physis auch in der Verteidigung bärenstark. Alba ist nicht mehr ganz auf seinem früheren Level und hat an Tempo eingebüßt. Ein klasse Spieler ist der Spanier noch immer, aber eben nicht mehr ganz auf Davies-Niveau.

Punkt für Bayern: 0,5:4,5

Sergio Busquets - Joshua Kimmich

Erneut haben wir den Fall, dass ein Barca-Star seiner besten Zeit ein wenig hinterherhingt. Vor wenigen Jahren gehörte Busquets zur absoluten Elite und war wahrscheinlich sogar der beste Sechser der Welt. Allerdings hat der 33-Jährige auch ein wenig nachgelassen. In der Spieleröffnung ist der Spanier über jeden Zweifel erhaben, jedoch ist das Gesamtpaket Kimmich inzwischen besser. Vor allem in Sachen Laufstärke, Mobilität und Kampfgeist liegt der Münchner vorne.

Punkt für Bayern: 0,5:5,5

Frenkie De Jong - Leon Goretzka

Der Holländer ist nach dem Messi-Abgang vielleicht der wichtigste Spieler im Team. De Jong ist passstark, dynamisch und verfügt über eine herausragende Technik. Damit ist der Barca-Star mit Ball deutlich vielseitiger als Leon Goretzka. Gegen den Ball liegen die Vorteile beim Münchner, der über Laufstärke und Robustheit verfügt. Allerdings ist der 26-Jährige derzeit nicht in seiner allerbesten Form. Demnach liegt De Jong knapp vorne.

Punkt für Barcelona: 1,5:5,5

Sergi Roberto - Serge Gnabry

Wirklich vergleichbar sind beide nicht, da Serge Gnabry der deutlich offensivere Spieler ist. Allerdings hat der Münchner immerhin im vorletzten Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass er auf seiner Position zur erweiterten Weltklasse gehört und ein Unterschiedsspieler sein kann. Sergi Roberto ist taktisch und technisch gut geschult, aber kein Akteur, der in einem solch großem Match den Unterschied ausmacht.

Punkt Für Bayern: 1,5:6,5

Pedri - Thomas Müller

Pedri gehört zu den größten Talenten der Welt und spielt bereits jetzt auf einem extrem hohen Niveau. Allerdings sprechen die Erfolge und die Champions-League-Erfahrung für Thomas Müller. Ein Vergleich der beiden Spieler ist alleine deswegen schon fast unmöglich, weil sie gänzlich unterschiedliche Spielertypen sind. Stand heute macht Thomas Müller das Rennen, weil er im Vergleich zum Youngster mit all seinen Titeln und Scorern mehr auf dem Kerbholz stehen hat.

Punkt für Bayern: 1,5:7,5

Memphis Depay - Leroy Sané

Sané zeigt in Ansätzen, dass er sich langsam aber sicher aus seinem Tief befreit. Im Spiel gegen RB Leipzig vergab der Außenbahnspieler aber neben seinem Tor zahlreiche weitere Top-Chancen. Noch befindet sich der deutsche Nationalspieler nicht in Top-Form und besitzt auch nicht das Selbstvertrauen, das für sein Spiel nötig ist. Depay ist der absolute Key-Spieler in der Barca-Offensive. Der Holländer ist technisch brillant und enorm torgefährlich. Der Katalane gewinnt das Duell recht eindeutig.

Punkt für Barcelona: 2,5:7,5

Luke De Jong - Lewandowski

Ein Spielertyp wie De Jong gab es in der Barca-Offensive definitiv lang nicht mehr. Demnach wird es für die Münchner Abwehr durchaus ungewohnt, gegen den klassischen Stoßstürmer zu verteidigen. Allerdings ist Lewandowski in sämtlichen Belangen der deutlich bessere Angreifer. Es bedarf keiner weiteren Erklärung dafür, dass der letzte Punkt nach München geht.

Punkt für Bayern: 2,5:8,5

Fazit:

Der FC Bayern ist inzwischen die deutlich stärker besetzte Mannschaft. Selbst wenn beim FC Barcelona alle Spieler fit wären, würde der FC Bayern den Head-to-head-Vergleich klar dominieren. Ganz so eindeutig wie der Vergleich wird die Partie aber mutmaßlich nicht verlaufen. Das einst so gefürchtete und grandios besetzte Barca hat jedoch definitiv an Qualität eingebüßt. Klar ist jedenfalls, dass die Münchner in den letzten 20 Jahren definitiv noch nie so klar favorisiert waren wie diesmal.

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