90min
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Der Nächste bitte: Das BVB-Profil für den Haaland-Nachfolger

Simon Zimmermann
Erling Haaland spielt wohl seine letzte BVB-Saison
Erling Haaland spielt wohl seine letzte BVB-Saison / Matthias Hangst/Getty Images
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Die BVB-Verantwortlichen sind bekannt für ihre realistischen Transfer-Einschätzungen. Und so muss man sich in Dortmund mit möglichen Nachfolgern von Erling Haaland beschäftigen. Das gesuchte Profil steht bereits, erste Kandidaten werden auch schon genannt. Darunter befindet sich auch ein "Mini-Lukaku".


Das Thema Erling Haaland wird den BVB in schöner Tradition über die gesamte Saison hinweg begleiten. Der 21-jährige Torjäger ist das nächste schwarz-gelbe Juwel, das von den europäischen Schwergewichten gejagt wird.

Der Norweger besitzt in Dortmund zwar noch einen Vertrag bis 2024, kann per Ausstiegsklausel im kommenden Sommer aber gehen. BVB-Boss Hans-Joachim Watzke wollte am Sonntag im Sport1 'Doppelpass' zwar nicht auf Vertragsinhalte eingehen, erklärte aber, dass es allein Haalands Entscheidung sei, wie es ab 2022 weitergeht. Mehr als nur ein klares Indiz für die Existenz einer Ausstiegsklausel.

"Der Schlüssel liegt nur bei Erling, er alleine entscheidet."

Aki Watzke, via Sport1

Haaland-Verbleib beim BVB? Lewandowski soll als Vorbild dienen

Watzke meinte aber auch, dass es längst noch nicht sicher sei, ob Haaland Dortmund tatsächlich verlassen werde. Robert Lewandowski diene dabei als Vorbild und dürfte Dortmunds Hauptargument sein. Tenor: Auch der Pole ließ sich bei seinem Wechsel Zeit, um bei der Borussia weiter reifen zu können.

Doch wenn man im BVB-Lager ganz ehrlich ist, hinkt der Vergleich ein wenig. Haaland ist mit seinen 21 Jahren schon längst in der Stürmer-Elite angekommen. Mehr Champions-League-Tore als -Spiele. Wahnwitzige 68 Treffer und 19 Vorlagen in 67 Pflichtspielen für Schwarz-Gelb. Zahlen, die belegen, dass Haaland bereits mindestens zur Top 5 der besten Stürmer der Welt gehört. Wahrscheinlich ist er leicht hinter Lewandowski sogar schon die Nummer zwei unter den Neunern.

Der Hype um den Norweger mit seinen 21 Jahren ist entsprechend auch international weitaus größer als in jungen Jahren bei Lewandowski. Die Kombination aus Ehrgeiz, Titelhunger und finanziellem Anreiz macht einen Wechsel schon 2022 sehr wahrscheinlich. Auch die BVB-Verantwortlichen werden sich dessen bewusst sein.

Nächstes BVB-Dauerthema: Wer folgt Erling Haaland?

Und so werden uns mögliche Haaland-Ziele die komplette Saison über begleiten. Einher geht die Frage, wer den Norweger in Dortmund nachfolgen wird. Die Vergangenheit hat gezeigt, dass der BVB es immer wieder geschafft hat, die Abgänge seiner Star-Stürmer zu kompensieren. Auf diesen Fakt wies auch Watzke zurecht hin und gab sich betont gelassen.

Kandidaten werden bereits gehandelt. Allen voran Anthony Martial, der bei Man United in einer sportlichen Sackgasse steckt. Nach 90min-Infos hat der BVB den 25-jährigen Franzosen durchaus auf der Liste. Und glaubt auch, dass Martial in Dortmund wieder aufblühen könnte. Wie beim Franzosen ist es aber auch bei allen anderen Kandidaten: eine Frage des Geldes.

Denn in Dortmund ist man noch nie damit aufgefallen, für einen Star-Stürmer-Nachfolger übermäßig viel Geld auf den Tisch zu legen. Die aktuellen finanziellen Zwänge durch Corona tun ihr Übriges dazu. Sport1 bestätigt die 90min-Informationen, dass die Red Devils für einen Verkauf bereit wären. Der geforderte Preis liege aber weit nördlich der 40 Millionen Euro.

Haaland-Nachfolge: Das Beuteschema des BVB

Weiter heißt es im Sport1-Podcast 'Die Dortmund-Woche', dass der BVB (wenig überraschend) beim Haaland-Nachfolger ein gewisses Beuteschema hat. Am liebsten zwischen 19 und 24 Jahre alt, am liebsten als Schnäppchen bis zu 20 Millionen Euro. Allerdings sei man auch bereit, eine Ablöse zwischen 30 und 40 Millionen Euro für den passenden Kandidaten zu bezahlen.

Als weitere mögliche Optionen werden Kasper Dolberg und Amine Gouiri genannt. Beide stürmen in Frankreich für OGC Nizza. Dolberg (23) und Gouiri (21) besitzen jeweils Verträge bis 2024. Ihre Marktwerte belaufen sich auf 22 beziehungsweise 30 Millionen Euro.

Kasper Dolberg
Beovr es Dolberg von Ajax zu Nizza zog, wurde er schon beim BVB gehandelt / John Berry/Getty Images

An diesen Zahlen sieht man schon, dass es schwer werden würde, einen der beiden Sturm-Youngster für einen angemessenen Preis zu bekommen. Und so bleiben genannte Kandidaten nicht viel mehr als bloße Möglichkeiten auf einer langen Liste potenzieller Haaland-Nachfolger, die in den kommenden Monaten immer länger werden dürfte.

BVB beobachten "Mini-Lukaku"

In Dortmund bleibt man gelassen. Konkret beschäftigen will man sich erst ab Winter mit der Stürmersuche. Wer die Verantwortlichen und das Scouting bei Schwarz-Gelb kennt, sollte nicht überrascht sein, wenn man spätestens im Sommer 2022 einen überraschenden Namen aus dem Hut zaubert. Einen, der potenziell in die Fußstapfen von Haaland treten kann und bei dem das Spiel einige Jahre später von vorne losgehen wird.

Ein solcher Name könnte Reyes Cleary sein, 17-jähriger Mittelstürmer aus der Jugend von West Bromwich Albion. Laut Daily Mail haben BVB-Scouts den Youngster zuletzt beobachtet, der in der Premier League 2 (der englischen Nachwuchs-Liga für die Reserve-Teams der Profi-Klubs) in vier Spielen schon sechsmal traf. Aufgrund seiner Statur wird Cleary schon als "Mini-Lukaku" bezeichnet.

Neben dem BVB soll der 17-Jährige aber auch von mehreren Klubs aus der Premier League, der Serie A und zwei weiteren deutschen Klubs (Hoffenheim, Schalke) beobachtet werden.

Beobachtungen wie bei Cleary wird es aber über ganz Europa oder sogar der ganzen Welt verteilt geben. Mindestens bis zum Winter wird man sich in Dortmund auf Beobachtungen und Scouting stützen. Wirklich konkret dürfte es erst mit Beginn des neuen Jahres werden. Dann wird sich die Stürmersuche intensivieren - und die Medienlandschaft von Wasserstandsmeldungen zu Haaland-Nachfolgern überschwemmt werden.


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