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Verlängern oder verkaufen? Der Stand bei Raphael Guerreiro und dem BVB

Simon Zimmermann
Raphael Guerreiro soll dem BVB über 2023 hinaus erhalten bleiben
Raphael Guerreiro soll dem BVB über 2023 hinaus erhalten bleiben / INA FASSBENDER/GettyImages
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Raphael Guerreiro ist einer von 17 BVB-Profis bei denen das aktuelle Arbeitspapier spätestens 2023 ausläuft. In Dortmund will man nun die Vertragsverlängerung mit dem 28-jährigen Portugiesen angehen.


Für zwölf Millionen Euro kam Guerreiro im Sommer 2016 aus Frankreich vom FC Lorient zur Borussia. Seither hat sich der technisch hoch veranlagte Linksfuß als einer der besten Linksverteidiger der Bundesliga etabliert. Mehr noch: Guerreiro ist flexibel einsetzbar und auch eine Option für die offensivere Flügelposition und im zentralen Mittelfeld.

Seine Stärken hat der Portugiese eindeutig im Offensivspiel. Mannschaftsintern fällt meist der Name Guerreiro, wenn es um den besten Fußballer in der Mannschaft geht. Kein Wunder also, dass man in Dortmund den 2023 auslaufenden Vertrag gerne verlängern möchte.

Zuletzt gelang das im Herbst 2019 - durchaus überraschend. Denn der 28-Jährige hatte sich längst in den Fokus von den ganz großen Klubs Europas gespielt. Ex-Coach Thomas Tuchel soll seinerzeit ganz nah dran gewesen sein, Guerreiro zu PSG zu locken.

BVB hinterlegt Verlängerungswunsch bei Guerreiro

Nun will der BVB einen ähnlichen Verlängerungs-Coup wiederholen. Wie die Ruhr Nachrichten berichten, habe man bei der Guerreiro-Seite bereits den Wunsch zur Verlängerung hinterlegt. Aufgrund der aktuellen Vertragssituation wollen die Dortmunder Verantwortlichen wohl recht schnell Klarheit über Guerreiros Pläne.

Der Portugiese spielt seit nunmehr fünfeinhalb Jahren beim BVB und fühlt sich mit seiner Familie in Dortmund sehr wohl, heißt es. Auf der anderen Seite könnte er seine nächste Unterschrift unter seinen letzten großen Vertrag setzen. Nicht auszuschließen daher, dass Guerreiro noch einmal einen Wechsel anstrebt. In diesem Fall könnte gar eine schnelle Trennung im Sommer folgen, will der BVB noch eine angemessene Ablöse kassieren.

Falls Guerreiro nicht verlängern will: schnelle Trennung möglich

Wie sehr man bei der Borussia in die Vollen geht, bleibt abzuwarten. Guerreiro ist zwar ein brillanter Kicker. Insbesondere in der laufenden Saison zeigt er sich aber auch extrem verletzungsanfällig. Nur 16 von 30 Pflichtspielen konnte der 28-Jährige absolvieren. Im System mit einer Viererkette werden zudem immer wieder seine Defensivschwächen und offensive Ausrichtung deutlich.

Fakt ist, sollte Guerreiro gehen wollen, wird die Baustelle hinten links groß. Backup Nico Schulz konnte seit seiner Ankunft 2019 nicht überzeugen. Es bräuchte einen Guerreiro-Ersatz, der künftig die Nummer-eins-Rolle auf der linken Abwehrseite in Dortmund übernehmen kann.

Im vergangenen Sommer wurde der BVB lange mit RB-Linksverteidiger Marcel Halstenberg in Verbindung gebracht. Ob der 30-Jährige als direkter Guerreiro-Nachfolger eingeplant werden kann, ist aber zumindest fraglich. Der Nationalspieler kann auch als Innenverteidiger eingesetzt werden - zumindest in einer Dreierkette. Über die Offensivkraft eines Guerreiro verfügt er zudem nicht.

In den kommenden Wochen dürften sich erste Tendenzen ablesen lassen. Die Verlängerung mit Guerreiro wäre aus BVB-Sicht die Wunschlösung. Und selbst dann könnte im Sommer ein weiterer Linksverteidiger verpflichtet werden.


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