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Thomas Delaney bedauert BVB-Abschied: "Hat mir in gewisser Weise wehgetan"

Dominik Hager
Thomas Delaney schaut mit einem weinenden Auge auf seinen Abschied aus Dortmund zurück
Thomas Delaney schaut mit einem weinenden Auge auf seinen Abschied aus Dortmund zurück / Quality Sport Images/Getty Images
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Thomas Delaney gilt wohl als Paradebeispiel für einen guten Teamplayer und eine verlässliche Arbeitskraft. Der ehemalige Dortmunder konnte sich jedoch gegen Bellingham, Dahoud und Can letztlich nicht mehr durchsetzen und schloss sich dem FC Sevilla an. Ganz leicht ist ihm der Abschied vom BVB aber nicht gefallen, wie er im Interview mit dem kicker zugibt.


Viereinahlb Jahre kickte Thomas Delaney in der Bundesliga und überzeugte sowohl bei Werder Bremen als auch bei Borussia Dortmund mit seiner Verlässlichkeit und Arbeitsmoral. Trotz allem musste sich der Däne der gewaltigen Konkurrenz geschlagen geben und verließ den BVB im Spätsommer. Ein Abschied, der schmerzte, wie der erfahrene Mittelfeldspieler offen preisgibt.

"Mir hat das in gewisser Weise wehgetan, denn ich war ja nicht unzufrieden in Dortmund. Im Gegenteil. Weder persönlich in der Stadt noch innerhalb des Teams. Der BVB ist ein geiler Klub und es macht mich stolz, dass ich drei Jahre lang für ihn spielen durfte", zeigte sich der Sevilla-Profi wehmütig.

Allerdings lässt der Sechser keinen Zweifel daran, dass ein Wechsel sportlich gesehen die einzig richtige Entscheidung war.

"Am Ende haben Kleinigkeiten den Ausschlag gegeben: Ich konnte absehen, dass ich sportlich nicht die größte Rolle spielen würde. Aber ich bin 30 Jahre alt - ich wollte mehr spielen, als es die Planungen des Klubs für mich vorsahen. Deshalb wollte ich wechseln", stellte Delaney klar.

Delaney oft nur Ersatz beim BVB: 1.289 Spielminuten nicht genug

In der vorherigen Saison kam der Mittelfeld-Profi in der Bundesliga lediglich auf 1.289 Einsatzminuten. Zu wenig für einen Spieler, der sich als Leader versteht und am liebsten jedes Spiel über 90 Minuten absolvieren möchte. In Sevilla findet er hierfür bessere Voraussetzungen vor. Der Ex-Dortmunder war auf dem besten Wege zur Stammkraft, leistete sich aber am Wochenende gegen Espanyol Barcelona einen unnötigen Platzverweis.

Delaney verriet im Interview zudem, dass der BVB ebenfalls nicht unbedingt froh war, den verdienten Spieler loszuwerden. Darauf deutet Daleneys Antwort auf die Frage hin, wie denn der Klub seine Wechselwünsche aufgenommen hatte.

"Nicht so gut, glaube ich. Aber sie haben mir dennoch die Möglichkeit dazu gegeben. Dass die meisten es schade fanden, dass ich gehe, war für mich zusätzlich ein schönes Zeichen der Wertschätzung. Ich werde diesen Klub immer positiv in Erinnerung tragen", erklärte er gegenüber dem Sportmagazin.

Delaney bedauert BVB-Abschied: "Schmerzt mich noch immer"

Vor allem die Art und Weise, wie der Abgang vonstattenging, lässt beim Routinier dennoch eine kleine Wunde zurück. Ein gebührender Abschied vor der vollen Südtribüne hätte das Kapitel Borussia Dortmund sicherlich würdiger beendet.

"Ich habe mit Sebastian Kehl am Tag meines Wechsels mindestens dreimal darüber gesprochen, wie schade ich das finde. Es tat weh, anderthalb Jahre auf ein volles Stadion zu verzichten. Denn ich weiß, wie großartig das Gefühl ist, vor 81.000 Menschen zu spielen und Siege zu feiern. Dass das zum Abschied nicht möglich war, schmerzt mich noch immer", erklärte er.

Dabei sei aber erwähnt, dass der Signal-Iduna-Park immerhin zum Teil gefüllt war, als Delaney am ersten Spieltag der diesjährigen Saison sein letztes Heimspiel in Schwarz und Gelb absolvierte. Zudem darf sich der Spieler in der La Liga zukünftig auf volle Stadien freuen. In Spanien wurde schließlich soeben die zulässige Auslastung von 100 Prozent ab diesem Freitag festgelegt.

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