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Riskiert der BVB mit Süle ein beschädigtes Gehaltsgefüge?

Yannik Möller
Niklas Süle
Niklas Süle / Gualter Fatia/GettyImages
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Die Verpflichtung von Niklas Süle ist zweifelsfrei ein guter Move des BVB. Allerdings steigt der Abwehrspieler - selbstredend - direkt in die Spitzenkategorie beim Gehalt ein. Das war bisher nur wenigen Spielern vorenthalten. Beschwört Schwarz-Gelb damit künftige Probleme?


Inzwischen ist das Für und Wider des Wechsels von Niklas Süle zu Borussia Dortmund ausgiebig diskutiert worden. Dem BVB muss man zweifelsfrei zugestehen, einen tollen Transfer bewerkstelligt zu haben. Sowohl von der Qualität, als auch ausgehend vom Zeichen, das damit gesendet wird. Einen wichtigen Spieler des FC Bayern holt man nicht jeden Tag ablösefrei.

Auf der anderen Seite erhält der Innenverteidiger bei seinem neuen Klub die Wertschätzung, als Fußballer wie als Mensch wie er es formulierte, die ihm in München zuletzt offenbar fehlte.

Ein Aspekt, über den bisher vergleichsweise wenig gesprochen wurde, sind die Auswirkungen auf das Gehaltsgefüge.

Süle steigt beim BVB-Salär ganz oben ein

Verschiedenen Medienberichten zufolge soll Süle in Dortmund um die zehn Millionen Euro verdienen. Die Bild sprach zuletzt sogar von bis zu zwölf Millionen Euro. Keine Frage: Der Nationalspieler steigt bei Schwarz-Gelb direkt am obersten Regal ein. Damit war zwar zu rechnen, angesichts der Qualität und des Namens. Allerdings müssen etwaige Folgen bedacht werden.

Zum Vergleich: Erling Haaland, schon vor seinem Wechsel ins Ruhrgebiet von halb Europa gejagt, soll etwas unter zehn Millionen Euro bekommen. Offenbar wollte der BVB bei ihm im Falle eines weiteren Verbleibs den Rahmen sprengen und aufgrund der dann winkenden Mehreinnahmen das Gehalt auf bis zu 16 Millionen Euro für das weitere Jahr schrauben. Marco Reus und Mats Hummels stehen ebenfalls an der Spitze, auch bei ihnen soll es sich um etwa zehn Millionen Euro handeln.

Marco Reus
Marco Reus war bisheriger Spitzenverdiener in Dortmund / Alex Grimm/GettyImages

Die Süle-Summe ist also kein Ausreißer, aber dennoch eine, die direkt ein Ausrufezeichen setzt. Besonders interessant, dass die Dortmunder Verantwortlichen über die letzten ein, zwei Jahre stets betonten, bei weitem nicht die finanziellen Möglichkeiten eines FCB zu haben.

Das ist natürlich richtig, angesichts des ständigen Herunterspielens der eigenen Finanzkraft bleibt es aber ein Gehalt, das zukünftig für Probleme sorgen könnte.

Höhere Gehaltsforderungen bei Vertragsgesprächen als mögliche Folge

Ein weiterer Spieler in der obersten Gehalts-Etage wird für andere Spieler bedeuten, dass sie mit gutem Gewissen ebenfalls mehr Geld einfordern können. Sei es bei neuen Verpflichtungen, allen voran jedoch bei Vertragsverlängerungen. Andere Stammspieler, die durch Leistung glänzen, werden aufgrund der ausgedehnten Zahlungen weitere Zugeständnisse als möglich erachten und vermutlich als Bedingung aufstellen.

So wie beispielsweise Manuel Akanji, bei dem die Zeichen nun auf Abschied stehen sollen.

Andere Stimmen sehen die Folgen als potenziell weniger gefährlich an. Sport1-Reporter Patrick Berger verweist auf weitere BVB-Akteure, die in einen ähnlichen Gehaltsbereich kommen. Er führt etwa Emre Can, Thomas Meunier und Axel Witsel an - allerdings mit der Basis eines geschätzten Salärs von acht bis zehn Millionen Euro.

So bleibt abzuwarten, welche direkten und indirekten Folgen ein weiterer Spitzenverdiener für Dortmund haben wird. Die Gefahr, dass bei neuen Vertragsgesprächen höhere Forderungen gestellt werden, ist sicher vorhanden.


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