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BVB mit Remis in Kopenhagen: Die Borussen in der Einzelkritik

Dominik Hager
BO AMSTRUP/GettyImages
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Borussia Dortmund hat beim sportlich nicht wirklich entscheidenden Spiel in Kopenhagen ein 1:1-Unentschieden erzielt. Thorgan Hazard brachte die Borussen in Führung, jedoch zeigte sich der Gastgeber in Summe motivierter und zielstrebiger und konnte verdientermaßen ausgleichen. Aus BVB-Sicht steht eine Gruppenphase mit Höhen und Tiefen, die man auf dem zweiten Platz beenden konnte. Wir werfen einen Blick auf die Einzelkritiken.


1. Gregor Kobel

Gregor Kobel brauchte nach seinem überragenden Frankfurt-Spiel nur neun Minuten, bis er mit einer weiteren Glanzparade einen Rückstand verhinderte. 20 Minuten später entschied er ein Eins-gegen-Eins mit Claesson für sich. In der 41. Minute hatte er gegen den Abschluss von Haraldsson keine Chance. In der Halbzeit wurde er durch Meyer ersetzt.

Bewertung: 8/10

2. Felix Passlack

Der Rechtsverteidiger konnte mit einem dynamischen Offensivlauf und einer starken Flanke das 1:0 durch Hazard vorbereiten. Ein wenig unglücklich sah er dagegen beim 1:1 aus, in dessen Entstehung er sich tunneln ließ. Passlack zeigte kämpferisch ein gutes Spiel, jedoch verließen ihm mit fortlaufender Spielzeit die Kräfte, weshalb gegen den schnellen Daramy so seine Probleme hatte.

Bewertung: 6/10

3. Mats Hummels

Mats Hummels absolvierte eine desolate Anfangsphase. Der Routinier sah vor der Großchance in der neunten Minute überhaupt kein Land gegen Daramy und ließ drei Minuten später Haraldsson bei dessen Gelegenheit gewähren. Zudem leistete er sich auch im Spielaufbau ungewohnte Schnitzer. Nach der Anfangsviertelstunde steigerte sich Hummels, wenngleich er seine sonstige Souveränität und Präsenz vermissen ließ.

Bewertung: 3/10

4. Nico Schlotterbeck

Nico Schlotterbeck war in der ersten Halbzeit noch der stabilste BVB-Verteidiger, leistete sich aber auch den ein oder anderen kleineren Lapsus. In der zweiten Halbzeit wurden diese zunächst eher größer statt kleiner. So verschuldete er eine Kopenhagen-Großchance in der 60. Minute. In der Endphase steigerte sich der Innenverteidiger dann wieder. Ein insgesamt durchschnittlicher Auftritt.

Bewertung: 5/10

5. Thorgan Hazard

Der Belgier markierte nach Passlack-Vorlage das frühe 1:0 für den BVB. Es war jedoch seine einzige wirklich auffällige Szene in Halbzeit eins. Gegen den Ball machte es der Wahl-Linksverteidiger ordentlich, jedoch sah man ihm in einigen Szenen an, dass das Verteidigen nicht sein Hauptberuf ist. Seine Standards kamen recht ordentlich und auch darüber hinaus kann man Hazard ein zufriedenstellendes Spiel attestieren.

Bewertung: 7/10

6. Emre Can

Emre Can zeigte zu Beginn imposante Ballgewinne und dynamische Läufe. Wirklich Zählbares sprang aus seinen Aktionen jedoch selten heraus. Der Mittelfeldspieler rannte sich letztlich zu oft fest oder wählte den falschen Pass. Ein wenig peinlich war auch seine Schwalbe im Kopenhagen-Strafraum nach einem eigentlich guten Lauf. Im zweiten Abschnitt kam Can nicht mehr so gut in die Zweikämpfe und brauchte am Ball zu lange. Kein wirklich guter Auftritt.

Bewertung: 3/10

7. Salih Özcan

Salih Özcan verzeichnete zwar viele Ballkontakte, wusste aber nur selten etwas mit dem Leder anzufangen. In den Zweikämpfen wirkte der Neuzugang aus Köln zudem ein wenig zu unkonsequent, weshalb er oft nur zweiter Sieger blieb. In der zweiten Halbzeit kamen ein paar lässige Fehlpässe hinzu, die sinnbildlich für seine Leistung waren.

Bewertung: 3/10

8. Karim Adeyemi

Adeyemi brachte in Durchgang eins nichts Zählbares auf den Rasen. In den wenigen Momenten, in denen er etwas überraschendes kreieren wollte, blieb er an seinen Gegenspielern hängen. In der 52. Minute wurde er mit einem abgefälschten Schuss erstmals im Ansatz gefährlich. Kurz darauf bereitete er nach schönem Dribbling die zweite Malen-Großchance vor, der diese jedoch kläglich vergab. Ungewohnterweise wurde Adeyemi in der 70. Minute sogar durch einen Kopfball gefährlich. Immerhin steht unter dem Strich eine klare Leistungssteigerung in Durchgang zwei.

Bewertung: 5/10

9. Giovanni Reyna

Reyna war in Durchgang eins noch der beste Dortmunder Offensivspieler. Der US-Amerikaner zeigte sich sicher im Passspiel und hatte gleich in der Anfangsphase eine Schusschance. In der 17. Minute setzte der Youngster Malen mustergültig in Szene, der jedoch bedenklich schwach abschloss. In der zweiten Halbzeit gehörte Reyna ebenfalls zu den aktiveren Borussen, erzeugte bis zu seiner Auswechslung in der 63. Minute aber nicht mehr die ganz große Gefahr.

Bewertung: 6/10

10. Donyell Malen

Malen trat nur selten in Erscheinung, wenngleich er mit seinem Tempo das Spiel immerhin ab und an beschleunigen konnte. Ganz schwach war jedoch seine Ballmitnahme und der darauf folgende Abschluss in der 17. Minute, mit dem er die BVB-Fans verzweifeln ließ. Nicht weniger grob war sein Abschluss in der 54. Minute nach einer tollen Vorarbeit von Adeyemi. Seine erste gefährliche Szene markierte er in der 67. Minute, als er eine scharfe Hereingabe in Richtung Moukoko brachte. Gegen Ende machte es Malen etwas besser, ein Bewerbunfsschreiben konnte er aber nicht liefern.

Bewertung: 3/10

11. Anthony Modeste

Modeste fans kaum Bindung zum Spiel, was allerdings auch an seinen wenig offensivfreudigen Mitspielern lag. Kurz vor der Pause sah der gefrustete Angreifer nach einer Grätsche die gelbe Karte, was auch schon seine auffälligste Szene war. Erst in der 76. Minute kam Modeste erstmals zum Abschluss, zielte jedoch deutlich zu hoch.

Bewertung: 2/10

12. Alexander Meyer (ab 46.)

Bekam eine Halbzeit Spielzeit, hatte jedoch eher einen unangenehmen Job vor der zündelnden Kopenhagen-Fankurve. Die Akteure auf dem Platz prüften Meyer jedoch kaum, weshalb es zu seinem Auftritt wenig zu sagen gibt. Erst kurz vor dem Schluss musste der Ersatzkeeper einmal abtauchen.

Bewertung: 6/10

13. Niklas Süle (ab 46.)

Niklas Süle zeigte nach seiner Einwechslung einige kleinere Unsicherheiten in den Zweikämpfen und im Aufbauspiel. Einen wirklich souveränen Eindruck hinterließ der Abwehr-Hüne nicht, selbst wenn er auch ein paar gute Klärungsaktionen zu verzeichnen hatte.

Bewertung: 4/10

14. Julian Brandt

Julian Brandt brachte nach seiner Einwechlung sofort Schwung in die Partie und war an praktisch allen BVB-Angriffen beteiligt. So bereitete er unter anderem den Pfostenschuss von Moukoko vor. Auf Brandt ist in dieser Saison Verlass.

Bewertung: 7/10

15. Youssoufa Moukoko

Schon eine Minute nach seiner Einwechlung erzeugte Moukoko mit seinem Pfostenschuss mehr Gefahr als Modeste bis dato. Zehn Minuten später bediente er seinen erfahrenen Sturmpartner mit einem schönen Zuspiel, das dieser jedoch nicht nutzen konnte. Gegen Ende tauchte Moukoko ein wenig ab.

Bewertung: 7/10

16. Soumaila Coulibaly (ab 73.)

Der Youngster konnte nach langer Leidenszeit endlich sein Pflichtspiel-Debüt für den BVB absolvieren. Mit dem Ball am Fuß präsentierte er sich sicher, gegen den Ball hatte er so seine Probleme

Bewertung: 5/10


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