BVB

Die Dortmunder Saison ist schon jetzt gelaufen

Yannik Möller
Jude Bellingham
Jude Bellingham / Joosep Martinson/GettyImages
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Schon jetzt, Mitte Februar, ist die Saison für Borussia Dortmund vorzeitig gelaufen. Es wird ein insgesamt enttäuschendes Jahr zurückbleiben. Der Fokus sollte bereits auf den Sommer gerichtet werden. Ein Kommentar.


Dass es zwischen Marco Rose und dem BVB direkt zum ersten Spieltag einwandfrei funktionieren und alles problemlos laufen würde, war höchstens der Wunsch mancher Fans. Realistisch war ein solches Szenario zu keinem Zeitpunkt. Das hat in diesem Punkt aber weniger mit Rose oder dem Klub selbst zu tun, sondern vielmehr mit dem Fakt, dass ein neuer Trainer in ein großes, neues Umfeld kam.

Und obwohl klar war, dass es einige Zeit brauchen wird, bis alle Parteien wie perfekt geölte Zahnräder ineinandergreifen und harmonieren, geht man in Dortmund nicht ohne eine gewisse Zielsetzung in die Saison. Ob diese auch offensiv nach außen kommuniziert wird oder werden muss, ist nochmal ein anderes Thema.

Die BVB-Saison ist schon jetzt gelaufen

Mitte Februar (die Spielzeit hat noch einige Wochen vor sich) kann und muss allerdings ein ernüchterndes Fazit gezogen werden. Überspitzt formuliert: die Saison ist für Schwarz-Gelb schon jetzt gelaufen. Der Fokus kann bereits auf den Sommer gelegt werden.

Das frühe, doch sehr enttäuschende Aus in der Champions League. Das Ende im DFB-Pokal gegen einen Zweitligisten, wo es gerade in diesem Jahr sehr gute Titelchancen gegeben hätte. Ein Meisterschaftsrennen, das keines ist. Wieder einmal baute der FC Bayern am letzten Wochenende satte neun Punkte Vorsprung auf, die der in Auftritten wie Ergebnissen wankelmütige BVB nicht mehr aufholen wird.

Marco Rose
Rose wird im zweiten BVB-Jahr erfolgreicher sein müssen / Matthias Hangst/GettyImages

Lediglich die Europa League bleibt. Ein hochrangiger Wettbewerb, der zweifelsohne seine Klasse hat. Zumal mit dem FC Barcelona, Lazio Rom oder Atalanta Bergamo noch sehr namhafte und spannende Teilnehmer dabei sind. Doch obwohl die Verantwortlichen betonen, welche Chance dieser Wettbewerb bietet - schon allein zur Wiedergutmachung - ist eigentlich klar: Auf diese Teilnahme hätte die Borussia auch gut und gerne verzichten können.

Was bleibt also, außer der aktuell ziemlich grantigen Stimmungslage rund um den Klub, verursacht durch regelmäßige Rückschläge nach Hoffnungsschimmern? Für diese Saison: Eigentlich nichts mehr. Es geht vielmehr darum, die Spielzeit einfach vernünftig zu einem Ende zu bringen.

Intern kann der Fokus auf den Sommer gerichtet werden

Viel eher kann schon jetzt der Fokus auf den Sommer gelegt werden. Auf die Vorbereitung zum nächsten Jahr, auf die Vorfreude eines erneut veränderten, aber hoffentlich verbesserten Kaders. Der Transfer von Niklas Süle etwa macht Hoffnung. Dazu wird bald das ewige Rätselraten um Erling Haaland und seine teilweise durchscheinenden Star-Allüren beendet sein, unabhängig vom Ausgang.

Dann kann neu angegriffen werden. Neue Pläne werden seitens des Teams um Rose ausgeklügelt, die finanziellen Beschränkungen durch das zum Großteil leere Stadion werden wegfallen und auch interne, neue bzw. aufgerückte Personalien wie Sebastian Kehl werden für frischen Wind sorgen. Mit neuer Energie wird es mit einem weiterhin hochkarätigen Kader in die neue Saison gehen.

Die aktuelle Saison jedoch, sie ist quasi schon vorbei. Im Kopf kann sie schon abgehakt werden, so ehrlich sollten Fans wie Verantwortliche sein - wenngleich vor allem die zweite Personengruppe das in der Form natürlich nicht öffentlich sagen kann. Dass das im Februar schon der Fall ist, nach gerade einmal 21 Spieltagen, muss allerdings für ein Hinterfragen der eigenen Leistungen sorgen.


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