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BVB-Innenverteidiger: Hummels, Akanji, Süle & Schlotterbeck im Ranking

Martin Bytomski
Konkurrenten um einen Startplatz beim BVB: Mats Hummels (l) und Manuel Akanji
Konkurrenten um einen Startplatz beim BVB: Mats Hummels (l) und Manuel Akanji / THOMAS KIENZLE/GettyImages
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Ein herausragendes Innenverteidiger-Quartett steht zumindest Stand jetzt bei Borussia Dortmund unter Vertrag. Wir nehmen Hummels, Akanji, Süle und Schlotterbeck unter die Lupe, beleuchten ihre Stärken und Schwächen und geben eine Einschätzung, wer am Ende die Nase vorn haben wird.


Der Konkurrenzkampf ist heiß bei Borussia Dortmund. Vor allem im defensiven Zentrum streiten sich aktuell vier Spieler um wahrscheinlich nur zwei Plätze, denn Dortmunds Trainer Edin Terzic hat bei seinem ersten Intermezzo vorrangig auf eine defensive Viererkette gesetzt. Auch wenn Manuel Akanji mit einem Wechsel liebäugelt - noch ist auch der Schweizer Teil des Teams und verschärft den Konkurrenzkampf. Wir blicken auf das Quartett und stellen ein Ranking auf.

Mats Hummels

Stärken: Angriffslustig präsentierte sich der jahrelange Abwehrboss gleich beim Trainingsauftakt des BVB. Wegen einer Muskelverletzung verpasste er die letzten vier Bundesligapartien, dafür geht Hummels jetzt die Vorbereitung mit vollen Akkus an. Liegt sein Fitnesszustand bei 100 Prozent, ist er mit seiner Spielintelligenz nach wie vor ein herausragender Innenverteidiger.

Ebenfalls noch exzellent ist seine Aufbauspiel: Ruhig, klar, aber auch situativ mit viel Risiko - Hummels kann dank seiner Erfahrung auf alle Situationen angemessen reagieren. Dazu ist er im direkten Zweikampf enorm stark, gewinnt viele direkte Duelle. Und dank seines Alters, Erfahrung und Ausstrahlung ist er ein wichtiger Führungsspieler.

Schwächen: Muss Hummels ins Laufduell, sieht er zumeist nur die Rücklichter seiner Gegner. Einholen ist dann schwierig bis häufig unmöglich. Das könnte bei einem unter Terzic geforderten intensiven Spielstil zum Problem werden. Dazu stimmte in der vergangenen Saison das Timing in Zweikämpfen bisweilen nicht. Das ist aber kein generelles Problem, sondern war eher dem mangelnden Rhythmus wegen der vielen Verletzungen geschuldet.

Ranking: Dank seines Trainingsvorsprungs dürfte der alte Abwehrboss zumindest zum Start auch der neue sein: Platz 1.


Manuel Akanji

Stärken: Die Stärken von Manuel Akanji zu beschreiben, ist gar nicht so einfach: Der Schweizer ist ein Komplettpaket. Schnell, gut im Zweikampf, solide im Spielaufbau, robust und zumindest in der vergangenen Saison verlässlich. Er war der Stabilisator in der häufig vogelwilden Abwehr und rettete, was zu retten war.

Schwächen: Mats Hummels etwa dominierte dank seiner Antizipationsfähigkeit die Innenverteidigung - eine solch herausragende Stärke hat Akanji nicht, in keiner der oben genannten Disziplinen ist er herausragend. Er ist ein guter, zumeist sogar sehr guter Innenverteidiger. Außerdem gilt er zwar als kluger Kopf, ist auf dem Platz aber keiner, der mitreißt und Leidenschaft entfacht.

Ranking: Wegen seiner ungeklärten Zukunft wird Edin Terzic kaum auf den Schweizer setzen. Aber auch wenn sich alle Parteien auf einen Verbleib des Schweizers einigen würden - er müsste sich angesichts der enorm hochkarätigen Konkurrenz zunächst hintenanstellen. Platz 4.


Niklas Süle

Stärken: Niklas Süle ist mit 26 Jahren im perfekten Fußballeralter. Dazu ist der langjährige Bayern-Verteidiger bereits enorm erfahren, hat mit und gegen Weltklassespielern gespielt. Auf dem Platz umweht in eine Aura des Selbstvertrauens und der Stärke - kein Wunder angesichts von fünf Meister- und einem Champions-League-Titel.

Er agiert konsequent, ist hart und unbequem. Das sorgt für eine enorme Stabilität gegen den Ball. Dazu kann Süle auch mit dem Leder umgehen und war beim FCB konstruktiv am Aufbauspiel beteiligt.

Schwächen: Niklas Süle ist schnell - aber nur in Sachen Endgeschwindigkeit. Beim Antritt hat es der 1,95 Meter lange Koloss naturgemäß schwierig. Auch in Sachen Agilität kann er mit Manuel Akanji oder Nico Schlotterbeck nicht mithalten.

Ranking: Süle bietet ein stabiles Gesamtpaket. Zwar muss sich der Neu-Dortmunder zunächst an die geänderten Bedingungen gewöhnen und anpassen, dürfte aber dank seiner Erfahrung schnell Fuß fassen und gleich zu einer wichtige Abwehrsäule beim BVB werden. Platz 2.


Nico Schlotterbeck

Stärken: Nico Schlotterbeck bietet das größte Potenzial aller vier Innenverteidiger. Sein aggressives Vorwärtsverteidigen ist bereits jetzt herausragend. Er stresst seine Gegenspieler schon vor der Ballannahme, falls er mit seiner Dynamik nicht schon vor dem Kontrahenten das Leder gewinnt.

Seine Pässe sind bereits im gleichen Qualitätsregal wie die von Mats Hummels zu finden. Seine präzisen Spielverlagerungen könnten gerade beim Suchen von Lücken gegen tiefstehende Gegner von enormem Vorteil sein. Dazu ist sein Spiel mitreißend: Seine Grätschen, sein Einsatz, sein Wille kann die Mannschaft und das malochertypen-liebende Dortmunder Publikum mitreißen.

Schwächen: Mit 22 Jahren verfügt Schlotterbeck naturgemäß noch nicht über die Erfahrung seiner Konkurrenten. Das macht sich vor allem in der Risikoabwägung bemerkbar. Das wurde jüngst bei seinen Einsätzen in der Nationalmannschaft deutlich. Auch mit Blick auf das Hochhalten der Konzentration über 90 Minuten muss sich Schlotterbeck noch steigern - gerade gegen Weltklassegegner in der Champions League.

Ranking: Nico Schlotterbeck ist Dortmunds Verteidiger der Zukunft, der ganz sicher auch in der Gegenwart ein gehöriges Wörtchen beim Kampf um die Stammplätze mitsprechen wird. Es ist aber wahrscheinlich, dass Edin Terzic zunächst den erfahreneren Mats Hummels und Niklas Süle vertraut. Aber mit Blick auf die enorme Anzahl von englischen Wochen wird Schlotterbeck ganz sicher eine wichtige Rolle spielen - mit Potenzial zum Starter. Platz 3.


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