Mats Hummels

Mats Hummels - unter dem Radar zur Höchstform?

Martin Bytomski
Will wieder angreifen: BVB-Innenverteidiger Mats Hummels beim Trainingsauftakt
Will wieder angreifen: BVB-Innenverteidiger Mats Hummels beim Trainingsauftakt / Christof Koepsel/GettyImages
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Mats Hummels geht angriffslustig in die kommende Saison. Auch die enorme Konkurrenz auf seiner Position stört den Weltmeister in Diensten von Borussia Dortmund nicht - im Gegenteil.


Formschwankungen, Verletzungen, nicht mehr in der Nationalelf berücksichtigt: Es war eine Saison zum Vergessen für Mats Hummels. Man habe "unsinnigen Fußball" gespielt und mache "zu viele individuelle Fehler", hatte er geschimpft. Doch gerade von individuellen Fehlern konnte sich auch der Weltmeister nicht ausnehmen, patzte zum Beispiel beim Europa-League-Rückspiel in Glasgow böse.

"Natürlich habe ich mir viel vorgenommen, weil ich nicht zufrieden war mit meiner letzten Saison", meint Hummels nach dem Trainingsauftakt von Borussia Dortmund (via Sky).

Zumindest die (temporäre) Ausmusterung von DFB-Trainer Hansi Flick hatte ein Gutes, denn jetzt kann Hummels sich von Tag eins in die Vorbereitung stürzen. Das könnte ihm in Rennen um einen Stammplatz gleich zum Saisonstart einen wichtigen Vorteil verschaffen. "Ich hatte bislang eine sehr gute Vorbereitung bedingt dadurch, dass ich die letzten fünf Wochen ausgefallen bin in der vergangenen Saison. Dadurch hatte ich Zeit, den Kopf frei zu bekommen", berichtet Hummels.

Starke Konkurrenz für den Weltmeister

Nachgedacht hat der Innenverteidiger offensichtlich auch über sein Standing in der Mannschaft. Mit 33 Jahren gehört er zu den erfahrenen Kräften im Team. Um diese Rolle weiß Hummels und er nimmt sie an: "Ich muss einer sein, der vorangeht - im Training, aber vor allem auch im Spiel." Gerade mit Blick auf die Neuzugänge. Allein in der Innenverteidigung hat der BVB mit Niklas Süle und Nico Schlotterbeck zwei Nationalspieler mit Anspruch auf einen Stammplatz verpflichtet.

"Wir können sehr glücklich sein, mit dem was auf dem Transfermarkt passiert ist. Auch wenn wir davon im Training noch nicht so viel gesehen haben, weil wir mit Ach und Krach gerade mal eine Handvoll Profis dabei hatten." Gerade einmal 19 Profis waren bei der ersten Übungseinheit dabei, von den Neuen bekamen die Fans nur Torhüter und neuen Kobel-Vertreter Alexander Meyer zu Gesicht.

Mehr Qualität - aber weniger Quantität?

Doch auch nach dem Einstieg der hochkarätigen Neuverpflichtungen könnte sich die Konkurrenzsituation für Hummels entspannen: Manuel Akanji soll stark mit einem Wechsel liebäugeln, vor allem Klubs aus der Premier League wie Arsenal FC oder Manchester United sind wohl interessiert. Da auch Dan-Axel Zagadou den Klub verlassen hat, stünden bei einem Akanji-Abgang gerade einmal drei gelernte zentrale Defensivspieler im Kader - vom bislang unberücksichtigten und häufig verletzten 18-jährigen Jungspund Soumaila Coulibaly abgesehen. Einsätze wären in der langen WM-Saison für Hummels garantiert.

Deshalb ist es kaum verwunderlich, dass der Routinier gut gelaunt und energisch in die Vorbereitung startet. Und nach dem Gruseljahr eine Zeit lang unter dem Radar zu fliegen und sich wieder zur Höchstform zu treiben, dürfte nicht der schlechteste Plan sein. Das würde dann auch wieder zum Selbstverständnis des jahrelangen Führungsspielers passen.


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