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BVB denkt an Sergio Reguilón - Das Transfergerücht im 90min-Check

Sergio Reguilon
Club Atletico de Madrid v Sevilla FC - La Liga | DeFodi Images/Getty Images

Baggert Borussia Dortmund am nächsten Außenverteidiger von Real Madrid? Laut der Lokalzeitung ABC de Sevilla beschäftigen sich die Westfalen angeblich mit Sergio Reguilón. Der Linksverteidiger ist bis Saisonende an den FC Sevilla ausgeliehen, wird im Sommer aber zu den Blancos zurückkehren müssen. 90min nimmt das Transfergerücht unter die Lupe.

Dortmund und Real haben nicht zuletzt wegen Achraf Hakimi positive Erfahrungen miteinander gemacht. Der Rechtsverteidiger wechselte vor zwei Jahren auf Leihbasis zum BVB, entwickelte sich dort zu einem der spannendsten Spieler auf seiner Position. Hakimi besticht allen voran mit seinen offensiven Qualitäten, lange wird Trainer Lucien Favre aller Voraussicht nach aber nicht mehr vom 21-Jährigen profitieren. Stand jetzt muss Hakimi nach Madrid zurück - aufgrund des großen Konkurrenzkampfes besteht allerdings die Möglichkeit, dass er mindestens ein weiteres Jahr in schwarz-gelb verbringen könnte.

Ungeachtet dessen wird der Bundesligist mit dem nächsten Spieler in Verbindung gebracht: Sergio Reguilón. Der gebürtige Madrilene ist ein Eigengewächs der Königlichen und wurde vor der Saison an den FC Sevilla verliehen. Auf der linken Abwehrseite absolvierte er alle seine 22 Ligaspiele von Beginn an, geschont wurde er lediglich in der Gruppenphase der Europa League.

Sergio Reguilon
Sergio Reguilón: Ein Mann für den BVB? | DeFodi Images/Getty Images

Eine Kaufoption besitzt Sevilla nicht, die Chancen auf einen Verbleib scheinen eher gering auszufallen. "Ich liebe die Mannschaft, den Verein und die Stadt. Aber wenn die Saison vorbei ist, muss ich zurück nach Madrid. Wir werden sehen, was passiert", sagte Reguilón vor wenigen Tagen laut ABC de Sevilla. Wie es heißt, seien Paris St. Germain, Tottenham Hotspur, der FC Arsenal und Dortmund interessiert.

Wozu ein neuer Linksverteidiger?

Ein Transfer zum BVB würde allerdings nur bedingt Sinn ergeben - denn das eigentliche Problem ist die rechte Abwehrseite. Weder ist klar, wo Hakimi in der neuen Saison spielen wird, noch scheinen die Verantwortlichen den kolportierten Transfer von Thomas Meunier unter Dach und Fach gebracht zu haben. Routinier Lukasz Piszczek soll seinen im Sommer auslaufenden Vertrag noch einmal verlängern und mittelfristig steht Mateu Morey in der Warteschlange, das Duo allein würde aber nicht den hohen Ansprüchen genügen.

Auf der linken Abwehrseite ist der Kader dagegen gut aufgestellt. Dort hat sich Raphael Guerreiro vor Sommerneuzugang Nico Schulz durchgesetzt. Beide haben ihre Stärken im Spiel nach vorne, wobei Guerreiro gegen den Ball einen besseren Eindruck hinterlassen hat als Schulz, der für 25,5 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim verpflichtet wurde. Dies mag auch daran liegen, dass Schulz unter Julian Nagelsmann fast ausschließlich in einer Dreierkette als aufgerückter Außenverteidiger gespielt hat - Favre wählte zu Saisonbeginn wiederum eine Viererkette.

Nico Schulz
Sinn würde ein Transfer von Reguilón nur ergeben, wenn Nico Schulz nach nur einem Jahr aufs Abstellgleis geschoben würde | DeFodi Images/Getty Images

Wenn alle Stricke reißen, kann Favre zusätzlich noch immer auf Marcel Schmelzer bauen - darüber hinaus wird Jeremy Toljan vorerst von US Sassuolo zurückkehren. Der 25-Jährige kommt hauptsächlich auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz, kann genauso gut aber auf links eingesetzt werden.

Nur ein Gerücht von vielen(?)

Darüber hinaus stellt sich auch die finanzielle Frage. Der BVB muss während der Corona-Krise keine Existenzängste fürchten, aber auch Schwarz-Gelb wird nicht nach Belieben investieren können. Aufgrund der funktionierenden Mannschaft dürften Transfers nur mit Bedacht in Angriff genommen werden, abgesehen von vereinzelten Baustellen herrscht ohnehin nur sehr geringer Bedarf.

Zudem werden junge Spieler gerne mit dem BVB in Verbindung gebracht, weil der Verein eben solchen Spielern die Aussicht auf regelmäßige Spielpraxis gewährt. Erst kürzlich wurde über eine Verpflichtung von Barça-Juwel Ansu Fati spekuliert, angeblich sollen die Verantwortlichen auch ihre Fühler nach André Onana, Malang Sarr, Bukayo Saka, Mohamed Simakan oder Ferran Torres ausgestreckt haben. Weil schon im letzten Jahr über ein vermeintliches Interesse an Reguilón berichtet wurde, scheint es, als würde dieses Gerücht noch einmal aufgewärmt. Eine Sinnhaftigkeit lässt sich zu diesem Zeitpunkt aber nicht erschließen.