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Bundesliga-Ränge 13 bis 18 im Check: Wem gelingt der Sprung aus dem Tabellenkeller?

Dominik Hager
Frankfurt, Bielefeld und Co befinden sich in den unteren Tabellen-Regionen. Wer kann sich zeitnah aus der Abstiegsklemme befreien?
Frankfurt, Bielefeld und Co befinden sich in den unteren Tabellen-Regionen. Wer kann sich zeitnah aus der Abstiegsklemme befreien? / Christof Koepsel/GettyImages
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Die Bundesliga-Saison 2021/22 ist sieben Spieltage alt. Die ersten Weichen für den weiteren Saisonverlauf sind bereits gestellt. Für einige Teams verlief der Saisonauftakt nicht gerade nach Wunsch, wodurch diese heiß darauf sein dürften, nach der Länderspielpause einen Sprung nach vorn zu machen.

Wir sehen uns die letzten sechs Teams der Tabelle genauer an und durchleuchten, welcher Klub noch länger im Tabellenkeller zu finden sein wird und wer mittelfristig den Sprung nach vorne schafft.

1. Eintracht Frankfurt (13. / 8 Punkte)

Filip Kostic
Dean Mouhtaropoulos/GettyImages

Die Eintracht hat gegen den FC Bayern gewonnen und in den ersten sieben Spielen nur einmal verloren. Klingt eigentlich alles so weit nach einem sehr gelungenen Auftakt. Dass hiervon jedoch keineswegs die Rede sein kann, liegt daran, dass alle anderen fünf Partien mit einem Remis endeten. Demnach steht für die Hessen ein wenig zufrieden stellender 13. Tabellenplatz zu Buche.

Bereits vor der Saison war klar, dass die Eintracht den Abgang von 28-Tore-Mann André Silva nicht so leicht kompensieren kann. Zudem sorgten Younes und Kostic für mächtig Unruhe, wenngleich zumindest der Serbe inzwischen wieder begnadigt wurde und an seine starken Leistungen der Vorsaison anschließen kann.

Dank Neuzugängen wie Borré, Hauge, Lindström, Lammers und Lenz ist der Kader eigentlich gut und breit genug aufgestellt, um die Blicke nach vorne richten zu können. Die Chancen stehen gut, dass die Eintracht das auch schon bald wieder machen darf.

Bis zur nächsten Länderspielpause stehen mit Hertha BSC, Bielefeld und Fürth einige machbare Aufgaben an und auch gegen das wechselhafte RB Leipzig stehen die Chancen nicht schlecht.

Läuft alles normal, steht die Eintracht in einigen wenigen Wochen deutlich besser da als zum jetzigen Zeitpunkt.

2. Hertha BSC (14. /6 Punkte)

Anga Dedryck Boysta
Alexander Hassenstein/GettyImages

Vor dem Saisonstart deutete sich bereits an, dass auf die Hertha erneut eine schwere Spielzeit zurollen dürfte. Mit den Abgängen von Matheus Cunha, Jhon Córdoba und Dodi Lukébakio hat die Berliner Offensive ordentlich an Qualität eingebüßt.

Die Neuzugänge waren zudem weitaus weniger spektakulär, als man das von Kaderplaner Bobic erwartet hätte. Immerhin überzeugt der Ex-Schalker Suat Serdar bislang und auch von Jurgen Ekkelenkamp und Myziane Maolida gab es gute Ansätze zu beobachten. Erwartungsgemäß wenig brachten bis jetzt die Transfers von Kevin-Prince Boateng und Marco Richter ein.

In den letzten beiden Spielzeiten konnte die Hertha den Abstieg mit zwei 14. Plätzen gerade so verhindern. Aktuell steht der Verein wieder auf Rang 14, da der Hauptstadt-Klub immerhin die beiden Aufsteiger Fürth und Bochum bezwingen konnte. Ansonsten gab es zum Teil haarsträubende Niederlagen wie das 0:5 gegen die Bayern und das 0:6 gegen RB Leipzig.

In den nächsten Wochen geht es gegen Frankfurt, Gladbach, Hoffenheim und Leverkusen. Um Punkte mitzunehmen, müsste eine ordentliche Leistungssteigerung her. Damit ist Stand jetzt nicht zu rechnen.

Die Hertha wird fürs Erste im Tabellenkeller bleiben und vielleicht noch tiefer hineinrutschen.

3. FC Augsburg (15. / 5 Punkte)

Niklas Dorsch
Sebastian Widmann/GettyImages

Nach den aus Augsburger Sicht grandiosen Spielzeiten 2013/14 (8. Platz) und 2014/15 (5. Platz), belegten die Fuggerstädter in den vergangenen sechs Spielzeiten immer einen Platz zwischen den Rängen 12 und 15.

Derzeit findet sich der Klub mit Rang 15 erneut in unteren Tabellenregionen wieder. Dies ist ein wenig enttäuschend, wenn man die vielversprechende Sommer-Transferperiode bedenkt. Mit Arne Maier und Niklas Dorsch fanden schließlich zwei frisch gekürte U21-Europameister den Weg nach Augsburg. Rein vom spielerischen Potenzial hat der Klub demnach ganz andere Optionen als in den letzten Jahren, als das Zentrum eher den biederen Arbeitern überlassen wurde.

Viel verändert hat sich bei den bayerischen Schwaben jedoch nicht. Vor allem vorne fehlt es an gefährlichen Leuten, weshalb der Klub bis jetzt gerade mal mickrige drei Tore erzielen konnte. Bei der knappen 1:2-Niederlage gegen Dortmund wurde aber immerhin deutlich, dass das Team mehr könnte, als es der bisherige Saisonverlauf vermuten ließ.

Allerdings stellt sich die Frage, wer genau den FCA aus dem Tabellenkeller schießen soll. Florian Niederlechner (zwei Saisontore) wird nach einer Leisten-OP ausfallen und auch Alfred Finnbogason laboriert weiterhin an Achillessehnenproblemen. Immerhin dürften Hahn und Vargas nach grippalen Infekten zurückkehren. Die personifizierte Torgefahr sind beide allerdings auch nicht.

Langfristig sollte für den FCA durchaus mehr möglich sein als ein 15. Tabellenplatz, allerdings benötigt man dafür einen funktionierenden Niederlechner oder Finnbogason.

Die nächsten Wochen werden wohl eher zäh.

4. Arminia Bielefeld (16. / 4 Punkte)

Arminia Bielefeld
INA FASSBENDER/GettyImages

In der vorherigen Saison war Arminia Bielefeld der klare Underdog. Dennoch hat der Klub den direkten Klassenerhalt geschafft und steht nun vor dem schweren zweiten Jahr. Allerdings sind nun mit den Aufsteigern Fürth und Bochum zwei Teams dabei, die über ein ähnliches oder sogar noch kleineres Budget verfügen.

Derzeit gelingt es der Arminia auch lediglich, die beiden Liganeulinge hinter sich zu halten. Die Leistungen des Klubs sind oft ordentlich, aber ohne wirkliche Ausreißer nach oben. Demnach sind die Bielefelder bislang auch noch sieglos.

Bei 15 neuen Spielern im Profi-Kader muss man dem Klub vielleicht auch ein wenig Zeit eingestehen. Zugänge wie Hack, Serra oder Krüger haben durchaus Potenzial, verfügen aber auf Bundesligaebene über wenig Erfahrung.

Am Sonntag hat die Arminia die Möglichkeit, mit einem Sieg gegen Augsburg den Relegationsplatz zu verlassen. Allerdings wird sich im weiteren Saisonverlauf unabhängig davon alles um den Kampf um den Klassenerhalt drehen.

Das Risiko, auf Rang 17 oder 18 abzurutschen, ist aufgrund der noch schwächer besetzten Aufsteiger gering, aber nichtsdestotrotz vorhanden.

5. VfL Bochum (17. / 4 Punkte)

Simon Zoller
Joosep Martinson/GettyImages

Als Aufsteiger zählt man traditionell zu den Abstiegskandidaten Nummer eins. Ähnliches trifft auch auf den VfL Bochum zu. Oftmals schaffen es die Liga-Neulinge, die Aufstiegseuphorie mitzunehmen und einen tollen Start in der ersten Spielklasse hinzulegen. Gelingt dies jedoch nicht, verwandelt sich die Dynamik natürlich ins Negative. Dass der VfL nach sieben Spielen auf Rang 17 steht, ist natürlich ein ganz schlechtes Zeichen.

Allerdings ist der Klub zumindest punktetechnisch noch einigermaßen dabei. Sollten die Bochumer Greuther Fürth am Wochenende besiegen, könnte man die Abstiegsränge zumindest zwischenzeitlich verlassen.

In den nächsten Wochen könnten sich auch gegen Hoffenheim und Frankfurt die Chancen auf Punkte ergeben. Der VfL muss jetzt liefern, um das Selbstvertrauen zurückzugewinnen und die Aufstiegseuphorie der Fans neu entfachen.

Ein paar Plätze könnte es nach vorne gehen. Ob der Klub einen 14. oder 15. Rang dann langfristig halten kann, wird sich im weiteren Saisonverlauf zeigen müssen.

6. Greuther Fürth (18. / 1 Punkt)

Dejan Ljubicic, Jetro Willems, Paul Seguin
Frederic Scheidemann/GettyImages

Der Aufstieg der Fürther kam im Vorjahr durchaus etwas überraschend. Noch erstaunlicher wäre es, wenn der Klub tatsächlich auch die Klasse halten könnte.

Das Kleeblatt hat wie auch Bochum das Problem, dass die Aufstiegseuphorie angesichts des schlechten Starts schon verflogen ist. Die Fürther müssen am Wochenende unbedingt gegen Bochum gewinnen, um den Anschluss in der Tabelle nicht zu verlieren. Ein Punkt nach sieben Spielen ist schließlich sehr mager.

Obwohl Fürth im Sommer mit Willems, Itten und Fein durchaus interessante Spieler dazu bekommen hat, ist die Qualität für die Bundesliga wohl einfach nicht ausreichend. Zumal man einige wichtige Stammkräfte aus dem Aufstiegsjahr abgeben musste.

Das wahrscheinlichste Szenario ist, dass Greuther Fürth den 18. Rang weder kurz- noch langfristig verlassen kann. Alles andere wäre eine recht große Überraschung, an die man aus Fürther Sicht natürlich trotzdem glauben muss.

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