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Bundesliga

Volle Stadien in der Bundesliga? DFL-Boss Seifert sieht "wenig Gründe" dagegen

Stefan Janssen
Die Spieler von Union Berlin feiern mit ihren Fans.
Die Spieler von Union Berlin feiern mit ihren Fans. / Pool/Getty Images
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Wird die Bundesliga zur neuen Saison wieder Fans in den Stadien begrüßen dürfen? Die Chancen stehen nicht schlecht, wenn es nach DFL-Geschäftsführer Christian Seifert geht, der mit einer schrittweisen Fan-Rückkehr rechnet.


Fußballfans in den Stadien sorgen gerade dafür, dass die Europameisterschaft nicht so trostlos ist, wie viele erwartet hatten. Und wer das Champions-League-Finale gesehen hat und abgesehen vom Spiel nicht emotional ergriffen über die Stimmung im Stadion war, der fühlt in Bezug auf Fußball wohl gar nichts mehr.

Bundesliga bei Fan-Rückkehr "unter den Letzten"

Zurückgekehrt sind die Fans aber nicht nur bei der EM oder dem Finale der Königsklasse, auch in der Premier League oder in den Niederlanden waren zuletzt wieder welche erlaubt. In Deutschland dagegen? Fast Fehlanzeige, nur ganz wenige durften vereinzelt am 34. Spieltag der Bundesliga in die Stadien. "Wir waren die Ersten, die gestartet sind, und wir werden unter den Letzten sein, die wieder Zuschauer zulassen. Irgendwas haben andere in der Zwischenzeit offensichtlich anders bewertet", sagte DFL-Geschäftsführer Christian Seifert der Bild.

"Zu Beginn wurde aus aller Welt nach Deutschland geblickt und unser Re-Start als ein Beleg dafür genommen, wie gut Deutschland die Krise managt. Das ist nicht mehr so", führte Seifert weiter aus. "Dänemark plant ab dem 1. August mit 100 Prozent Zuschauerauslastung unter Vorlage eines Corona-Passes. Ich glaube nicht, dass dort weniger verantwortungsvolle Politiker oder Virologen tätig sind als in Deutschland. Aber vielleicht ist man in anderen Ländern weiter hinsichtlich einer gesamthaften Herangehensweise, die eben nicht nur epidemiologisch, sondern auch psychologisch, soziologisch und wirtschaftlich funktioniert."

Christian Seifert
Christian Seifert. / Mathis Wienand/Getty Images

Nach Seiferts Meinung spreche nichts dagegen, bald sogar wieder ausverkaufte Stadien zu erlauben: "Es geht hier um Grundrechte von Menschen und Unternehmen. Es gab gute Gründe, diese vorübergehend einzuschränken. Aber es gibt zwischenzeitlich mehr Gründe, diese Einschränkungen schrittweise zurückzunehmen."

Seifert sieht wenig Gründe, nicht zum Normalbetrieb zurückzukehren

Seifert sehe derzeit "wenig Gründe, um in der zweiten Jahreshälfte nicht schrittweise zum Normalbetrieb von Großveranstaltungen jeglicher Art zurückzukehren." Am 23. Juli startet bereits die 2. Bundesliga, wie viele Zuschauer zugelassen werden, müssten die lokalen Behörden entscheiden. "Unsere Nachbarn etwa in Österreich, Belgien, den Niederlanden und Frankreich planen derzeit nach der EM mit 50 bis 100 Prozent Auslastung. Dort sind die Inzidenzen teilweise höher und das Gesundheitssystem sicher nicht wesentlich moderner als in Deutschland."

Es gehe dabei aber längst nicht nur um die Bundesliga, sondern darum, dass "auch das kulturelle und soziale Leben in Deutschland wieder Fahrt aufnehmen kann." Als Bürger und Vater schulpflichtiger Kinder erwarte er "für alle Bereiche des Lebens in Deutschland eine angemessene Einschätzung der Situation Mitte August mit Augenmaß und gesundem Menschenverstand – und keine Zero-COVID-Konzepte durch die Hintertür."

Als Fußballfans dürfen wir also sicher sein, dass die DFL in Person von Christian Seifert alles dafür tun wird, schnellstmöglich so viele Fans wie möglich in die Stadien zu bekommen. Das alles natürlich mit entsprechenden Hygienekonzepten. Dass man der DFL hier vertrauen kann, hat sie bereits bewiesen.

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