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Digitalste oder dümmste Liga der Welt? DFL-Chefin Hopfen zwischen Innovation und Idiotie

Oscar Nolte
DFL-Chefin Donata Hopfen
DFL-Chefin Donata Hopfen / Alexander Hassenstein/GettyImages
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DFL-Chefin Donata Hopfen führt das Erbe ihres Vorgängers Christian Seifert fort und treibt die Digitalisierung der Bundesliga weiter voran. Dabei schwankt die 46-Jährige zwischen guten Ideen und aberwitzigen Konzepten.


"So ursprünglich der Kern des Spiels ist und bleibt, so sehr verändert sich die Rolle des Fußballs mit der Zeit - und die Wünsche der Fans", referierte Hopfen auf der Sport- und Technologiemesse "Sports- Innovation 2022" in Düsseldorf und formulierte pompöse Ziele: "Vor uns liegen unglaublich große Chancen - die digitalen Möglichkeiten und Formate sind noch längst nicht ausgeschöpft. Wir wollen die digitalste Fußball- Liga der Welt sein!"

Drohnen-Interviews vor Elfmetern? Was für ein Blödsinn!

Dabei nimmt Hopfen vor allem das "Erlebnis Bundesliga" in den Fokus. Die ohnehin schon ausgefeilte Kamera-Technologie in deutschen Stadien soll weiter entwickelt werden. Die Fans im Stadion sollen künftig auf 5G-Netz und Virtual Reality-Technologien zurückgreifen können. Vor dem Fernseher sollen die Zuschauer irgendwann die Möglichkeit haben, die Bundesliga-Konferenz über einen Interactive Feed selbst zu gestalten. Visionen, die innovativ, kostspielig und auch ein wenig wahnhaft erscheinen.

Wahnhaft, wenn nicht sogar idiotisch, wenn man einen Blick auf das neuste Experiment der Techno-DFL wirft. Aktuell wird nämlich die Möglichkeit getestet, per Mini-Drohnen Live-Interviews mit den Spielern auf dem Platz zu geben - während die Partie läuft! Bei Elfmetern zum Beispiel, oder Platzverweisen, Rudelbildung, etc. Willkommen im Zirkus Bundesliga!

Digitale Bundesliga: Annäherung oder Entfremdung der Fans?

Es ist ein innovativer, aber auch umso gefährlicherer Weg, den Donata Hopfen als DFL-Chefin eingeschlagen hat. Das Ziel, die digitalste Liga der Welt zu werden, kann auch schnell zu einem Albtraum werden. Der Wahn, alles zu digitalisieren, optimieren und noch erlebnisnaher zu machen, muss auch Grenzen haben.

Nicht vergessen darf man nämlich, dass bei allen technischen Neuerungen weiterhin 22 Kurzbehoste über eine Wiese laufen und nach einem Stück Leder treten. Das ganze dann auch noch mit Drohnen- oder Virtual-Reality-Technologie aufzupeppen könnte ganz schnell auch von einer Annäherung der Fans an den Profi-Fußball zu einer weiteren Entfremdung führen.


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