Brasilien

Brasilien mit Geduld zum Sieg: Die Selecao in der Einzelkritik

Dominik Hager
Brasilien ist erfolgreich ins Turnier gestartet
Brasilien ist erfolgreich ins Turnier gestartet / Chris Brunskill/Fantasista/GettyImages
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Mit ein paar Anlaufschwierigkeiten hat die brasilianische Selecao einen hochverdienten 2:0-Sieg gegen Serbien eingefahren. Bis zum erlösenden 1:0 durch Richarlison dauerte es allerdings ganze 62 Minuten. Im Anschluss sah das begeisterte Publikum etwas mehr vom südamerikanischen Zauberfußball. Das klare Highlight des Spiels markierte Richarlison, der mit einem grandiosen Seitfallzieher spektakulär zum 2:0 traf. Wir werfen einen Blick auf die einzelnen Akteure der siegreichen Elf.


1. Alisson

Der Liverpool-Keeper hatte einen sehr ruhigen Abend und musste tatsächlich im gesamten Spiel keinen einzigen Schuss halten. Selbst die gewohnt üppige Nachspielzeit konnte daran nichts ändern. Ansonsten strahlte der Keeper Ruhe aus und zeigte mit dem Fuß am Ball keine Schwächen.

Bewertung: 6/10

2. Danilo

Danilo war neben Alisson der unauffälligste Brasilianer. Es ist jedoch auch völlig in Ordnung, wenn der 31-Jährige sein Programm ordentlich abspult und die anderen glänzen lässt. Genau das hat der Rechtsverteidiger gemacht.

Bewertung: 6/10

3. Marquinhos

Marquinhos stand in der brasilianischen Defensive absolut sicher und behielt auch bei der einzigen serbischen Großchance die Übersicht, bei der er gerade noch rechtzeitig per Kopf klärte. Im Passspiel zeigte der PSG-Star ebenfalls keine Schwächen. 95 Prozent angekommene Pässe beweisen das.

Bewertung: 8/10

4. Thiago Silva

Dem Kapitän war wieder mal nicht anzusehen, dass er langsam, aber sicher auf die 40 zu geht. Der Innenverteidiger hatte defensiv alles im Griff und wusste auch im Spielaufbau zu überzeugen. Besonders stark war sein Steilpass auf Vinicius Junior, der frei vor dem serbischen Schlussmann nur um ein Hauch nicht an den Ball kam.

Bewertung: 8/10

5. Alex Sandro

Die Außenverteidigung wurde vor dem Turnier als klare brasilianische Schwachstelle ausfindig gemacht. Alex Sandro absolvierte jedoch eine starke Partie. Der Juve-Akteur hielt seine Seite dicht, markierte gute Defensiv-Aktionen und zeigte sich sicher im Passspiel. Offensiv wurde er lediglich einmal auffällig, jedoch hätte es bei seinem Pfostenkracher aus der Distanz beinahe so richtig gescheppert.

Bewertung: 8/10

6. Casemiro

Der defensive Mittelfeldspieler verlieh dem Spiel Struktur und vor allem defensive Stabilität. In den Zweikämpfen zeigte sich Casemiro wie gewohnt präsent und in all seinen fünf Duellen siegreich. Auch nach vorne konnte er durchaus seine Highlights setzen. Insbesondere sein Lattenkracher in der 81. Minute hätte durchaus ein Tor verdient gehabt.

Bewertung: 8/10

7. Lucas Paqueta

Der West-Ham-Profi erledigte seinen Job in der für ihn eher defensiven Rolle ganz gut. Der 25-Jährige zeigte sich zweikampfstark und bereitete die Top-Chance von Raphinha in der 35. Minute vor. Nach der Pause bediente er Neymar mit einem schönen Steckpass, der dann jedoch von Pavlovic gestoppt wurde. Mit fortlaufender Spieldauer hielt sich Paqueta mehr und mehr zurück und ließ die anderen wirbeln. Nach 75 Minuten war für Paqueta dann Schluss.

Bewertung: 7/10

8. Raphinha

Raphinha sorgte auf seiner Seite für viel Wirbel, jedoch mangelte es zunächst an zielgerichteten Szenen. Wirklich brenzlig wurde es erst in der 35. Minute, als er nach einem schönen Doppelpass mit Paqueta zehn Meter vor dem Tor frei zum Abschluss kam. Unerklärlich, dass der Barca-Star aus dieser Position nur ein Schüsschen zustande brachte. Kurz nach Wiederanpfiff hätte er nach seinem Ballgewinn gegen Gudelj dann spätestens auf 1:0 stellen müssen. Insgesamt zeigte er einen lebendigen und auch gegen den Ball engagierten Auftritt, jedoch fehlte das gewisse Etwas.

Bewertung: 6/10

9. Neymar

Der brasilianische Offensiv-Zauberer sorgte in der 13. Minute erstmals für Gefahr, indem er einen Eckball direkt aufs Tor zog und den serbischen Schlussmann ein wenig in Not brachte. Im zweiten Durchgang wurde Neymar aktiver, wenngleich er längst nicht alle Angriffe gut ausspielte und in seinen Dribblings oft scheiterte. Auch beim eigenen Abschluss wackelte Neymar, der in der 55. Minute eigentlich schon das 1:0 aufliegen hatte. Es mussten andere für die Selecao richten.

Bewertung: 5/10

10. Vinicius Junior

Vinicius Junior traute sich häufig ins Dribbling, hatte dabei jedoch nicht immer Erfolg. In der ersten Halbzeit tauchte er in der 28. Minute nach Traumpass von Thiago Silva und in der 41. Minute nach einem Abwehr-Fehler von Milenkovic vor dem Gehäuse auf, jedoch wurde er bei beiden Szenen noch rechtzeitig gestört. In der zweiten Halbzeit hatte er bei seinen Eins-gegen-Eins-Aktionen dann meist das bessere Ende auf seiner Seite. Der Real-Star bereitete die Neymar-Chance (55.) und letztlich auch das 2:0 von Richarlison mustergültig vor. Bei seinen eigenen Abschlüssen bleib er glücklos.

Bewertung: 7/10

11. Richarlison

Der brasilianische Angreifer trat im ersten Durchgang überhaupt nicht in Erscheinung. Erst in der 51. Minute kam der Tottenham-Profi erstmals zum Abschluss, jedoch wurde sein Versuch abgefälscht. Richarlison konnte sich jedoch 62 schwache Minuten leisten, da er letztlich nach dem Abschluss von Vinicius Junior am schnellsten reagierte und das wichtige 1:0 erzielte. Das gilt natürlich umso mehr, da er auch das 2:0 per traumhaftem Seitfallzieher erzielte. Der Mann des Abends, auch wenn es zunächst nicht danach aussah.

Bewertung: 9/10

12. Rodrygo (ab 76.)

Der Real-Youngster kam zu einem gut 20-minütigen Joker-EInsatz, bei dem er zweimal zum Abschluss kam. In der 82. Minute hielt Milinkovic-Savic stark, ehe er in der 85. Minute das Leder über den Kasten setzte.

Ohne Bewertung

13. Fred (ab 76.)

Der Mittelfeldspieler zeigte sich nach seiner Einwechslung enorm engagiert und gab in der 83. Minute einen gefährlichen Schuss ab. Im Passspiel unterliefen ihm ein paar leichtere Fehler.

Ohne Bewertung

14. Anthony (ab 79.)

Der Manchester-United-Star zeigte seine Unbeschwertheit und bereitete die Schuss-Chance von Rodrygo in der 85. Minute nach einem traumhaften Dribbling vor. Bei seinem einzigen Abschluss in der 88. Minute zielte er aber deutlich zu hoch.

Ohne Bewertung

15. Gabriel Jesus (ab 79.)

Gabriel Jesus fügte sich gut in die Partie ein und brachte alle seine Pässe an den Mann. Ein Highlight konnte er aber im Gegensatz zu Konkurrent Richarlison nicht setzen.

Ohne Bewertung

16. Gabriel Martinelli (ab 87.)

Der Arsenal-Youngster erhielt einen Kurzeinsatz und machte auf der linken Seite auf Anhieb Betrieb. Eine entscheidende Szene glückte dem 21-Jährigen aber nicht mehr.

Ohne Bewertung


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