Borussia Mönchengladbach

Gladbach-Sportchef Roland Virkus über Trainer Adi Hütter: "Für uns ist der Fall klar"

Simon Zimmermann
Virkus will mit Adi Hütter in die neue Saison gehen
Virkus will mit Adi Hütter in die neue Saison gehen / Daniel Kopatsch/GettyImages
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Roland Virkus steht vor seinem ersten Transfer-Fenster als Gladbacher Sportchef. Und es wird gleich ein wegweisendes sein. Schließlich soll der Fohlenkader im Sommer aufgefrischt werden. Häufig ist von einem Umbruch die Rede.

Wie groß dieser ausfallen wird, weiß Virkus im Gespräch mit dem kicker noch nicht zu prognostizieren. Vollzogen werden soll er nach dem Prinzip: Erst verkaufen, dann kaufen. Abhängen wird der Umbruch also auf jeden Fall davon, welche Spieler Gladbach verlassen werden. Etwas überraschend kündigte Virkus an, dass er das Sturm-Trio Plea, Thuram und Embolo halten möchte. Alle drei galten bislang als erste Verkaufskandidaten, um für nötige Einnahmen zu sorgen.

Virkus hat genaue Vorstellungen, wie er für "frischen Wind" im Kader sorgen kann

Unabhängig von der Zukunft von Plea, Thuram und Co. hat Virkus schon genaue Vorstellungen, nach welchen Verstärkungen er Ausschau halten möchte. "Die Strukturen innerhalb der Gruppe sind vielleicht etwas verkrustet und müssen aufgebrochen werden. Frischer Wind schadet sicherlich nicht, wenn eine Mannschaft so lange zusammenbleibt", sagte er dem kicker.

"Wir brauchen mehr Kommunikatoren", fügte er hinzu. Weitere gesuchte Merkmale seien "Schnelligkeit und Dynamik". Problem sei, dass diese Fähigkeiten auf dem Markt "sehr teuer" sind. Nicht nur deshalb will man in Zukunft auch wieder mehr auf den eigenen Nachwuchs blicken. Als ehemaliger NLZ-Leiter liegt Virkus das besonders am Herzen. "Ja, diese Säule in unserem Kader wollen wir stärken", so Virkus, der aber auch anmerkte, dass die Qualität der Jung-Fohlen stimmen müsse.

Ein großes Thema der vergangenen Wochen war auch die Mentalität der Mannschaft. Virkus hat dazu eine klare Meinung: "Ich sehe kein Mentalitätsproblem. Wie eben beschrieben glaube ich eher, dass der Mannschaft ein paar zusätzliche Elemente guttun würden."

Virkus' Plan steht: Mit Hütter in die neue Saison - aber...

Die zusätzlichen Elemente soll Trainer Adi Hütter kommende Saison anleiten. "Unser Ziel ist klar: Wir wollen mit ihm in die neue Saison gehen", bekräftigte Virkus. Ein Freibrief für den Österreicher gibt es jedoch nicht: "Noch mal: Für uns ist der Fall klar. Aber es ist doch das Normalste der Welt, dass wir uns zusammensetzen und über das Projekt sprechen, das vor Borussia liegt. Dafür blieb bisher keine Zeit, weil wir durch die sportliche Situation zunächst einmal andere Aufgaben zu bewältigen hatten."

Hütter war von Ex-Sportchef Max Eberl an den Niederrhein gelotst worden, mit der Aussicht, die Mannschaft noch einmal deutlich verstärken zu können. Die Gegebenheiten bei der Borussia haben sich seit Hütters Zusage aber gravierend verändert, bestätigte auch Virkus: "Die Voraussetzungen, unter denen Adi Hütter seine Zusage gegeben hat, waren andere, das ist richtig. Deshalb geht es ja darum, sich mal in Ruhe zusammenzusetzen, gegenseitig tief in die Augen zu schauen und absolut offen über alles zu sprechen. Nimmt der Trainer die veränderten Gegebenheiten so an? Wie sehen seine Transferwünsche aus? Kann er sich mit den Zielen des Klubs identifizieren? Das muss man doch besprechen. Um am Ende einen gemeinsamen Weg zu finden."

Signale eines zweifelnden Hütters habe Virkus aber nicht bekommen. Stattdessen sei er mit dem Trainer "in vielen Dingen gleicher Meinung". Ob das auch für die Zukunftsplanung der Borussia gilt, will Virkus in Gesprächen mit Hütter erst noch im Detail herausfinden.


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