Eintracht Frankfurt

Bobic will weg: Wie es jetzt in Frankfurt weitergeht

Yannik Möller
Frankfurt muss die Zukunft um und nach Fredi Bobic klären
Frankfurt muss die Zukunft um und nach Fredi Bobic klären / Christof Koepsel/Getty Images
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Das bevorstehende und selbst anvisierte Aus von Fredi Bobic bei Eintracht Frankfurt reißt bei den Hessen eine große Lücke in die sportliche Führung. Schon jetzt sucht man nach einem geeigneten Nachfolger.

Zwar wurde schon seit Längerem gemutmaßt, dass Hertha BSC bei der Suche nach einem neuen Verantwortlichen im Bereich Sport - nach dem Aus von Michael Preetz vor einigen Wochen - vor allem Fredi Bobic ins Visier genommen hat. Dass sich dieser nun auch aus Eigeninitiative von Eintracht Frankfurt trennen möchte, war eine überraschende Meldung am Montagabend.

Was Sky zuerst berichtete, bestätigte die Bild später: Der Sportvorstand möchte den Verein im Sommer verlassen und sich ein neues Projekt suchen. Laut den Bild-Infos hat er seinen Wunsch zur Vertragsauflösung intern schon vor mehreren Wochen geäußert, sodass die Gespräche diesbezüglich bereits laufen. Sky hatte zunächst vom langsamen Anrollen dieser Gespräche gesprochen und diesen ersten Schritt erst kurzfristig in Aussicht gestellt.

Fredi Bobic wird Eintracht Frankfurt verlassen
Fredi Bobic wird Eintracht Frankfurt verlassen / Christof Koepsel/Getty Images

Vieles deutet weiter daraufhin, dass der Hauptstadtklub Bobic als neues Projekt reizt. Zudem hat er durch seine Spielerkarriere eine Verbindung zu Berlin, er versteht sich mit Carsten Schmidt, dem Vorsitzenden der Geschäftsführung sehr gut und durch die Millionen von Investor Lars Windhorst hätte er als Verantwortlicher auch Spielraum, mit dem er arbeiten und somit Einfluss nehmen könnte. Ein weiterer Faktor: Frau und Kinder leben in der Hauptstadt.

Bobic-Aus trifft Frankfurt hart - Sportliche Führung muss neu aufgestellt werden

Unabhängig davon, ob es nun Berlin wird oder auch nicht - bei der Eintracht muss für das vorzeitige Bobic-Aus (Vertrag bis 2023) geplant werden. Öffentlich hält man sich allerdings noch bedeckt, wie der Aufsichtsrats-Vorsitzende Philip Holzer (via Bild): "Fredi Bobic hat bei Eintracht Frankfurt einen Vertrag bis 2023. Wir befinden uns mit ihm in Gesprächen über die zukünftige Ausrichtung der bislang sehr erfolgreichen Zusammenarbeit."

Eine gemeinsame Entscheidung soll offenbar schon in den nächsten Tagen präsentiert und die Trennung demnach offen kommuniziert werden. Damit würde Unruhe in den letzten Wochen vermieden werden. Auf Seiten der Eintracht ist die Enttäuschung jedoch groß, heißt es. Wenig überraschend, blickt man auf die sehr erfolgreiche Arbeit des 49-Jährigen in den letzten bald fünf Jahren zurück.

Als Spieler war Bobic selbst auch für Hertha aktiv
Als Spieler war Bobic selbst auch für Hertha aktiv / JOHN MACDOUGALL/Getty Images

Die harte Realität: Es muss ein Nachfolger gefunden werden, die Suche soll bereits laufen. Ein letzter Versuch, Bobic mit einer Gehaltserhöhung von 1,5 Millionen auf zwei Millionen Euro vom Verbleib zu überzeugen, wird ins Leere laufen. Seine Entscheidung scheint gefällt und wohl überlegt zu sein.

Während die Sondierungen nach einem Nachfolger laufen, wäre womöglich auch eine interne Lösung denkbar. Die anstehende Beförderung von Ben Manga, dem Chefscout der Frankfurter, hin zum Direktor Profi-Fußball könnte potenziell noch ausgeweitet werden - je nachdem, wie auch die Ambitionen Mangas aussehen.

Eines steht so oder so fest: Über den Sommer wird die SGE einen großen Wandel in der Führungsebene vollziehen müssen. Bruno Hübner tritt als Sportdirektor ab, wofür Manga befördert wird. Marco Pezzaiuoli, zuvor Technischer Direktor, war bereits Mitte Februar weg. Nun wird mit Fredi Bobic ein ganz wichtiges Herzstück wegbrechen.

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