Bielefeld vor Abstiegskrimi gegen Mainz: "Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit"

Bielefelds Fabian Klos im Zweikampf mit Leipzigs Ibrahima Konaté
Bielefelds Fabian Klos im Zweikampf mit Leipzigs Ibrahima Konaté / Martin Rose/Getty Images
facebooktwitterreddit

Arminia Bielefeld steht auf dem vorletzten Tabellenplatz und droht der Abstiegskandidat Nummer eins zu werden, den viele prognostizierten. Die Arminen hatten bislang aber auch einen überaus schwierigen Spielplan, der sich nun entspannt. In den kommenden Wochen muss gepunktet werden.

Nach sieben Niederlagen am Stück ist Arminia Bielefeld mittlerweile im Tabellenkeller der Bundesliga angekommen. Gerade mal vier Zähler sind auf dem Konto bei einer Tordifferenz von Minus 13; nur der FC Schalke 04 ist noch schlechter in die Saison gekommen. Trotzdem sollte der Aufsteiger bei weitem noch nicht den Mut verlieren, denn man kann durchaus Gründe finden, warum das so ist und wie es besser werden kann.

Bielefeld spielte schon gegen fast alle Spitzenteams

Da wäre zum Beispiel der ganz banale Blick auf den Spielplan. Die DFL hat der Arminia einen netten Empfang bereitet: Nachdem die Bielefelder in den ersten zwei Spielen vier Zähler geholt hatten, kamen in den sieben danach fünf Teams, die sich für den Europapokal qualifiziert hatten, darunter auch drei Champions-League-Teilnehmer. Dazu Werder Bremen und die stark aufspielenden Unioner.

An der alten Försterei zeigte Bielefeld beim 0:5 auch den bislang einzigen Totalausfall. Dortmund und Leverkusen taten sich sehr schwer auf der Alm und vergangene Woche in Leipzig wäre durchaus etwas drin gewesen, denn Bielefeld spielte mutig und hatte Chancen. "Die gute Leistung stimmt mich positiv", sagte Fabian Klos nach der Partie bei Sky (via kicker), legte dann aber auch sofort den Finger in die Wunde: "Es würde uns mal gut tun, in Führung zu gehen und das im Rücken zu haben."

Bielefeld war nämlich erst zwei Mal in Führung, beide Male an den ersten beiden Spieltagen beim Remis in Frankfurt und dem Sieg gegen Köln. Insgesamt 23 Minuten lang. Ein Tor in der ersten Hälfte ist den Arminen bislang überhaupt noch nicht gelungen, generell ist die Offensive mit erst sechs Toren gemeinsam mit Schalke die torärmste der Liga.

Bis Weihnachten braucht es Punkte

Die Ostwestfalen haben in den vergangenen Wochen trotz der Pleiten aber bewiesen, dass sie in der Bundesliga durchaus mithalten können. Was sie tun müssen, ist effektiver werden und dann eben schlicht punkten. "Wenn wir an unser Leistungsmaximum kommen, sind wir immer wieder in der Lage, Spiele zu gewinnen. Den Glauben daran habe ich immer", sagte Sport-Geschäftsführer Samir Arabi am Donnerstag auf der Pressekonferenz.

Die kommenden Aufgaben der Bielefelder bis Weihnachten sind Mainz, Freiburg, Augsburg und Schalke. Das sind Teams, mit denen sich die Arminia messen und gegen die sie etwas holen muss. Hier können sie zeigen, dass sie tatsächlich in die Bundesliga gehören. Die vergangenen Wochen erweckten zumindest den Eindruck, aber jetzt braucht es Zählbares.

"Es sind bis Weihnachten wichtige Wochen, in denen wir den Turnaround schaffen müssen, um in der Bundesliga auch mal wieder Dreier einfahren zu können."

Samir Arabi

Das sieht auch Klos so: "Jetzt kommen die Wochen der Wahrheit auf uns zu. Man braucht jetzt nicht versuchen, den Druck rauszunehmen. Dieser Monat kann schon entscheiden, in welche Richtung die Saison geht. Wir brauchen Siege, um in der Liga bestehen zu können." Andernfalls droht ein zweites Paderborn: Viel Lob für gute und couragierte Auftritte, am Ende aber keine Punkte und der Abstieg.