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Bayern verliert kurioses Unwetter-Match: Die Erkenntnisse zum Spiel gegen ManCity

Dominik Hager
Gewitter-Wolken und ein offensiv mauer Auftritt: Beim FC Bayern lief gegen Manchester City noch nicht alles rund
Gewitter-Wolken und ein offensiv mauer Auftritt: Beim FC Bayern lief gegen Manchester City noch nicht alles rund / Jamie Squire/GettyImages
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Der FC Bayern hat das etwas kurios verlaufende Testspiel in den USA gegen Manchester City mit 0:1 verloren. Das Spiel wurde zunächst mit Verspätung gestartet und nach 12 Minuten wieder unterbrochen, weil ein heftiges Unwetter über das Stadion hinwegzog. Die Vereine einigten sich demnach, nur 80 Minuten zu spielen und die Halbzeitpause zu kürzen. Wir sehen uns mal an, was aus Bayern-Sicht gut gelaufen ist und was noch nicht nach Plan funktionierte.


Positive Aspekte des Bayern-Spiels

1. Mehr Stabilität mit Fünferkette

Während die Skyblues die Lücken in der Bayern-Abwehr in Durchgang eins immer wieder fanden, gelang dies in Abschnitt zwei nicht mehr so häufig. Erst als Nagelsmann den jungen Spielern noch Minuten gab, geriet das Konstrukt etwas ins Wanken. Gerade gegen gute Gegner scheint eine Dreier- bzw. Fünferkette nicht die schlechteste Wahl zu sein. Die Abstände zwischen den Spielern sind einfach geringer, was Pässe durch die Gasse und in die Tiefe erschwert.

2. De Ligt auf Anhieb ein Stabilisator

Matthijs de Ligt
De Ligt zeigte gegen City erneut eine gute Leistung / Jamie Squire/GettyImages

Die bessere Defensiv-Leistung im zweiten Durchgang kann auch mit dem Namen Matthijs de Ligt in Verbindung gebracht werden. Der Niederländer zeigte eine abgeklärte und fehlerfreie Performance. Auffällig war insbesondere, dass der 22-Jährige unglaublich viel kommunizierte und dirigierte. Genau das erwartet man sich vom Neuzugang aus Turin. De Ligt war auch für den Spielaufbau eine absolute Bereicherung und spielte den ein oder anderen sehenswerten langen Pass.

3. Alphonso Davies schon jetzt in Top-Form: Gute Abstimmung mit Hernández

Über Alphonso Davies, der in den letzten beiden Spielzeiten ja immer wieder Probleme mit Verletzungen und Krankheiten hatte, muss man sich keine Sorgen machen. Der Roadrunner war auf seiner linken Seite ein permanenter Aktivposten und fand stets gute Lösungen. Stark war vor allem seine defensive Leistung. Für Mahrez und Co. gab es am Kanadier kein Vorbeikommen. Sehr stark war auch die Abstimmung mit Lucas Hernández. Die beiden Spieler haben dafür gesorgt, dass über die linke Seite kaum mal ein City-Spieler durchbrechen konnte. Dies war auch der gewohnt kompromisslosen Zweikampfführung von Hernández zu verdanken.

4. Gute Körpersprache von Marcel Sabitzer

Der verunsicherte und flattrige Marcel Sabitzer der Vorsaison ist - so scheint es - Geschichte. Der Österreicher machte von Beginn an einen selbstbewussten Eindruck und spielte wie ein Akteur, der es jetzt wissen möchte. Sabitzer legte eine tolle Körpersprache auf den Platz und traute sich auch einen 30-Meter Distanzschuss zu, der fast den Weg ins Tor gefunden hätte. Auch darüber hinaus strahlte er mehr Präsenz als im Vorjahr aus und fand gute Lösungen. Im Verlaufe des Spiels tauchte Sabitzer zwar ein wenig ab, jedoch ist er schon ein Kandidat, der von der Goretzka-Verletzung profitieren könnte. Ein Lob gab es auch von Coach Nagelsmann, der Sabitzer berechtigterweise als "einen der besten in der ersten Halbzeit" betitelte.

Negative Aspekte des Bayern-Spiels

5. Pavard und Upamecano mit Problemen

Benjamin Pavard und Dayot Upamcano waren hauptverantwortlich dafür, dass die Viererkette in Hälfte eins nicht so gut funktioniert hat. Immer wieder schafften es die Skyblues, ihre Angreifer in die Gasse zwischen den beiden Franzosen zu schicken. Zwar hatte insbesondere Upamecano auch gute Szenen - wie beispielsweise eine grandiose Rettungstat gegen Haaland -, er lief aber auch häufig genug hinterher. Dies lag nicht am Tempo, sondern am fehlenden Timing. So zog Upamecano vor dem Haaland-Treffer den Kürzeren gegen Vorbereiter Grealish. Pavard wirkte das gesamte Spiel über ein wenig unkonzentriert und fehlerhaft, wenngleich er zum Teil auch gute Zweikämpfe bestritt.

6. Leroy Sané blass

Leroy Sané konnte die Abwesenheit von Sadio Mané nicht für sich nutzen. Der Offensivspieler hatte auf seiner Seite mit Davies eigentlich viel Unterstützung, wirkte aber dennoch ein wenig verloren. In der Anfangsphase leistete sich Sané einige Fehlpässe und im Anschluss war er kaum zu sehen. Wenn er dann doch mal am Ball war, verweigerte er konsequent alle Eins-gegen-Eins-Duelle und wählte lieber Flanken. Diese kamen zwar teilweise gar nicht so verkehrt, jedoch steht vorne halt eben kein Robert Lewandowski mehr. Flanken wird in der kommenden Saison wohl nie ein probates Mittel werden. Der Nationalspieler muss sich sein Selbstvertrauen wieder holen und in die Dribblings gehen.

7. Sturm-Duo Müller & Gnabry harmlos

Thomas Muller, Erling Haaland
Thomas Müller war kein Faktor / Jamie Squire/GettyImages

Kann der FC Bayern ohne Robert Lewandowski offensiv erfolgreich sein? Natürlich ist es schon eine große Aufgabe, sich gleich mit der Mega-Defensive von Manchester City messen zu müssen, aber zumindest bei diesem Testspiel ist die Doppelspitze Müller & Gnabry grandios gescheitert. Thomas Müller probierte wie gewohnt viel, wirkte aber nicht wirklich spritzig und fand seine Kollegen nicht. Serge Gnabry zeigte zwar gute Laufwege, konnte im Eins-gegen-Eins aber überhaupt keinen Stich setzen und verlor zahlreiche Bälle. Auch in Sachen Dynamik wirkte Gnabry noch lange nicht bei 100 Prozent. Letztlich hatten die Münchner kaum Chancen, was auch daran lag, dass das Sturm-Duo nicht zündete. Alle Hoffnungen liegen also auf Sadio Mané, der gegen die Skyblues fehlte, aber in der anstehenden Saison den Unterschied ausmachen muss.

8. Ajax-Neuzugänge noch mit Luft nach oben

Ryan Gravenberch und Noussair Mazraoui kamen nach der Halbzeitpause ins Spiel, konnten aber noch keine wirklichen Akzente setzen. Ersterer konnte an seine gute Leistung aus dem Spiel gegen United D.C. nicht anknüpfen und bleib im zentralen Mittelfeld sehr blass. Weder offensiv, noch defensiv war Gravenberch wirklich im Bilde und fiel im Vergleich zu Sabitzer beispielsweise merklich ab. Noussair Mazraoui durfte nach der Umstellung auf Dreierkette als rechter Schienenspieler ran. Dort blieb er ebenfalls lange blass, konnte sich aber zumindest gegen Ende noch besser einfinden. Nach einem couragierten Flankenlauf über seine rechte Seite bereitete er die beste Gnabry-Chance vor. In den nächsten Spielen müssen aber noch mehr dieser positiven Ansätze her.

Was fiel sonst noch auf?

  • Die Münchner haben es insbesondere im ersten Abschnitt mit einem aggressiven Pressing probiert, von dem sich die Skyblues aber nicht einschüchtern haben lassen. Demnach agierten die Bayern mit fortlaufender Spieldauer etwas passiver - auch weil Manchester die aufgehenden Lücken immer wieder ausnutzen konnte.
  • Für ein Testspiel war die Gangart beider Teams relativ hart. Man hat schon gesehen, dass die Klubs wissen wollen, wo sie stehen. Demnach gab es auch fünf gelbe Karten, was für ein Vorbereitungs-Match nicht üblich ist.
  • Nagelsmann hat zehn Minuten vor Schluss die Youngsters Nianzou, Vidovic, Zirkzee und Wanner gebracht. Nachdem die Talente zunächst für Schwung sorgen konnten, schleichten sich beim Quartett doch ein paar Fehler zu viel ein.
  • Jamal Musiala konnte nach seinem Ausfall beim letzten Testspiel wieder mitwirken. Der 19-Jährige agierte im zentralen Mittelfeld und schaffte es wie so oft, schwierige Situationen spielerisch anmutig zu lösen. Beim letzten Pass fehlte jedoch die Genauigkeit.

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