Bayern nach 2:0-Sieg gegen PSG im Viertelfinale: Die Münchner in der Einzelkritik

Dominik Hager
Der FC Bayern steht im Champions-League-Viertelfinale
Der FC Bayern steht im Champions-League-Viertelfinale / Helge Prang - GES Sportfoto/GettyImages
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Der FC Bayern hat Paris Saint-Germain mit 2:0 besiegt und steht im Champions-League-Viertelfinale. Nach einer wackligen ersten Halbzeit, in der PSG insbesondere nach einem Sommer-Patzer am 1:0 schnupperte, steigerten sich die Münchner in Hälfte zwei. Letztlich sorgten Choupo-Moting und Gnabry für den verdienten 2:0-Sieg.

1. Yann Sommer

Sommer musste gleich zu Beginn einen eher harmlosen Schuss von Mbappé parieren. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit klärte er einmal ein wenig unorthodox gemeinsam mit de Ligt gegen Messi. Kurz vor der Pause leistete sich der Schweizer dann aber ein desaströsen Dribbling, das auch zum 0:1 geführt hätte, wenn de Ligt nicht in heldenhafter Manier gerettet hätte. Überragend war dann aber, wie der Schweizer den Kopfball von Sergio Ramos in der zweiten Halbzeit parierte.

Bewertung: 4/10

2. Josip Stanisic

Im Vergleich zu den massiven Erscheinungen von de Ligt und Upamecano, wirkte Stanisic schon merklich weniger präsent und auffällig. Der Youngster zeigte sich aber vor allem in Halbzeit eins recht sicher in der Defensive und weitgehend fehlerfrei im Passspiel. Im zweiten Durchgang bekam er hier und da Probleme gegen Mbappé und den jungen Zaire-Emery. Entscheidende Patzer leistete er sich aber nicht und auch sein Stellungsspiel war lobenswert.

Bewertung: 7/10

3. Dayot Upamecano

Dayot Upamecano hatte einige tolle Duelle mit Mbappé und ging aus diesen auch fast immer als Sieger hervor. Gemeinsam mit de Ligt verteidigte der Franzose unfassbar viel weg und war in den entscheidenden Momenten immer zur Stelle. Das beste Spiel von Upamecano in der Rückrunde, zumal er auch einfach absolut keine Fehler machte.

Bewertung: 9/10

4. Matthijs de Ligt

Matthijs de Ligt agierte in weiten Teilen wie ein Fels in der Brandung. Insbesondere in den direkten Zweikämpfen und im Kopfballspiel überzeugte er. Grandios war natürlich seine Aktion kurz vor der Pause, als er nach dem schweren Sommer-Patzer den Vitinha-Schuss noch von der Linie kratzte. In der zweiten Halbzeit war er nicht mehr ganz so gefordert, blieb dabei aber stets stabil. Lediglich im Aufbauspiel leistete er sich ein paar kleinere Fehler.

Bewertung: 9/10

5. Kingsley Coman

Coman lieferte sich in Halbzeit eins einige heiße Duelle mit Mendes, jedoch war der Portugiese meist in der Lage, den so formstarken Franzosen in Schach zu halten. Demnach gelangen ihm zunächst auch kaum nennenswerte Aktionen. Im zweiten Abschnitt brachte Coman viele Konter auf die Strecke, spielte diese aber oft nicht gut aus. In Summe war immer irgendein Bein im weg, das die Aktionen des Flügelspielers vereitelte.

Bewertung: 5/10

6. Joshua Kimmich

Kimmich leistete sich im Passspiel wenige Fehler und viele gute Aktionen, war aber in den Zweikämpfen nicht so oft siegreich wie Nebenmann Goretzka. Dafür gewann er das entscheidende Duell bei der Entstehung zum 2:0. Der Mittelfeld-Leader hat es fast über 90 Minuten geschafft, das Konstrukt stabil zu halten und blieb absolut Druck-Resistent.

Bewertung: 8/10

7. Leon Goretzka

Goretzka zeigte im Mittelfeldzentrum eine enorme Präsenz und nutzte seine Athletik grandios aus. Immer wieder stopfte er Lücken oder holte sich im Zurücksprinten gegen Messi und Co. die Bälle. Auch nach vorne schob er dynamisch an und gab in der 16. Minute einen ersten ganz ansehnlichen Distanzschuss ab. Im zweiten Abschnitt wurde er noch einmal per Kopf gefährlich. Seine auffälligste Szene war jedoch seine Vorlage zum 1:0, als er mit Müller den Ball eroberte und für Choupo-Moting auflegte.

Bewertung: 9/10

8. Alphonso Davies

Alphonso Davies leistete sich im ersten Abschnitt viele kleine Fehler und Ballverluste, auch wenn er in den wichtigen Duellen da war. Insbesondere gegen Messi blockte er einmal ganz entscheidend. Offensiv war der Kanadier in Halbzeit eins sehr aktiv und bereitete die Chance von Musiala in der 32. Minute stark vor. In der 41. Minute zog er selbst nochmal entschlossen durch, jedoch scheiterte sein Versuch aus spitzem Winkel. Im zweiten Abschnitt wurde er nur ganz am Ende mal gefährlich. Dafür agierte er defensiv überragend und vereitelte in schöner Regelmäßigkeit gefährliche Angriffe.

Bewertung: 8/10

9. Jamal Musiala

Musiala hatte in seinem Spiel zunächst einige Unzulänglichkeiten und spielte den ein oder anderen wirklich unpräzisen Pass. Der Youngster war aber auch der erste Münchner, der sich im Zusammenspiel mit Davies eine Chance herausspielte. Donnarumma konnte seinen Schuss in der 32. Minute aber parieren. In Durchgang zwei drehte der Youngster insbesondere zu Beginn auf. Zunächst bereitete er die Top-Chance von Choupo-Moting und kurz darauf dessen Kopfball zum Abseits-Tor vor. In der 82. Minute wurde er durch Mané ersetzt.

Bewertung: 7/10

10. Thomas Müller

Müller arbeitete enorm viel und war auch auf dem Weg nach hinten mit der ein oder anderen Grätsche voll dabei. Nach vorne fehlte es dem Raumdeuter jedoch zunächst an gefährlichen Aktionen. Beim Kopfballtreffer von Choupo-Moting sorgte seine Bewegung zum Ball zur Aberkennung des Treffers. Dies machte er aber mit seinem Ballgewinn vor dem 1:0 gewissermaßen wieder wett. In der Schlussphase zeigte er sich sehr ballsicher und immer wieder mit guten Zweikämpfen. Lediglich nach Eckbällen verlor er zwei Kopfballduelle gegen Ramos. Hierbei muss man auch mal die Zuordnung in Frage stellen.

Bewertung: 7/10

11. Eric Maxim Choupo-Moting

Der Kameruner absolvierte eine ziemlich unglückliche erste Hälfte. Immer wieder hatte Choupo-Moting Probleme dabei, die Bälle zu halten und konnte überhaupt nicht für Gefahr sorgen. Dies änderte sich jedoch in Abschnitt zwei. Zunächst tauchte er nach Musiala-Zuspiel vor Donnarumma auf, brauchte jedoch zu lang und stand beim Nachschuss im Weg. Kurz darauf markierte er eigentlich das 1:0 per Kopf, jedoch wurde der Treffer wegen einer Bewegung zum Ball des im Abseits stehenden Müllers aberkannt. In der 61. Minute stand er dann jedoch erneut goldrichtig und konnte endlich auch regelkonform das 1:0 markieren. Kurz darauf war sein Arbeitstag beendet.

Bewertung: 7/10

12. Leroy Sané (ab 68.)

Sané kam als erster Joker und hatte Licht und Schatten in seinem Spiel. Zunächst ließ er eine gute Konterchance mit einem schlechten Zuspiel liegen. Auch im Abschluss agierte er ein wenig unorthodox. Dafür warf der deutsche Nationalspieler alles in die Waagschale und machte kämpferisch ein tolles Spiel. Kurz vor dem Ende bereitete er eine Davies-Chance vor und spielte den Pass vor dem Mané-Treffer, der jedoch im Abseits stand.

Bewertung: 7/10

13. Sadio Mané (ab 82.)

Sadio Mané kam in der Schlussphase und konnte nach Sané-Anspiel einen Treffer setzen. Dabei stand der Senegalese jedoch knapp im Abseits.

Ohne Bewertung

14. Joao Cancelo (ab 86.)

Der Portugiese zeigte der Bayern-Offensive, wie man einen Konter richtig ausspielt. Mit einem mustergültigen Zuspiel auf Gnabry bereitete Cancelo das 2:0 vor.

Ohne Bewertung

15. Serge Gnabry (ab 86.)

Der zuletzt so oft kritisierte Gnabry kam erst spät, traf aber nach Cancelo-Zuspiel eiskalt zum 2:0, was gleichzeitig auch der Entscheidung gleichkam.

Ohne Bewertung


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