Bayern München

Der FC Bayern verliert in Augsburg: Das sagen Neuer, Müller und Nagelsmann

Dominik Hager
Der FC Bayern wirkte gegen den FCA oft ratlos
Der FC Bayern wirkte gegen den FCA oft ratlos / CHRISTOF STACHE/GettyImages
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Völlig überraschend musste der FC Bayern am Freitagabend eine 1:2-Niederlage in Augsburg hinnehmen. Ohne Joshua Kimmich wirkte das Bayern-Spiel ziemlich fahrig und unorganisiert, weshalb die Pleite letztlich auch nicht unverdient war. Manuel Neuer, Thomas Müller und Julian Nagelsmann haben sich nach dem Spiel den Fragen von DAZN gestellt.


Manuel Neuer erlebte in Augsburg eher einen gebrauchten Tag. Der 35-Jährige war mehr oder weniger beschäftigungslos, musste aber dennoch zweimal hinter sich greifen. Dementsprechend angefressen zeigte sich der Kapitän auch nach der Partie im DAZN-Interview.

"Wir müssen gegen so eine Mannschaft gewinnen, das steht fest. Wir haben die bessere Qualität. Wir waren in der ersten Halbzeit einfach nicht da gewesen und hatten zu wenig Aktivität und Mut im Spiel nach vorne. Deshalb haben wir zu wenige Torchancen kreiert", bemängelte er.

Neuer kritisiert die Offensive: "Normalerweise haben wir Chancen en masse"

Selbst wenn sich der Münchener über die Gegentore ärgerte, zeigte er sich vor allem von der Offensiv-Leistung der Mannschaft enttäuscht. Von dem fast schon gewohnten Offensiv-Spektakel war in Augsburg jedenfalls wenig zu sehen.

"Wir müssen das (die zwei Gegentore) versuchen zu verteidigen, das ist klar. Was mir Sorge macht, ist, dass wir zu wenige Torchancen haben. Normalerweise haben wir gegen so eine Mannschaft Chancen en masse. Heute leider nicht. Natürlich fehlen ein paar Spieler, aber das ist in der Zeit jetzt auch normal. Wir müssen da mehr Mut haben und ein bisschen auf den Gegner zugehen", forderte er.

Das Fehlen von Joshua Kimmich war dem Bayern-Spiel erschreckend deutlich anzumerken. Auch Manuel Neuer hätte den Mittelfeld-Leader natürlich gerne an Bord gehabt.

''Ich spiele immer sehr gerne mit Jo. Das weiß jeder, und egal welche Umstände das jetzt mit sich zieht, Jo Kimmich wollen wir immer in der Mannschaft und auf dem Platz haben", stellte der Keeper klar.

Müller kritisiert Abwehrverhalten: "Haben es dazu kommen lassen"

Während Manuel Neuer insbesondere die Offensive in die Pflicht nahm, betrachtete Thomas Müller die Lage ein wenig anders.

"Wir haben es uns in der ersten Halbzeit vor allem in verschiedenen Situationen, gerade wenn es in unsere eigene Hälfte geht, dann einfach irgendwo nicht verdient. Natürlich kassierst du aus diesen zwei, drei Szenen nicht jedes Mal zwei Tore, aber wir haben es dazu kommen lassen, dass du sie kassieren kannst, dass diese Situationen passieren, obwohl es nicht unbedingt nötig war", rang der redefreudige Spieler um eine Erklärung. Zudem kritisierte er, dass die Münchner "in manchen Aktionen nicht die Griffigkeit hatten, den Ball unbedingt gewinnen zu wollen".

Doch auch die Arbeit mit Ball gefiel dem 32-Jährigen allerhöchstens in Ansätzen.

"Mit Ball war es in der ersten Halbzeit teilweise okay, was den Spielaufbau betrifft. Wir haben eigentlich unsere Räume gefunden, die wir wollten, waren dann im letzten Drittel aber zu unsauber. Wir haben da Bälle verloren, Flanken kamen schlecht. Die erste Halbzeit war schlecht, sehr schlecht", bemängelte er.

In der zweiten Hälfte zeigten die Münchner zwar Moral, konnten aber letztlich zu selten wirklich zwingend werden. Thomas Müller haderte letztlich auch ein wenig mit dem fehlenden Glück.

"In der zweiten Halbzeit, hat man schon gesehen, dass wir es unbedingt drehen wollten, aber vielleicht haben wir uns dieses Quäntchen Glück vor dem Tor nicht verdient durch diese erste Halbzeit. Für uns ist das natürlich ein bitterer Rückschlag in unserem Selbstverständnis, mit dem wir eigentlich die Spiele bestreiten wollen und da brauchen wir trotzdem jedes Spiel diese Bestätigung, dass wir die Spiele diktieren und dominieren", erläuterte er.

Müller hadert mit Foul an Gnabry: "Vorteil sehe ich da nicht wirklich"

Neben der eigenen wenig zufriedenstellenden Leistung, nahm Müller aber auch den Schiedsrichter nicht ganz raus aus der Schuldfrage. Der Bayern-Star hätte vor dem 0:1 gerne einen Freistoßpfiff für ein Einsteigen gegen Serge Gnabry gesehen, welches als Vorteil deklariert wurde.

''Den Vorteil sehe ich da nicht wirklich. Im ersten Moment kann ich den Schiri verstehen, er will den Vorteil geben, aber durch diesen Rempler ist es absolut keine Vorteilsituation. Das haben wir auch schon auf dem Feld besprochen, aber der Schiedsrichter wollte bei seiner Meinung bleiben", erinnerte er sich.

Julian Nagelsmann kritisiert Mittelfeld-Duo: "Jeder zweite Ball im Sechser-Raum war ein Rückpass"

Nagelsmann
CHRISTOF STACHE/GettyImages

Julian Nagelsmann begründete die Niederlage mit einem Mix aus offensiven und defensiven Schwächen. Vor allem nahm sich der Coach aber das Mittelfeld vor.

'Wenn mal in einem Spiel nach vorne nicht allzu viel geht, dann musst du hinten einfach stabiler sein. Ich glaube, das eine bedingt das andere. Ich glaube, ich lüge nicht, wenn ich sage, dass wir in der ersten und zweiten Halbzeit unfassbar viel Platz im zentralen Mittelfeld und vor allem im Sechser-Raum hatten, und halt sehr viel zurückgespielt haben. Jeder zweite Ball im Sechser-Raum war ein Rückpass und selten nach vorne gerichtet. In der ersten Halbzeit war es noch viel extremer als in der Zweiten.", erläuterte er gegenüber DAZN.

Nagelsmann hadert mit Sabitzer-Performance: "In ihm steckt viel, viel mehr"

Deutliche Worte fand der Bayern-Trainer auch für Marcel Sabitzer, der in München weiterhin nur ein Schatten seiner selbst ist.

"In ihm steckt viel, viel mehr, als wir aktuell sehen. Wir freuen uns alle, wenn er seine Top-Leistung bringen kann. Der Raum heute war dafür eigentlich prädestiniert. In Leipzig hat er das immer weltklasse auf dieser Position gemacht und auch einfach diese Verlagerungen. Das habt ihr letztes Jahr sicherlich auch viel von ihm gesehen, dass er diese einfach herausragend spielt. Heute hat er diese glaub ich ein Mal gespielt, und nur als Diagonalball zweimal und nicht flach", kritisierte er.

Gleiches traf am Freitagabend auch auf Leon Goretzka zu, weshalb es durchaus ein wenig verwunderlich war, dass Corentin Tolisso nicht eingewechselt wurde. Der Franzose ist jedenfalls ein Spieler, der extrem präzise Verlagerungen spielen kann.

Nagelsmann möchte nun jedoch nach vorne schauen und an der ein oder anderen Schwäche noch mal explizit arbeiten.

"Ich stehe immer hinter meinem Team. Das ist nach wie vor eine Top-Mannschaft. Wir haben diese Baustelle, die wir schließen müssen. Wir kriegen zu viele Gegentore und das auf eine ganz einfache Art", erklärte er.

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