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Bayer-Talent Diaby will die Karriereleiter im Eiltempo empor

Moussa Diaby, Kevin Mbabu
Zuletzt immer besser in Schwung: Moussa Diaby (im Duell mit Wolfsburgs Mbabu) | Pool/Getty Images

Für 15 Millionen Euro verpflichtete Bayer Leverkusen im vergangenen Sommer den französischen Außenstürmer Moussa Diaby von Paris St.Germain. Nach anfänglichen (und ihm zuzustehenden) Eingewöhnungsschwierigkeiten in einem neuen Land, mit neuer Sprache, scheint der 20-Jährige allmählich durchzustarten. Und genauso schnell soll es, nach seinen Erwartungen, auch auf der weiteren Karriereleiter für ihn nach oben gehen.

Moussa Diaby redet erst gar nicht lange um den heißen Brei herum. Wer immer ihn nach seinen Plänen für die Zukunft fragt, bekommt klare Antworten. So sagte er kürzlich gegenüber der französischen Fachzeitschrift L'Équipe auf die Frage, wo er sich in drei bis vier Jahren sehe, ohne Umschweife: "Bei einem großen Klub."

Im Folgesatz bemühte er sich jedoch gleich, den Eindruck eines realitätsverlustigen Traumtänzers zu kaschieren, indem er eine gute Dosis Demut in seine Ausführungen brachte. "Aber dies wird Schritt für Schritt geschehen." Soll ja keiner denken, dass er glaube, dass es mit seiner rasanten Entwicklung, vor allem in der Rückrunde, immer so weitergeht.

Diaby will nach ganz oben

Tatsächlich ist die Leistungssteigerung des zierlichen Flügelstürmers seit seiner Ankunft in Deutschland beeindruckend. Insgesamt steht er in allen drei Wettbewerben, in denen die Werkself noch unterwegs ist (in zweien von ihnen durchaus mit finalen Erfolgsaussichten!), bei 5 eigenen Treffern und 8 Vorlagen. 11 dieser 13 Scorerpunkte sammelte er nach der Winterpause.

Und wie das so ist in diesen überreizten und überhitzten Zeiten: lange bleiben derartige Leistungen nicht unentdeckt. Schon wird der gute Diaby, wie am vergangenen Samstag, in der Sportschau mit Sadio Mané verglichen. Einem der aktuell begehrtesten Stürmer der Welt. Und einer, der - im Gegensatz zu Diaby - bereits bei einem absoluten Top-Klub Europas spielt. Ob nun an den Mersey oder zu einer anderen großen Mannschaft des Kontinents - das Ziel ist für Diaby seit langem gesetzt. Und der junge Franzose zeigt sich entschlossen, dieses zu erreichen. "Ich werde alles in meiner Macht stehende tun, um dorthin zu gelangen, aber ich weiß, wie hart man dafür arbeiten muss."

Auch seinen Ausbildungsverein PSG hat Diaby dabei immer im Blick. Zwar verließ er den Klub im vergangenen Sommer, und das obwohl er für einen 19-Jährigen bereits erstaunlich viele Einsatzzeiten im mit Superstars gespickten Milliardenkader erhielt. Doch ein Abschied für immer muss die letztjährige Trennung keinesfalls bedeuten. Wie auch Diaby mehr als nur zwischen den Zeilen andeutet: "Als gestandener Spieler zurückzukommen, ist für mich immer im Hinterkopf. Ich sage mir: 'Warum nicht?'"

Diaby dankbar für Tuchels Vertrauen

Vielleicht würde es ja sogar ein Wiedersehen mit Thomas Tuchel geben. Dem deutschen Trainer ist Diaby jedenfalls in tiefer Dankbarkeit verbunden. "Er ist derjenige, der mir meine ersten Minuten als Profi gegeben hat. Das ist ein großer Vertrauensbeweis. Er hat viel mit mir gesprochen. Ihm habe ich es zu verdanken, dass ich hier bin.“

Denn mit Tuchel sprach Diaby in der vergangenen Spielzeit über seinen weiteren Werdegang. Der Coach, anfänglich eher nicht geneigt, eines seiner größten Versprechen für die Zukunft an die Konkurrenz abzugeben, riet ihm nach einem Sinneswandel dann doch zur Bundesliga im östlichen Nachbarland - und zu Bayer Leverkusen. "Er sagte mir", so Diaby, "Leverkusen sei ein Klub, in dem ich meine Qualitäten ausspielen könne. Ich habe eine Entscheidung getroffen, ich bereue sie nicht. Ich wollte gehen, damit ich mehr Spielzeit erhalte. Um mich auszudrücken und ein großer Spieler zu werden.“  

Dass junge Spieler schon in den Anfangsjahren ihrer Karriere einen klar umrissenen Masterplan haben und ihn auch konsequent verfolgen, ist heutzutage gang und gäbe. Auch ein Heung-min Son ließ während seiner Zeit beim Hamburger SV gegenüber Medienvertretern nie einen Zweifel daran, die Hansestadt nur als Durchgangsstation auf dem Weg nach ganz oben zu betrachten. An ihm könnte sich Diaby vielleicht sogar ein Beispiel nehmen. Nach dem Hamburger Kapitel ging es für Son nämlich - nach Leverkusen! Dort überzeugte er in den folgenden zwei Jahren dermaßen, dass die Sirenengesänge der Premier League immer hörbarer wurden. Seit fünf Jahren spielt der Koreaner mittlerweile für die Tottenham Hotspur - und ein Ende seiner Entwicklung ist immer noch nicht abzusehen. Der Weg des Moussa Diaby könnte einen ganz ähnlichen Verlauf nehmen.