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Barça gegen den FC Bayern im Head-to-Head-Vergleich: Wer hat wo die Nase vorn?

Lionel Messi
Barça hat den X-Faktor Messi, doch insgesamt ist der FC Bayern besser aufgestellt | Vladimir Rys Photography/Getty Images

Spiele zwischen Barça und dem FC Bayern werden immer durch Nuancen entschieden. Das wird auch im Duell am Freitag (21 Uhr) der Fall sein. Doch welche Mannschaft hat wo die Nase vorn? 90min vergleicht die beiden Startformationen aus dem Achtelfinal-Rückspiel der Champions League am vergangenen Samstag.

1. TW: ter Stegen vs. Neuer - Unentschieden

Marc-Andre Ter Stegen
Quality Sport Images/Getty Images

Im Normalfall wäre Marc-André ter Stegen nicht nur bei Barça, sondern auch bei der deutschen Nationalmannschaft die klare Nummer eins - wenn Manuel Neuer nicht wäre. Der Kapitän der DFB-Elf und des FC Bayern gehört auch mit 34 Jahren zu den besten Torhütern Europas, blüht in wichtigen Spielen immer wieder auf.

Beide Keeper spielen auf extrem hohem Niveau, ein Sieger lässt sich daher nicht ausmachen. Das Torwart-Duell endet mit einem Remis.

2. RV: Semedo vs. Kimmich - Vorteil Bayern

Joshua Kimmich
Adam Pretty/Getty Images

Wegen einer Verletzung von Benjamin Pavard muss Joshua Kimmich notgedrungen auf dem Rechtsverteidiger-Posten aushelfen. Der deutsche Nationalspieler wäre lieber im defensiven Mittelfeld, erledigt seine Aufgaben in der Viererkette aber wie gewohnt souverän und offenbart wieder einmal seinen extremen Offensivdrang.

Nelson Semedo ist in Barcelona nur die Nummer zwei hinter Sergi Roberto, gilt in diesem Sommer als Verkaufskandidat. Seit seiner Verpflichtung vor drei Jahren konnte er nicht nachhaltig überzeugen, das größte Problem ist seine mangelnde Konstanz. Hier hat Kimmich klar den Vorteil.

3. IV: Pique vs. Boateng - Unentschieden

Gerard Pique
Quality Sport Images/Getty Images

Gerard Pique hat nicht seine beste Saison hinter sich, und doch gehört der Spanier zu den besten Innenverteidigern in LaLiga. Allen voran am Ball hat Pique seine Stärken - genau wie Jerome Boateng, der unter Hansi Flick seinen zweiten Frühling erlebt hat.

Der ehemalige deutsche Nationalspieler ist wieder eine echte Bank, glänzt zudem mit seinen hohen Bällen im Aufbauspiel. Ein klarer Sieger lässt sich dennoch nicht ausmachen, deshalb gibt es wieder nur ein Unentschieden.

4. IV: Lenglet vs. Alaba - Vorteil Bayern

David Alaba
DeFodi Images/Getty Images

Auf der Position des linken Innenverteidigers hat sich David Alaba in dieser Saison festgespielt. Aus der Not geboren wurde der langjährige Linksverteidiger in seiner neuen Rolle zum Abwehrchef, der spielerisch überzeugt und seine Kollegen in der Viererkette mit klaren Kommandos führt.

Deshalb genießt Alaba auch den Vorteil gegenüber Clement Lenglet. Der Franzose hat sich über die Zeit einen Stammplatz erspielt und Samuel Umtiti hinter sich gelassen, kommt in puncto Führungsqualitäten aber nicht an Alaba heran.

5. LV: Alba vs. Davies - Vorteil Bayern

Alphonso Davies
FCB-Roadrunner Phonzie | Matthias Hangst/Getty Images

Alphonso Davies ist in dieser Saison die Entdeckung beim FC Bayern. Der Kanadier wurde im Zuge von Alabas Versetzung in die Innenverteidigung zum Linksverteidiger umgeschult und überzeugt auf dieser Position mit seinen herausragenden Sprints, Dribblings und seiner Robustheit.

Jordi Alba gehört zu den besten Linksverteidigern der Welt. Der 31-Jährige unterstützt über 90 Minuten den Flügelspieler, bindet sich im Offensivspiel ein und spielt immer wieder entscheidende Bälle. Sein größter Vorteil gegenüber Davies ist, dass er diese Leistungen in den vergangenen acht Jahren konstant bewiesen hat. Allerdings hinkt Alba in diesem Jahr auch etwas von seinen Glanzzeiten hinterher - und Davies ist aktuell der größere Faktor im Spiel seines Teams. Daher sticht aktuelle Form die Erfahrung aus, der Punkt geht an Davies.

6. DM: Busquets vs. Thiago - Unentschieden

Thiago
DeFodi Images/Getty Images

Im Vergleich zwischen Sergio Busquets und Thiago gibt es keinen klaren Sieger, denn beide Sechser sind für ihre Mannschaft unverzichtbar. Busquets kann den Spielverlauf mit nur einem Pass ändern, Thiago ist derweil überall auf dem Platz zu finden und mit seinen intelligenten Pässen sowie seinen Stärken im Spiel gegen den Ball ein Erfolgsgarant.

7. ZM: De Jong vs. Goretzka - Vorteil Bayern

Leon Goretzka
DeFodi Images/Getty Images

Frenkie De Jong ist ein begnadeter Künstler am Ball, in Barcelona wurde er in der abgelaufenen Saison jedoch zu selten richtig eingesetzt. Aufgrund dessen konnte er die hohen Erwartungen nicht in Gänze erfüllen und seine Leistungen, die er im Trikot von Ajax Amsterdam gezeigt hat, nicht konstant liefern. Vom Potenzial her, könnte de Jong aber eine entscheidende Figur in jedem Team der Welt sein.

Leon Goretzka genießt in diesem Vergleich den Vorteil, weil er speziell nach der Wettbewerbsunterbrechung ungemein wichtig für den Erfolg der Bayern war. Der deutsche Nationalspieler ist mit seinen nachrückenden Tiefenläufen gefährlich, wenn der Ball von der Grundlinie in den Rückraum gespielt wird, zudem ist er extrem forsch im Pressing und mittlerweile auch enorm robust.

8. ZM: Roberto vs. Müller - Vorteil Bayern

Thomas Mueller
Matthias Hangst/Getty Images

Ja, der Vergleich zwischen Sergi Roberto und Thomas Müller hinkt, weil die Bayern auf dem Papier in einem 4-2-3-1 spielen und Müller auf der Zehn hinter Robert Lewandowski agiert. Realtaktisch ist der deutsche Rekordmeister allerdings extrem variabel, und Müller lässt sich gerne etwas tiefer fallen.

Müller genießt gegenüber Roberto klar den Vorteil, weil er unter Flick wieder zu alter Stärke gefunden hat. Der 30-Jährige findet und öffnet aufgrund seiner extrem klugen Laufwege viele Räume, ist im Pressing ein extrem unangenehmer Gegenspieler und hat in dieser Saison insbesondere seine Qualitäten als Vorlagengeber unter Beweis gestellt. 21 Treffer hat er allein in der Bundesliga vorbereitet, vielmehr blieb er unter Flick nur in sieben Spielen ohne Torbeteiligung.

9. LF: Griezmann vs. Perisic - Vorteil Barça

Antoine Griezmann
Soccrates Images/Getty Images

Im direkten Duell mit Ivan Perisic hat Antoine Griezmann die Nase vorn. Der 120 Millionen Euro teure Neuzugang aus dem vergangenen Sommer hat keine allzu gute Debütsaison in Barcelona gespielt, aber gegenüber Perisic ist er beweglicher, dynamischer und torgefährlicher.

Perisic ist ein solider Flügelspieler, mehr aber auch nicht - darum ist Griezmann, auch wegen seiner erfolgreichen Zeit bei Atlético Madrid, im Vorteil

10. MS: Suarez vs. Lewandowski - Vorteil Bayern

Robert Lewandowski
Matthias Hangst/Getty Images

Luis Suarez und Robert Lewandowski zählen zu den besten Stürmern der Welt, im direkten Vergleich genießt Lewandowski jedoch den Vorteil.

Suarez war speziell in der ersten Saisonhälfte ein extrem wichtiger Torgarant, nach dem Re-Start im Juni hat es jedoch eine Weile gedauert, bis er regelmäßig getroffen hat. Auch aufgrund einer Knie-OP absolvierte der Uruguayer wettbewerbsübergreifend nur 35 Pflichtspiele, in denen er immerhin 20 Tore erzielen und 12 Vorlagen liefern konnte. Doch Lewandowski war in 44 Pflichtspielen 53 Mal zur Stelle, verpasste einen Torerfolg lediglich in 8 Partien. Er ist nicht nur ein Knipser, er macht von seinem Tempo Gebrauch, lässt sich immer wieder fallen, unterstützt seine Mannschaftskollegen und kreiert im Zusammenspiel mit Müller immer wieder Räume. Zudem verfügt er über eine exzellente Technik, mit deren Hilfe er nahezu jeden Ball problemlos verarbeiten kann.

Bevor der Ballon d'Or abgesagt wurde, galt Lewandowski als Favorit auf die Weltfußballer-Auszeichnung. Allerdings dürfte den meisten Experten auch ohne diesen Titel klar sein, dass Lewandowski in der abgelaufenen Saison der konstanteste Spieler Europas war.

11. RF: Messi vs. Gnabry - Vorteil Barça

Lionel Messi
David Ramos/Getty Images

Lionel Messi ist der beste Fußballer der Welt, und mittlerweile ist Barça abhängiger von ihm als je zuvor. Ohne den Argentinier bringt die Offensive kaum etwas zusammen, erwischt er hingegen einen Sahnetag, führt er seine Mannschaftskollegen mit aller Leichtigkeit und Lockerheit zum Sieg.

So gut Serge Gnabry über weite Strecken der Saison auch gespielt hat, an Messi kommt niemand heran. Insofern werden sich die Bayern darum kümmern müssen, ihn aus dem Spiel zu nehmen. Gelingt das nicht, droht ein unangenehmer Abend.

Endergebnis: 6 zu 2 für den FC Bayern