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2. Bundesliga

Aufstiegsrennen in Liga 2: Holstein Kiel und der HSV im Fernduell

Michael Keck
Holstein Kiel v FC St. Pauli - Second Bundesliga
Holstein Kiel v FC St. Pauli - Second Bundesliga / Martin Rose/Getty Images
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Im hohen Norden herrscht Aufstiegseuphorie: Holstein Kiel kann am Montagabend durch einen Sieg gegen Hannover 96 auf einen direkten Aufstiegsplatz klettern. Zudem wäre den Kielern durch Schützenhilfe aus Nürnberg der Relegationsplatz so gut wie sicher. Der 1. FC Nürnberg ist im zeitversetzten Fernduell beim Hamburger SV zu Gast, der im Aufstiegsrennen ebenfalls noch mitmischt. Die Stimmung könnte kaum unterschiedlicher sein.


Fin Bartels im Turniermodus

Die Kieler blicken auf erfolgreiche Tage zurück: Insbesondere Routinier Fin Bartels scheint im Herbst seiner Karriere nochmal richtig aufzublühen. So meldete sich der 34-Jährige mit vier Treffern aus vier Spielen aus der Team-Quarantäne zurück und steht sinnbildlich für die jüngsten Erfolge der Störche (zehn Punkte aus vier Spielen). Holstein-Coach Ole Werner hadert nicht, sondern versucht Kraft aus dem eng getakteten Restprogramm zu ziehen: "Wir sind trotz der Umstände der Quarantäne und des wochenlangen Abstands zueinander noch enger zusammengewachsen. Wir sprechen jetzt noch intensiver miteinander als vorher. Wir haben eine Jetzt-erst-recht-Mentalität entwickelt", erklärte er via Bild.

Zudem attestierte der Holstein-Coach seinem Team nach der letzten Partie gegen St. Pauli aufgrund des bisherigen Saisonverlaufes ohnehin viel Selbstvertrauen. Trotz der neun Pflichtspiele innerhalb von vier Wochen scheint der KSV auf einem guten Weg zu sein, die Mammutaufgabe zu bestehen. Die Kieler können nahezu aus dem Vollen schöpfen: Lediglich der langzeitverletzte Thesker (Achillessehnenanriss) und der an Corona erkrankte Stammtorwart Gelios stehen Ole Werner nicht zur Verfügung.

Hrubesch hofft auf positive Stimmung im HSV-Team

Horst Hrubesch, Merlin Polzin
Hamburger SV Training Session / Martin Rose/Getty Images

Der HSV hat ebenfalls turbulente, jedoch eher unerfreuliche Tage hinter sich mit dem Trainerwechsel und dem feststehenden Terodde-Abgang. Allerdings hatten die Hanseaten elf Tage Zeit, sich auf das Spiel gegen Nürnberg vorzubereiten. An Frische sollte es den Rothosen also nicht fehlen. HSV-Trainer Hrubesch hofft durch viel Fleiß und einer positiven Stimmung auf das Wunder: Das sei nur durch viel Kommunikation innerhalb der Mannschaft möglich. Für die letzten Romantiker unter den Fans betonte der Interims-Coach die Wichtigkeit der HSV-Familie und freute sich über die Aktion der HSV-Anhänger, die die Mannschaft beim Abschlusstraining lautstark unterstützten.

Letztlich weiß aber auch Hrubesch, dass in einer solchen Situation in erster Linie der Kopf entscheidend ist, damit die Mannschaft schnellstmöglich eine aufstiegsreife Leistung abliefern kann: "Ich habe für das Spiel eine etwas andere Idee, werde die Mannschaft aber innerhalb einer Woche nicht neu erfinden." Ein Teil der Idee wird die Umstellung des Systems auf ein 4-4-2 sein - möglicherweise mit Nachwuchstalent Robin Meißner im Angriff. Hunt (Muskelfaserriss) und Ambrosius (Kreuzbandriss) werden verletzungsbedingt kein Teil des Plans sein können. Fraglich ist der Einsatz von Dudziak, der nach einem grippalen Infekt noch Trainingsrückstand hat.

Gewinnt Holstein Kiel (3.) und verliert der HSV (5.), wäre Kiel bei sieben Punkten Vorsprung und zwei zu verbleibenden Spielen vom HSV nicht mehr einzuholen. Zudem wäre den Störchen der Relegationsplatz bei noch 15 Toren Unterschied und sechs Punkten Vorsprung auf Fortuna Düsseldorf so gut wie sicher. Dass es am letzten Spieltag zum Aufeinandertreffen zwischen Greuter Fürth und Fortuna Düsseldorf kommt und sie sich gegenseitig Punkte klauen, spielt den beiden Nordklubs dazu noch in die Karten

Für den HSV bedeutet das: Neun Punkte aus den letzten drei Spielen sind Pflicht, damit vielleicht doch noch was geht im Aufstiegsrennen!

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