Auf diesen Positionen muss der BVB im Winter nachlegen

Für Edin Terzic könnte es bald eng werden
Für Edin Terzic könnte es bald eng werden / Sebastian El-Saqqa - firo sportphoto/GettyImages
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Borussia Dortmund verzeichnet aktuell eine Bilanz, die man sich sowohl schön- als auch schlechtreden kann. Zwar ist man in den Pokal-Wettbewerben auf Kurs und in der Liga solide unterwegs, jedoch stehen in den nächsten Wochen harte Aufgaben bevor. Hier könnte sich noch deutlicher herauskristallisieren, wo die Baustellen des BVB liegen. Einiges deutet sich aber jetzt schon an.

Die Außenverteidiger-Position

Wer hätte das wohl kommen sehen? Bereits im Sommer hätte den Verantwortlichen eigentlich bewusst sein sollen, dass die Qualität auf den Außenverteidiger-Positionen nicht genügt. Neuzugang Ramy Bensebaini ist bislang keine klare Verstärkung und auch Marius Wolf bringt einfach nicht das Format für einen Bundesliga-Top-Klub mit. Selbiges trifft eigentlich auch auf Julian Ryerson zu. Der Norweger macht seine Defizite aber immerhin regelmäßig mit Herz und Einsatz wett, wodurch er noch der beste und stabilste Dortmunder Außenverteidiger ist.

Dennoch wäre der BVB gut beraten, endlich einen Spieler mit Qualität zu verpflichten. Sieht man sich mal an, was Bayern München und vor allem Leverkusen auf diesen Positionen aufbietet, ist die Diskrepanz erschreckend. Wichtig wäre es auch, einen Spieler zu bekommen, der nicht nur unangenehm ist und die Linie rauf- und runterlaufen kann, sondern auch fußballerisch etwas drauf hat. Dies würde dem gesamten Spiel gut tun.

Die Sechser-Position

Im Sommer hat man auf einen Transfer von Edson Alvarez verzichtet, um Emre Can als Kapitän eine große Rolle geben zu können. Dieser Plan ist bislang voll und ganz nach hinten losgegangen. Can musste sich zuletzt sogar häufiger hinter Özcan anstellen, der aber eigentlich auch kaum die Qualität für einen Spitzenklub mitbringt. Es fehlt ein echter Stabilisator, der konstant abliefert und in den man langfristig das Vertrauen stecken kann. Can hat bewiesen, dass er dafür eben nicht gemacht ist und auch Özcan wird wohl nie so etwas wie eine Leader-Figur verkörpern können.

Der offensive Flügel

Ob Dortmund wirklich einen offensiven Außen benötigt, ist schwierig zu beantworten. Alleine die Tatsache, dass Brandt häufig als Flügelspieler zum Einsatz kommt, zeigt, dass irgendetwas nicht stimmt. Der 27-Jährige hat seine Stärken eigentlich klar im Zentrum. Das Problem ist jedoch, dass einfach kaum funktionierendes Personal vorhanden ist. Malen hat einen starken Saisonstart hingelegt, dann aber enorm abgebaut. Adeyemi war die gesamte Saison kein echter Faktor. Bleiben die Talente Jamie Bynoe-Gittens und Julien Duranville, der jedoch verletzt ist.

Man hätte nun entweder die Chance, konsequent auf Bynoe-Gittens zu setzen oder aber einen Sancho-Deal einzufädeln. Den Ex-Dortmunder zurückzuholen, hätte etwas von Roulette-Spielen, jedoch gilt eben manchmal auch die Devise: “Wer nicht wagt, der nicht gewinnt“.

Die Trainer-Position

Natürlich kann man argumentieren, dass der BVB aktuell gar nicht so schlecht dasteht. Die Dortmunder führen eine extrem schwere Champions-League-Gruppe an, sind im Pokal noch vertreten und verzeichnen auch in der Bundesliga eine zumindest solide Bilanz. Denkt man an das Programm in den kommenden Wochen, kann einem aber angst und bange werden. Es wäre keineswegs verwunderlich, wenn Ende Dezember bereits alle drei Titel-Chancen verspielt sind.

Derzeit deuten sich Risse zwischen dem Trainer und der Mannschaft an. Zudem scheint Terzic auch keine taktischen Ideen zu haben, um den BVB-Fußball wieder auf Vordermann zu bringen. An einigen Transfer-Fehlentscheidungen war er auch in großem Maße beteiligt. Hierzu gehört auch die Idee, Can zum Kapitän zu machen und auf Edson Alvarez zu verzichten. Es sieht einfach nicht danach aus, als wären die Vorstellungen von Terzic, die Mannschaft zu führen und zu verändern, wirklich der Weg zum Erfolg.

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