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Atlético Madrid

Atlético: Planen die Rojiblancos den großen Kader-Umbruch?

Guido Müller
Apr 13, 2021, 3:12 PM GMT+2
Die Heimstatt der colchoneros: das Estadio Wanda Metropolitano
Die Heimstatt der colchoneros: das Estadio Wanda Metropolitano | Angel Martinez/Getty Images
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Aktuell steckt Atlético Madrid mitten im spanischen Titelrennen, das sich nach dem vergangenen Wochenende nochmals dramatisch zugespitzt hat. Gleichzeitig treiben die Macher am Wanda Metropolitano die Planungen für die kommende Spielzeit voran. Sie könnten in eine kleine Kader-Revolution münden.

Denn einem Bericht des Radio-Formats El Larguero des Senders Cadena SER (via as.com) zufolge, könnten bis zu sechs Spieler den Verein nach Saisonende verlassen. Darunter befindet sich auch der eine oder andere Name, dessen Nennung in Bezug auf Transfers noch bis vor Kurzem tabu im Klub war.

Wie der von Saúl Ñíguez. Der 19-fache Nationalspieler war in den letzten Jahren immer wieder im Fokus der ganz Großen. 2017 soll der FC Barcelona bereit gewesen sein, 80 Millionen Euro für den vielseitigen Mittelfeldspieler nach Madrid zu überweisen.

Saúl Ñíguez
Könnte Atlético im Sommer verlassen: Saúl Ñíguez | Visionhaus/Getty Images

Doch Atlético hatte das Arbeitspapier in der Zwischenzeit bis 2026 verlängert - und die Ablösesumme für den damals 24-Jährigen von 80 auf 150 Millionen angehoben. Barça winkte ob des neuen Preisschildes dankend ab.

Ñíguez nicht mehr unverzichtbar für Simeone

Im vergangenen Jahr wiederum interessierte sich Manchester United für den Kicker, der einst in der Jugend von Real Madrid ausgebildet worden war.

Fakt ist: seinen einstigen Status als nahezu unantastbarer Stammspieler hat Saúl, wie er in Spanien nur genannt wird, in dieser Spielzeit eingebüßt. Was nicht zuletzt auch an den guten Darbietungen seiner Mannschaftskollegen Thomas Lemar und Marcos Llorente liegt.

Ein weiterer überraschender Name auf der möglichen Verkaufsliste der Madrilenen ist der des Uruguayers José María Giménez. Seit acht Jahren im Klub, ist der 26-Jährige, der bereits 60 Einsätze für die Nationalelf seines Landes bestritten hat, in fittem Zustand eigentlich gesetzt.

Verletzungen hemmen Giménez Progression

Nur: in den vergangenen zwei Jahren meinten es die Verletzungen nicht all zu gut mit dem charrúa. Diverse Malaisen, von den Sprunggelenken bis zu den Knien, neben muskulären Problemen und einer zu Beginn dieser Spielzeit zugezogenen Corona-Infektion, ließen den Südamerikaner in der vergangenen und in der aktuellen Saison 35 Spiele (!) verpassen.

Jose Maria Gimenez
Zuletzt immer häufiger von Verletzungen geplagt: José María Giménez | Soccrates Images/Getty Images

Für das sehr laufintensive System, das Trainer Pablo Simeone spielen lässt, natürlich viel zu viele.

Ein Trio ohne Perspektiven

Nachvollziehbar erscheinen hingegen die möglichen Abgänge von Mittelfeldspieler Lucas Torreira und Angreifer Vitolo. Torreira (Uruguayer wie Giménez), vor der Saison vom FC Arsenal ausgeliehen, wird im Sommer - Stand jetzt - zurück zu den Gunners kehren. Eine Führungsrolle konnte der defensive Mittelfeldspieler bei den colchoneros zu keinem Zeitpunkt einnehmen. Der Spieler selbst hatte zuletzt erklärt, er würde gerne wieder nach Südamerika und dort für die Boca Juniors spielen.

Wie auch Vitolo (bürgerlich: Víctor Machín Pérez) nicht. Vor vier Jahren überwies Atlético für den Stürmer noch satte 36 Millionen Euro an den FC Sevilla - doch an seine guten Zeiten in der andalusischen Hauptstadt konnte der 12-fache Nationalspieler in Madrid nie anknüpfen.

Victor Machin 'Vitolo'
Wurde für Atlético nie so wichtig wie zuvor für den FC Sevilla: Vitolo | Quality Sport Images/Getty Images

Rechtsverteidiger Sime Vrsaljko dürfte wohl ebenfalls keine große Zukunft mehr im Süden Madrids haben. Am gesetzten Engländer Kieran Trippier ist für den Kroaten schlichtweg kein Vorbeikommen. Vrsaljkos Vertrag läuft, genau wie der von Vitolo, im Sommer kommenden Jahres aus, so dass Atlético eigentlich nur noch in diesem Sommer ein bisschen Kasse mit dem Duo machen kann.

Auch ein Verbleib des im Januar von Olympique Lyon ausgeliehenen Stürmers Moussa Dembélé steht weiter in den Sternen. Bislang hat der 24-Jährige noch keinen Treffer für Atlético verbuchen können. Bliebe dies auch in den restlichen acht Spielen der Saison so, dürften seine Tage im Wanda Metropolitano ebenfalls gezählt sein.

Und dann wäre da ja noch der an Juventus Turin ausgeliehene spanische Nationalstürmer Álvaro Morata. Dem genannten Sender zufolge soll Juventus Turin gewillt sein, den Angreifer für ein weiteres Jahr auszuleihen.

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