Atlético Madrid

From hero to zero: Griezmanns schwieriger Neubeginn bei Atlético Madrid

Guido Müller
Hat massive Re-Startproblem bei Atlético: Antoine Griezmann
Hat massive Re-Startproblem bei Atlético: Antoine Griezmann / Juan Manuel Serrano Arce/Getty Images
facebooktwitterreddit

Nicht zeitgleich, aber immerhin im selben Sommer verließen Lionel Messi und Antoine Griezmann dieses Jahr den FC Barcelona. Doch während der Argentinier seinen Abgang im tiefsten Herzen wohl bedauert haben dürfte, war es für den Franzosen nach zwei schwierigen Jahren in der Mittelmeermetropole fast eine Art Flucht. Doch auch bei seinem neuen, alten Klub Atlético Madrid ist der Stürmer noch nicht wieder angekommen.


Und so weist Griezmann nach seiner Rückkehr in die spanische Hauptstadt noch eine weitere Parallele zu seinem einstigen Teamkollegen auf. Wobei er auf diese wohl gern verzichtet hätte. Genau wie Messi bei PSG hat Griezmann bei Atlético Madrid nämlich noch keine einzige Torbeteiligung zuwege gebracht.

Und Möglichkeiten dazu hatte er schon einige. Vier Liga-Spiele sowie ein Match in der europäischen Königsklasse - und noch immer ist das Tor-Konto bei Griezmann blank.

Doch nicht nur das: in diesen fünf Partien war der Weltmeister von 2018 nicht einmal imstande, überhaupt nur einen Torschuss abzugeben. Was ist bloß aus Griezmann geworden?

Antoine Griezmann
Scheint selbst nicht zu wissen, woran es liegt: Antoine Griezmann bei der 0:1-Niederlage der Rojiblancos in Vitoria / Quality Sport Images/Getty Images

Wird sich zumindest ein Teil (und zwar der gutwillige!) der Atlético-Fans fragen. Der andere, weniger einfühlsame, ging jedenfalls gleich mit dem Vorschlaghammer an die Sache ran.

Es war schon bemerkenswert, dieses Pfeifkonzert, mit dem der Franzose bei seiner Einwechslung im Champions-League-Auftaktmatch gegen den FC Porto bedacht wurde.

Offenbar haben viele rot-weiße aficionados dem Franzosen immer noch nicht seinen Wechsel von den Colchoneros zu den Blaugrana im Sommer 2019 verziehen. Wobei sich Griezmann diese Baustelle damals auch ein Stück weit selbst geschaffen hatte.

Treue-Video wurde zum Eigentor

Unvergessen sein etwas megaloman anmutendes Video "La Decisión" ("Die Entscheidung"), mit dem er noch ein Jahr zuvor meinte, seinen (vorläufigen) Verbleib bei den Rojiblancos dramatisch überhöhen zu müssen.

Und je größer der Pomp bei solcher Art Liebesbekundungen ausfällt, um so schmerzhafter fällt er einem dann später auf die Füße.

Denn genau ein Jahr nach dieser peinlichen 32-minütigen Selbstinszenierung waren offenbar alle Vereinstreue beschwörenden Prinzipien über Bord geworfen - denn, so heißt es in Katalonien schon seit Ewigkeiten, la pela es la pela (etwa das katalonische Pendant zum englischen "money talks").

Klar, dass man einen solchen Rückkehrer erstmal mit Argwohn betrachtet. Abhilfe werden da, wie es im Fußball üblich ist, nur Tore, Siege und Triumphe schaffen können. Vielleicht ja schon beim Champions-League-Spiel bei der AC Mailand.

facebooktwitterreddit